Haría

Übersicht 

Haría bezeichnet zugleich eine Gemeinde und eins der schönsten Dörfer der Kanareninsel Lanzarote. Die Gemeinde macht die Nordspitze der Insel aus. Der Ort Haría liegt im Tal der 1000 Palmen. Einer Sage nach wuchs hier jedes Mal, wenn ein Mädchen geboren wurde, eine neue Palme.

Zur Gemeinde Haría gehören folgende Orte: Arrieta, Charco del Palo, Guinate,Máguez, Mala, Orzola, Punta de las Mujeres, Tabayesco, Ye und natürlich der gleichnamige Ort Haría. In der Gemeinde leben etwa 5.000, im Dorf ungefähr 1.100 Einwohner.

Für einen ruhigen und idyllischen Urlaub bietet Haría die idealen Voraussetzungen. Es gibt hier keinen Massentourismus und keine großen Hotelbauten. Urlauber kommen in Pensionen und Ferienwohnungen unter. Dafür gibt es in Haría und der Umgebung viel zu sehen. Einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten befinden sich in unmittelbarer Nähe. Außerdem stellt der Ort einen guten Ausgangspunkt für Wanderungen und andere Ausflüge dar. Für diejenigen, die nicht ihren ganzen Lanzarote-Urlaub in Haría verbringen möchten, lohnt sich in jedem Fall ein Tagesausflug in die Gegend.

Gründung und Geschichte

Heute wird angenommen, dass sich der Name Haría aus dem Wort Faria entwickelte. So nannten die Ureinwohner Lanzarote den Ort. Die Ureinwohner haben den Namen Faria wohlmöglich aus dem Wort Chafariz abgeleitet, das so viel wie Quelle bedeutet.

Im sechszehnten Jahrhundert wurde Haría immer wieder von Piraten überfallen. Im Jahr 1586 brannte bei einem solchen Überfall fast das ganze Palmental ab. Folgt man heute der Serpentinenstraße in das Grün des Tals der 1000 Palmen, ist dies kaum mehr vorstellbar.

In den 1950er Jahren, der Zeit der Franco-Ära, erlebte Haría eine starke Landflucht. Zu dieser Zeit wanderten viele Menschen nach Südamerika aus. Noch heute stehen einige der damals verlassenen Häuser leer.

Die Bauten an der Plaza de la Constitución sind im klassizistischen Stil erbaut worden und stammen aus dem 19. Jahrhundert. Zu dieser Zeit stand das Dorf unter Besitz einer verfassungsgebenden Versammlung.

Wirtschaft

In Haría ist der Hauptwirtschaftszweig die Landwirtschaft. Es werden Kartoffeln, Hirse, Linsen, Mais und Wein angebaut. Die herrschenden klimatischen Bedingungen sind hier besonders gut, dank der Lage und Oberflächengestalt der Region.

Ein Teil der Bevölkerung arbeitet außerdem im Tourismussektor, da es hier einige Wohnanlagen und einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Insel gibt.

Vegetation und Lage

Haría bildet eine bemerkenswerte Ausnahme auf der sonst so vegetationsarmen Insel. Lanzarote ist zwar die trockenste der Kanarischen Inseln, dennoch erstrahlt Haría erstaunlich grün. Im Norden der Insel ist das Klima feuchter als im Süden. Dank der Lage im höher gelegenen Famara-Gebirge regnet es hier häufiger.

Vor allem im Januar und Februar blüht es in Haría in voller Pracht. Nach dem feuchteren Winter ist die Landschaft in leuchtendes Grün getaucht und von Frühlingsblumen bewachsen.

Anfahrt

Mit dem Bus erreicht man Haría von Arrecife aus mit den Linien 07 und 26.

Mit dem Auto geht der Weg über die LZ-10 oder die LZ-1.


Sehenswürdigkeiten  

In und um Haría gibt es viel zu sehen. Das Dorf begeistert mit gemütlichen Plätzen und interessanter Architektur. Die Natur, die es umgibt, zeichnet sich durch die zahlreichen Palmen und das viele Grün aus. Außerdem sind vom Ort Haría aus in 15 Minuten einige der wichtigsten und beeindruckendsten Touristenattraktionen der Insel zu erreichen. Diese sollten sich Lanzarote Urlauber auf keinen Fall entgehen lassen.

Plaza León y Castillo

Das Stadtzentrum Harías bildet der Platz Plaza León y Castillo. Unter Lorbeer- und Eukalyptusbäumen lässt sich hier das kanarische Flair besonders gut genießen. An diesem Platz ist die Kirche Iglesia de Nuestra Señora de la Encarnación zu finden. Sie wurde im Jahr 1956 neu aufgebaut, nachdem sie bei einem Sturm schwer beschädigt worden war. Die Pfarrkirche ist heute modern gestaltet. 

