Valle de Guerra

Übersicht

Die kleine Stadt Valle de Guerra liegt im Norden Teneriffas und ist einerseits durch ihren dörflichen Charakter, andererseits durch ihr wirtschafltiches Aufstreben gekennzeichnet. Das fruchtbare Tal zieht sich bis hin zum Meer und verschaffte Valle de Guerra den Beinamen Garten von Teneriffa, in welchem zahlreiche Wein-, Bananen-, Strelitzien-, Tomaten-, Kartoffeln- und Maisplantagen zu finden sind.Die Hanglage der kleinen Stadt und ihre weite Ausdehnung von Ost nach West machen es unmöglich das gesamte Gebiet zu Fuß zu erkunden. Aus diesem Grund sollte die Gegend um Valle de Guerra vorzugsweise mit dem Auto besichtigt werden. Im südlichen Ortsteil La Barranquera lohnt sich ein Spaziergang, bei dem man das romantisch dörfliche Flair einfangen kann.

Lage und Vegetation

Im Norden von Teneriffa gelegen, befindet sich Valle de Guerra in einem Tal am Fuße des Anaga-Gebirges. Das Tal erstreckt sich bis hin zum Meer und ist aufgrund seines Wasserreichtums stets grün und fruchtbar, weshalb es auch als Garten von Teneriffa bezeichnet wird. In Valle de Guerra herrscht die Landwirtschaft vor – neben Wein und Bananen werden auch Mais, Tomaten und Kartoffeln angepflanzt. Auch Blumenfelder und Gewächshäuser sind zahlreich vertreten.Um Valle de Guerra und seine Umgebung zu erkunden, sollten Urlauber sich am besten ein Auto mieten. Die weitläufige Gegend ist von gut ausgebauten Landstraßen durchzogen. Die TF 16, an der auch Valle de Guerra liegt, verbindet alle größeren Gemeinden am Rande des Anaga-Gebirges miteinander.Natürlich kann man den Ort ebenso mit dem Bus erreichen. Die Linie 51 verbindet ihn mit der zweitgrößten Stadt Teneriffas, La Laguna, und mit Tacoronte. Der Bus fährt an Werktagen alle halbe Stunde, am Wochenende und an Feiertagen einmal stündlich.

Wirtschaft

Aufgrund des nährstoffreichen Bodens in Valle de Guerra regiert hier die Landwirtschaft. So sind nur wenige der zahlreichen Fincas in dieser Gegend für Touristen gedacht und werden nach wie vor für den Anbau von Wein, Bananen und anderen weniger exportorientierten Waren genutzt. Neben riesigen Strelitzienfeldern und Gewächshäusern mit verschiedenen Blumenarten sind hier auch allerhand Mais- und Kartoffelfelder sowie Tomatenplantagen zu finden. Außerdem befinden sich viele Obstbäume im Umfeld des Ortes.

Kultur und Einwohner

Valle de Guerra ist eine Kleinstadt, die immer noch dörflichen Charme versprüht. Die beiden großen Straßen Calle el Moral und TF 16, auf denen sich der Großteil des hiesigen Lebens abspielt, durchziehen den Ort. Dazwischen befinden sich kleine Gässchen, von denen aus man einen verstohlenen Blick in Hinterhöfe und auf Dachterrassen werfen kann. Das Leben scheint hier vor Jahrzehnten stehen geblieben zu sein, man hört keine Autos, trifft kaum auf Menschen.Die große Kirche an der Calle el Calvario ist bunt geschmückt, überall wehen Fahnen aller Herren Länder und hinter dem Gebäude sind einige Fastfood-Stände drapiert. Hier befindet sich auch das Begegnungszentrum von Valle de Guerra.Nach zehn Gehminuten entlang der TF 16, stößt man auf die Plaza Ramon J. Figueroa, den zentralen Platz der Stadt. Er ist von einigen Bars und der Post umgeben. Hier versammeln sich die Bewohner gerne für einen Plausch, aber auch einige der wenigen Touristen Valle de Guerras sind hier aufzuspüren. Fährt man auf einer der engen Straßen weiter in das Tal hinab, sieht man, womit die Gegend ihre wirtschaftlichen Einnahmen erzielt: Strelitzienfelder grenzen an Bananen- und Tomatenplantagen und wenn man genau hinsieht, kann man überall Feldarbeiter entdecken. Direkt am Meer befindet sich der Stadtteil La Barranquera. Er ist stark landwirtschaftlich geprägt und lässt den höher gelegenen Teil Valle de Guerras sehr modern erscheinen.Wer einen näheren Einblick in die Geschichte der Gegend bekommen möchte, besucht am besten das Anthropologische Museum, das im einstigen Herrenhaus der reichen Familie de Guerra eingerichtet wurde. Das kleine Gebäude befindet sich aus westlicher Richtung kommend noch vor der Stadt, direkt an der TF 16 gelegen.

