Moya

Übersicht 

Moya ist eine Gemeinde auf der Kanarischen Insel Gran Canaria mit einer Fläche von 31,87 Quadratkilometern. Sie liegt 490 Meter über dem Meeresspiegel. „Villa verde“, grüne Stadt, nennen die Einheimischen den Ort. Das Städtchen, mit sehr ländlichem Charakter, liegt auf einem Felsen. Von hieraus hat man einen wunderschönen Ausblick. Es ist eine reizvolle Gegend, die durch ihre Idylle und Ursprünglichkeit besticht.

Zwischen verschiedenen Schluchten und Bergen, die zur Küste führen, bietet es ein einzigartigers kulturelles Erbe. Der Naturpark, mit wundervoller Flora und Fauna, ist wegen seiner Vielseitigkeit von großem wissenschaftlichen Interesse.

Einige Kapellen, Kirchen und zwei der bedeutendsten Ausgrabungsstätten von Gran Canaria befinden sich in Moya: die „Cueva de Doramas“ und „La Montañeta". Ein wunderschöner Lorbeerwald, von dem leider große Teile bereits abgeholzt wurden, ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Hier dient ein neu angelegter, spezieller Waldpfad als Wegweiser. Moya bietet also von allem etwas: Kultur, Geschichte und Natur.

Wirtschaft

Eigens angebaut wird in Moya der Mais für Gofio – ein typisch kanarisches Getreidegericht. Er wird direkt in der Maismühle von Moya verarbeitet, um den hochgelobten „Gofio de Millo Tostado” ganz frisch herzustellen.

Geschichte und Gründung

Wann genau die Gemeinde Moya gegründet wurde, ist schwer zu sagen. Aus den verschiedenen Quellen geht es nicht mehr hervor. Allerdings haben die Bewohner durch die Bewahrung ihres traditionellen Kunsthandwerkes und der historischen Ausgrabungsstätten, sowie des weiträumigen Naturschutzgebietes, eine Menge Kultur und Geschichte vorzuweisen.

Kultur und Einwohner

Die 8054 Einwohner Moyas sind bekannt für ihre Back- und Konditorei-Tradition und die Herstellung von qualitativ hochwertigem Gofio. Auch ihr Kunsthandwerk mit Leder und Eisen, sowie ihre Stickereikunst sind sehr geschätzt auf Gran Canaria.

Wie alle Gemeinden auf der Insel praktizieren sie feierliche Prozessionen in Form von großartig geschmückten Festen und Straßenumzügen.

Lage und Vegetation

Westlich von Moya befindet sich Las Palmas de Gran Canaria und nördlich Puerto Rico. Die Nachbargemeinden sind Arucas im Nordosten, Firgas im Osten und Valleseco im Südosten. Südlich davon befinden sich Artenara und Tejeda. Südwestlich ist Galdar und im Westen Santa Maria de Guia de Gran Canaria.

Buslinien von Las Palmas aus sind zum Beispiel die 116 und 117, zwischen Moya und Fontanales die 127 und zwischen Moya und Arucas die 123.

Interessant ist, dass fast 70 Prozent der Fläche von Moya Naturschutzgebiet ist. Leider ereignen sich immer wieder Waldbrände auf Gran Canaria, oftmals durch Brandstiftung oder Unvorsichtigkeit der Menschen. Eine große Hitzewelle im Juli 2007 hat in Verbindung mit Fahrlässigkeit den bisher größten Waldbrand auf Gran Canaria ausgelöst. Er vernichtete 2500 Hektar Wald. So wurde auch in Moya viel von der kostbaren Natur zerstört.

Die Schlucht Barranco Moya endet in der Nähe eines Fischerdorfes namens San Felipe. Sie ist voll von heute noch funktionierenden Wasserspeichern und Aquädukten. In der Winterzeit kann man hier sogar Wasserfälle bestaunen. Eine bemerkenswerte Natur stellt sich dem Wanderfreund dar. Seltene Pflanzen wachsen und gedeihen hier unter hervorragenden Bedingungen, so zum Beispiel Drachen- und Eukalyptusbäume. Wer eine solche Wanderung plant, sollte bedenken, dass diese nicht ungefährlich ist. Stück für Stück wird die Vegetation immer dichter und die Schlucht immer enger. Der Weg führt dann unwillkürlich über die plätschernden Aquädukte. Die Talsohle ist teilweise nur fünf Meter breit, da kann man schon einmal ein beklemmendes Gefühl bekommen. Alles ist noch völlig naturbelassen. Schilf, Farn und andere schöne Gewächse sind zahlreich vertreten. Um ein Vorwärtskommen zu ermöglichen, muss man sich hier schon mal den Weg freimachen.