Plaza de la Constitución

Der Platz Plaza de la Constitución ist wegen seiner Blütenpracht der meist fotografierte Ort des Dorfes. Hier befindet sich außerdem das Rathaus, das im klassizistischen Stil erbaut wurde und mit seinen hoch angesetzten Balkonen sehr sehenswert ist.

In der Nähe der Plaza de la Constitución befindet sich außerdem die Werkstadt Taller Municipal de Artesanía. In dem Handwerkszentrum werden Körbe, Umhänge und Stickereien hergestellt.

Wohnhaus César Manrique

Inmitten von Palmen und Drachenbäumen liegt das ehemalige Wohnhaus von César Manrique. Der Künstler, der in der Inselhauptstadt Arrecife geboren ist, verbrachte seinen Lebensabend in Haría. Nachdem er eine Zeit lang in seinem Haus in Tahiche gewohnt hatte, zog er 1988 nach Haría in ein Bauernhaus, das er wieder aufbaute. Während sein Haus in Tahiche ein einziges Kunstwerk darstellt, ist das in Haría ein Haus zum Leben. Es entspricht mehr der typisch traditionell kanarischen Bauweise. Die Größe, Formen und Materialien sind der Umgebung angepasst und so bettet sich das Haus in die Natur ein.

Im Jahr 1992 kam Manrique bei einem Autounfall ums Leben. Manrique prägte Lanzarote Landschaftsbild wie kein anderer. Das Ziel des Künstlers war es, die kulturelle und landschaftliche Identität auch unter dem Massentourismus zu bewahren. Manrique wurde auf dem Friedhof von Haría beerdigt.

Mirador de Haría

Der Aussichtspunkt Mirador de Haría befindet sich oberhalb des Dorfes gelegen und bietet somit einen schönen Ausblick über das Palmental. Man erreicht ihn Richtung Süden über die LZ-10. Von hier oben lässt sich das Grün, in dem das Dorf erstrahlt, besonders gut erblicken. Auch die terrassenförmigen Felder sind gut zu erkennen. Am Mirador de Haría gibt es außerdem ein kleines Café, das für eine Erfrischung sorgt.

Jameos del Agua

Die Touristenattraktion Lanzarote Jameos del Agua befindet sich nicht direkt im Ort, aber in der Gemeinde Haría. Sie liegt an der LZ-1, nördlich von Arrieta. Von Haría sind es mit dem Auto nur etwa 15 Minuten bis zum Jameos del Agua.

Die Jameos del Agua wurden im Jahr 1966 vom Künstler César Manrique gestaltet und befinden sich im Lavafeld des Vulkans Corona. Sie sind Teil eines unterirdischen Höhlensystems, zu dem auch die Cueva de los Verdes gehört und das bis zum Meer reicht. Das Wort Jameo stammt aus dem Wortschatz der Lanzarote nischen Ureinwohner und bedeutet Hohlraum oder Vertiefung im Boden. Diese Höhlen wurden zu einem Zentrum für Kunst, Kultur und Tourismus umgebaut. In der Grotte der Jameos befindet sich ein Restaurant, daran schließt ein unterirdischer See an. In diesem leben weiße Krebse, die sonst nur in Meerestiefen von 2.000 Metern vorkommen.

Eine Treppe führt hinauf zum Schwimmbecken, das zwar zum Baden entworfen, heute aber nicht mehr dafür genutzt wird. Hinter dem Becken liegt eine weitere Grotte, die mit 600 Sitzplätzen als Konzertsaal und für andere Veranstaltungen genutzt wird. Zwei Bars und Tanzflächen weisen darauf hin, dass im Jameos del Agua auch das Nachtleben nicht zu kurz kommt.

Eine weitere Treppe führt ganz nach oben zu einem weiteren Restaurant und dem geologischen Museum. Hier werden die vulkanischen Vorgänge auf der Insel erklärt.

Eintritt: 8 Euro
Carretera de Órzola, LZ-1.
Tel: +34 928 848 020
Öffnungszeiten:
Täglich 10-18:30
Dienstag und Samstag auch 19-2 Uhr
Restaurant 19-23:30

Cueva de los Verdes

Über die LZ-10 und die LZ-201 erreicht man die Cueva de los Verdes von Haría aus in etwa 15 Minuten. Die Höhle samt unterirdischem Lavatunnel befindet sich nördlich von Arrieta ganz in der Nähe der Touristenattraktion Jameos del Agua. Seit 1964 können etwa zwei Kilometer der Lavaröhre besichtigt werden. Dieser Rundgang dauert etwa 40 Minuten und führt unter anderem über den Konzertsaal der Höhle, in dem 300 Personen Platz haben. Die besondere Beleuchtung in der Höhle wurde von Jesús Soto, einem Freund von César Manrique, eingerichtet.