Geschichte und Gründung

So wie die Stadt selbst Gegensätzen in sich vereint, ranken sich auch um ihren Namen, der übersetzt Tal des Krieges bedeutet, verschiedene Gerüchte. Manche behaupten, Valle de Guerra sei während der spanischen Eroberungszüge von mehreren Kriegen durchzogen worden. Andere Quellen behaupten jedoch, dass der Ort von Kriegen verschont blieb und nach der reichen Familie de Guerra, der bis ins 18. Jahrhundert hinein das gesamte Tal am Fuße des Anaga-Gebirges gehörte, benannt wurde.Anfang des 18. Jahrhunderts kam der spanische Kapitän Matías Rodríguez Carta nach Teneriffa und hinterließ seine Spuren auf der Insel. Seine Raubzüge und die Belohnungen, die er von der katholischen Kirche bekam, verhalfen ihm zu großem Reichtum. So kaufte er 1726 unter anderem das Herrenhaus der Familie Guerra, das seitdem den Namen Casa de Carta trägt und heute ein Anthropologisches Museum beherbergt.


Sehenswürdigkeiten

Hauptstraße Calle el Moral

Die Calle el Moral ist neben der TF 16 die größte und belebteste Straße Valle de Guerras. Sie ist nicht nur für den Autoverkehr von zentraler Bedeutung, sondern beherbergt auch einige Läden und Dienstleister, wie Schuhläden, Friseure, Bekleidungsläden, eine Autowerkstatt und eine Werbeagentur mit Druckerei. Die Calle el Moral verläuft südlich und parallel zur TF 16.

Ortsteil La Barranquera

La Barranquera liegt im Tal Valle de Guerra im Süden der Stadt und grenzt ans Meer. Hier können Urlauber romantisch verschlafene Gassen entlangschlendern und die blühenden Plantagen bewundern. Obwohl die Gegend ziemlich verlassen erscheint, sind bei näherer Betrachtung doch zahlreiche Einheimische bei der Arbeit zu entdecken. Die Gegend bietet sich auch für einen Spaziergang an, die Hanglage sollte allerdings beachtet werden. Der Stadtteil ist südlich der Calle el Moral gelegen.

Plaza Ramon J. Figueroa

Die Plaza Ramon J. Figueroa ist als zentraler Platz Valle de Guerras zwar sehr übersichtlich, aber dennoch voller Leben. Im Schatten eines riesigen Baumes kann man sich hier ausruhen und für eine Weile das rege Treiben betrachten. Die futuristische Skulptur in der Mitte des Platzes ist wegweisend für die Entwicklung der Gegend: Aus dem geschäftigen Dorf entwickelt sich langsam eine reizende Kleinstadt. Bars und Restaurants sind hier ebenso zu finden wie die Post, einige Friseure und andere kleine Geschäfte.

Adresse:
Plaza Ramon J. Figueroa
Kreuzung TF 16/Calle Nueva Valle Guerra
38270 Valle de Guerra
Teneriffa

Stadtkirche

Die Kirche Valle de Guerras befindet sich im oberen Teil der Stadt. Auf ihrem winzigen Vorplatz ist ein Spielplatz angelegt, eine imposante Treppe führt von hier aus zur riesigen Kirchenpforte. Auch wenn sie im einfachen kanarischen Stil gehalten ist, hinterlässt die Kirche nicht zuletzt wegen ihrer Größe, einen mächtigen Eindruck. Mühevoll mit Fahnen verschiedener Nationen geschmückt, heißt sie jeden willkommen.

Adresse:
Kreuzung TF 16/Calle el Calvario
38270 Valle de Guerra
TeneriffaÖffnungszeiten: unregelmäßigEintritt: frei


Museen

Museo de Antropología de Tenerife

In dem Gebäude des Anthropologischen Museums lebte einst die Familie La Guerra. Die Großgrundbesitzer besaßen zu ihrer Zeit das gesamte Tal um Valle de Guerra, weshalb dem einstigen Dorf ihr Name verliehen wurde. Im 18. Jahrhundert ging das Herrenhaus dann in das Eigentum des spanischen Kapitäns Matías Rodríguez Carta über, weshalb es heute noch den Namen Casa de Carta trägt. Heute ist das Gebäude in Besitz der Inselregierung, die es zu einem Museum umfunktionierte.

Besucher erhalten hier einen Einblick in die tinerfeñische Lebensweise, die herrschte, bevor die Insel durch den Tourismus erschlossen wurde. Ausgestellt werden im Museo de Antropología de Tenerife Werkzeuge aus verschiedenen Epochen, aber auch Musikinstrumente und kanarische Trachten. Auf das Kunsthandwerk Teneriffas wird ebenso ein Augenmerk gelegt wie auf verschiedene Arten der Wassergewinnung.