Entstanden ist die Höhle vor etwa 4.000 Jahren, während eines Ausbruchs des Vulkans Corona. Die röhrenartigen Tunnel haben sich dabei gebildet, weil die Lava an der Oberfläche schneller abkühlte als die darunter liegenden Lavaschichten. Diese flossen weiter und hinterließen die Tunnel. Insgesamt ist der Lavatunnel sieben Kilometer lang und gehört damit zu den längsten Lavahöhlensystemen der Welt. Auch die Jameos del Agua gehören unter anderem dazu. Sie entstanden, als die Decken des Lavatunnels an einigen Stellen einbrachen und die Vertiefungen im Boden hinterließen. Das Höhlensystem beginnt am Vulkan Montaña Corona und endet im Meer in etwa 50 Metern Tiefe. Im 17. Jahrhundert dienten die Höhlen den Lanzaroteños als Versteck vor den Piraten.

Eintritt: 8 Euro
Tel: +34 928 173 220
Öffnungszeiten:
Täglich von 10-18 Uhr
Letzte Führung um 17 Uhr


Museen 

Im Dorf Haría am Plaza de la Constitución befindet sich el Aljibe de Haría. Die ehemalige Zisterne wurde mittlerweile in einen Ausstellungsraum umgewandelt.

Das Aljibe entstand ursprünglich wegen der Wasserarmut auf Insel. Der stetige Wassermangel auf Lanzarote veranlasste die Landwirte, verschiedene Bauten zum Auffangen von Wasser zu konstruieren. So sind auf der Insel heute zahlreiche Auffangbecken zu finden, um die wertvolle Flüssigkeit optimal zu nutzen. Dazu gehören auch die Wasserbehälter Aljibes.

Mit der Einrichtung einer Trinkwasseraufbereitungsanlage verlor das Aljibe in Haría seine Funktion. Im Jahr 1991 suchte der Gemeinderat des Dorfes nach einer alternativen Nutzung für die Zisterne. Sodass schließlich 1998 beschlossen wurde, einen Konferenz- und Ausstellungsraum einzurichten. Dieser Raum sollte dem Gemeinderat dazu dienen, den Einhemischen und Touristen einen Ort für verschiedene Veranstaltungen zu bieten. Im Jahr 2000 wurden die Umbauarbeiten abgeschlossen und im Juni der Saal eröffnet.

Der Ausstellungsraum bietet auf 200 Quadratmetern und 32,2 Metern Wandfläche viel Raum für die Kunst.


Aktivitäten 

Das im Norden Lanzarote gelegene Dorf Haría ist Ausgangspunkt für viele spannende Aktivitäten. So stellt es auch den Startpunkt für einige beeindruckende Wanderungen dar. Zum Beispiel geht es von Haría aus den Berg Montaña Ganada (550 Meter) hinauf. Auch die Vulkankrater La Quemada und Los Helechos (582 Meter) können erklommen werden. Die Wanderer erwartet dabei ein atemberaubender Blick auf die kleine Nachbarinsel La Graciosa. Außerdem bietet sich eine Wanderung über den Risco de Famara an oder eine Inseldurchquerung von Haría nach Arrieta, der schmalsten Stelle der Insel. Vor allem im Frühjahr präsentiert sich die Insel dabei von ihrer schönsten und grünsten Seite.

Wegen seiner Lage im Norden, nahe vieler Sehenswürdigkeiten, haben Urlauber in Haría viele Ausflugsmöglichkeiten. Einerseits können Touristenattraktionen wie die Jameos del Agua oder die Cueva de los Verdes besichtigt werden, aber auch der Surferstrand Famara ist ganz in der Nähe und ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.


Strände 

Haría ist im Landesinneren in einem Tal gelegen und verfügt somit nicht über einen eigenen Strand. Der nächste, sehr schöne Strand ist der des Ortes Arrieta. Mit dem Auto über die LZ-10 ist Arrieta von Haría aus in zehn Minuten zu erreichen. Außerdem fahren die Buslinien 07 und 26 von Haría und Arrieta.