Adresse:
Museo de Antropología de Tenerife
Calle el Viso 44
38270 Valle de Guerra
Teneriffa

Tel.: 922546300
E-Mail: mat@museosdetenerife.org

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 9:00 bis 19:00 Uhr, Montags Ruhetag


Strände 

Der Ortsteil La Barranquera in Valle de Guerra grenzt direkt ans Meer. Aufgrund der dichten Bebauung sind hier jedoch kaum Zugänge zum Meer zu finden und das Wasser lädt aufgrund der hohen Wellen eher zum Surfen als zum Baden ein. Wer einen Urlaubstag am Strand verbringen möchte, sollte sich an die etwas weiter östlich beziehungsweise westlich gelegene Nordküste begeben.


Feste 

Auch wenn Valle de Guerra fernab der Hauptstraßen Teneriffas ein eher ruhiges Städtchen ist, erwacht es doch einige Male im Jahr und weiß dann Einwohner wie Besucher mit beeindruckenden Fiestas zu begeistern.

Fiesta de San Isidro Labrador y Santa Maria de la Cabeza

Am letzten Sonntag im Mai wird in der landwirtschaftlich geprägten Gegend von Valle de Guerra der Schutzpatron der Bauern gefeiert. Es heißt, er sorge für Regen und eine gute Ernte. Einst ein Knecht des spanischen Barons, zeichnete sich San Isidro durch seine tiefe Gläubigkeit und Nächstenliebe aus. Zu seinen Aufgaben gehörte es, die Felder seines Vorgesetzten zu bestellen – laut Legende halfen ihm dabei stets die Engel. Bei diesem Fest Ende Mai wird auch Santa Maria de la Cabeza, seine Ehefrau, geehrt. Nach Isidros Tod lebte sie als Einsiedlerin auf dem spanischen Festland und half den Menschen mit ihren Visionen und Wundern.Wann? Letzter MaisonntagWo? Valle de Guerra

Fiesta de Nuestra Señora del Rosario

Das Rosenkranzfest wird in Valle de Guerra jedes Jahr Anfang Oktober zu Ehren der Nuestra Señora del Rosario (Unsere Frau vom Rosenkranz) gefeiert. Dieses Fest wurde ursprünglich im 16. Jahrhundert von Papst Pius V. gestiftet, der damit seinen Dank für den Sieg der christlich spanischen Flotte über die Osmanen in der Seeschlacht von Lepanto 1571, ausdrücken wollte. Mittlerweile hat sich diese Feierlichkeit zum identitätsstiftenden Symbol für die Kultur des Dorfes entwickelt. Dementsprechend ausgiebig wird gefeiert: Zunächst wird über die Geschehnisse berichtet, die sich im 16. Jahrhundert zwischen Spaniern und Türken zu See abspielten. Im Anschluss werden nachgebaute Schiffe durch die Straßen von Valle de Guerra getragen, auf einem von ihnen befindet sich die Virgen del Rosario. Danach wird die eindrucksvolle Seeschlacht nachgestellt – mit speziell für jeden Akt ausgewählte Musik und Feuerwerkseffekten. Dieses historische Spektakel sollte sich kein Teneriffa-Urlauber entgehen lassen.

Wann? Anfang OktoberWo? Valle de Guerra


Restaurants 

Wer in Valle de Guerra eine Kleinigkeit zu sich nehmen möchte, ist am zentralen Platz der Stadt, dem Plaza Ramon J. Figueroa, gut aufgehoben. Auch an der Calle el Moral befinden sich einige Bars und Imbissbuden.

Bar Central

In der typisch kanarischen Bar Central findet man vor allem Einheimische, die sich zum Fußballgucken treffen. Neben alkoholischen Getränken und Kaffee werden hier auch Tapas serviert. Die Bar ist klimatisiert.Adresse:
Bar Central
TF 16/Plaza Ramon J. Figueroa
38270 Valle de Guerra
TeneriffaÖffnungszeiten: täglich 9:00 bis 24:00 Uhr – je nach Besucherzahl schließt sie früher oder später

El Fagón

In dem Schnellrestaurant El Fagón finden Urlauber vor allem etwas für den kleinen Hunger. Neben belegten Brötchen und Sandwiches bietet die Karte auch andere Snacks, sowie Milchshakes.

Adresse:
Café/Restaurant El Fagón
TF 16/Plaza Ramon J. Figueroa.
38270 Valle de Guerra
TeneriffaÖffnungszeiten: täglich 8:00 bis 19:00 Uhr


Einkaufen 

Kleine Shoppingwünsche können in Valle de Guerra auf der Calle el Moral erfüllt werden. Hier befinden sich neben einigen Schuhläden, Friseuren und Bekleidungsläden auch eine Autowerkstatt und eine Werbeagentur mit Druckerei. Imbissbuden und Bars sind ebenfalls vorhanden.

Für ausgedehnte Shoppingtouren sollte allerdings ein Ausflug in Teneriffas zweitgrößte Stadt, das circa 25 Minuten entfernte La Laguna geplant werden.