Feste 

Wie fast jeder Ort auf Lanzarotenutzt auch Haría ein paar Gelegenheiten im Jahr zum Feiern. Urlauber, deren Aufenthalt auf Lanzarote mit einem Fest in Haría zusammenfällt, sollten sich dies nicht entgehen lassen. Die Fiestas bieten typisch kanarische Musik, Gerichte, Trachten und andere Verkleidungen sowie viel ausgelassene Stimmung. Die wichtigsten Feste in Haría sind:

San Juan

Der Feiertag San Juan, in Nordeuropa als Mitsommernacht bekannt, wird am 24. Juni in ganz Spanien gefeiert. In Haría wird der Schutzheilige San Juan besonders groß gefeiert. In dem Dorf gehört es dazu, bunte Salzteppiche auf die Straße zu legen. Diese Teppiche bleiben solange erhalten, bis am nächsten Tag die Prozession mit dem heiligen Juan darüber zieht. Zu den Feierlichkeiten gehören außerdem große Lagerfeuer, die den Winter vertreiben sollen. Dabei ist es in Haría Teil der Tradition, eine Stoffpuppe, den Don Facundo, zu verbrennen.

Eigentlich wird San Juan in Haría einen ganzen Monat lang gefeiert. Denn es finden immer wieder verschiedene Veranstaltungen, wie Konzerte, Ausstellungen und Sportevents statt. 

Nuestra Señora de la Encarnación

Nuestra Señora de la Encarnación ist die Schutzheilige des Ortes Haría und wird am 25. März gefeiert. Es wird gegessen, getanzt und ausgiebig gefeiert. Zu den Feierlichkeiten gehören außerdem verschiedene sportliche Events, wie zum Beispiel der Lucha Canaria, der traditionell kanarische Ringkampf.

Am Wochenende der Nuestra Señora de la Encarnación findet außerdem das Palmenfest, die Fiesta de la Palmera samt Bajada de la Palmera statt. Auf dem Berg Atalaya ereignet sich dann eine große Feier. Dazu gehört, dass eine Palme in das Ortszentrum von Haría hinunter getragen wird.

Karneval

Im Februar beziehungsweise März wird auf Lanzarote Karneval gefeiert. Das Fest in Haría gehört dabei zu den größten der Insel. Die Besucher des Karnevals verkleiden sich und sehen den Umzügen, Tanz- und Gesangsgruppen zu.

Der Karneval wird mit den Umzügen und Fiestas im Februar in Arrecife eingeläutet. Danach folgen die Feierlichkeiten der anderen Gemeinden. Haría feiert als letzte Gemeinde Anfang März Karneval. Die Umzüge finden jeweils am Samstag statt.


Restaurant 

Wer in typisch kanarischem und noch dazu idyllischem Ambiente essen möchte, ist in Haría an der richtigen Adresse. Das kleine Dorf im Norden Lanzarote hat einige Restaurants zu bieten. Hier eine Auswahl:

Casa l'Cura

Die Casa l'Cura ist ein typisch kanarisches Restaurant.

Calle Nueva 1, Haría, Lanzarote

Tel: +34 928 835 556

Mesón la Frontera

Das Restaurante Mesón la Frontera bietet seinen Gästen typisch kanarische Küche und frisches Fleisch vom Grill. Es liegt zwischen Haría und Máguez.

Calle Casas de atrás 4, Haría, Lanzarote
Tel: +34 928 835 310
Mo-Sa 12-21:30 Uhr
So 12-17 Uhr

Los Cascajos

Die Spezialitäten des Restaurants Los Cascajos sind die Grillhähnchen und das frische Fleisch vom Grill. Das Lokal liegt an der Hauptstraße von Yé nach Haría.

Calle Ferrer 9, Haria, Lanzarote
Tel: +34 928 835 471
Täglich von 11-17 Uhr geöffnet

Centro Socio Cultural La Tegala

Im Centro Socio Cultural La Tegala, im Zentrum von Haría gelegen, gibt es typisch kanarische Gerichte. Hier ist vor allem am Samstag während des Marktes viel los. Alle treffen sich, um sich über die Neuigkeiten des Dorfes auf dem Laufenden zu halten.

Plaza León y Castillo, Haría, Lanzarote
Tel: +34 696 900 652
Täglich von 9-24 Uhr geöffnet

Dos Hermanos

Auch im Dos Hermanos bekommen die Gäste kanarische Spezialitäten serviert. Darüber hinaus ist das Restaurant für seine guten Nachspeisen bekannt.

Plaza León y Castillo, Haría, Lanzarote
Tel: +34 928 835 409
Täglich von 11-20 Uhr geöffnet


Einkaufen

Besonders gut einkaufen können Besucher des Ortes Haría am Samstag. Dann findet von 9 bis 14 Uhr der wöchentliche Markt statt. Auf dem Mercado lassen sich Souvenirs, Mitbringsel, Schmuck und weiteres Kunsthandwerk kaufen. Natürlich sind auch die inseltypischen Produkte, wie Aloe Vera, und kanarische Nahrungsmittel, wie Wein und Mojo-Saucen, auf dem Markt in Haría erhältlich. Das bunte Treiben wird von fröhlicher Musik begleitet.