Man benötigt nur etwa eine halbe Stunde, um zu schönen, kleinen Wasserfällen und natürlichen Tümpeln vorzudringen und kann dort den Einheimischen beim Hochklettern an den steilen Wänden zuschauen.


Sehenswürdigkeiten 

Fontanales Kapelle

Die Kapelle ist ein äußerst interessantes Gebäude der volkstümlichen und religiösen Architektur. Errichtet wurde sie im Jahre 1872, gewidmet wurde sie dem Heiligen Bartholomäus. Der Bildhauer José Luján Pérez (1753 – 1815) fertigte ein Bildnis des Schutzheiligen an, welches heute in der Kirche aufbewahrt wird.

Nuestra Señora de la Candelaria

Der Name dieser Kirche bedeutet „Unsere Heilige Candelaria“.  Die Kapelle wurde im Jahre 1957 erbaut und ist in drei Schiffe geteilt. Ein großes Rosenfenster fällt dem Besucher ins Auge. Die Kirche liegt am Abgrund auf den Klippen über dem Barranco de Moya (die Schlucht von Moya). Wer sich für traditionelle kanarische Architektur interessiert, sollte sich diesen Tempel anschauen. Wer Höhenangst hat, eher nicht. Es wirkt, als hinge diese Kirche regelrecht auf einem Felsen. Alle Unerschrockenen können von hier aus einen Panoramablick auf die Landschaft im Norden Gran Canarias genießen.

Adresse:
Plaza de la Candelaria
35420 Moya

Igelsia de Pilar Moya

Die  neoromanische Kirche „Iglesia del Pilar", mit ihren zwei Türmen und den wertvollen Schnitzereien im Inneren, ist ebenfalls einen Besuch wert.

Heredad de Aguas de Moya

Das Haus „Heredad de Aguas de Moya“ ist auch ein wichtiges Bauwerk von besonderer Schönheit. Es wurde aus Basaltstein errichtet. Heute noch ist dort die Wasserbehörde untergebracht. Das zweistöckige Gebäude ist mit einem Glockenturm und mehreren neoklassizistischen Säulen ausgestattet.

Das Haus stammt aus einer Epoche, als es auf Gran Canaria noch die so genannten Wasserbarone gab. Die vielen Quellen dort liefern ausgezeichnete Trink- und Mineralwasserqualität. Bis vor einiger Zeit war der kostbare Rohstoff noch nicht in öffentlicher Hand, da verschiedene Privatleute der Oberschicht noch ihre jahrhundertealten Wasserrechte nutzten und ihr Wasser direkt an die Verbraucher verkauften.

Adresse:
Calle de la Heredad, 1
35400 Arucas

La Cueva de Montañeta (die Höhle von Montañeta)

La Cueva de Montañeta ist eine der beiden Höhlen, die zu den archäologischen Ausgrabungstädten zählen. Sie befindet sich im Gebiet Montañeta.

La Cueva de Doramas (die Höhle von Doromas)

La Cueva de Doramas zählt ebenso zu einer der archäologischen Ausgrabungen. Sie liegt im oberen Teil der heutigen Stadt und soll einst der Wohnsitz eines Guanchenkriegers gewesen sein.

Parque natural de Doramas

Im „Parque natural de Doramas“ (Naturpark von Doramas), sieht man die berühmten „Los Tilos de Moya“. Zu den letzten Schutzgebieten für Lorbeerwälder der Insel gehörend, sind sie ein Pflichtprogramm für alle, die sich gerne in der Natur aufhalten und auch mal etwas außergewöhnlichere Gewächse bestaunen möchten.


Museen 

La Casa Museo Tomás Morales

Direkt gegenüber der Kirche Nuestra Señora de la Candelaria steht das Haus, in dem der Schriftsteller Tomás Morales 1884 geboren wurde. Sein Geburtshaus ist mittlerweile ein Museum, indem viele historische Bücher und Dokumente des Schriftstellers aufbewahrt werden. Die Exponate des Poeten und die Bibliothek sind für Literaturbegeisterte sehr interessant, da sie vieles über den namenhaften Sohn der Stadt erzählen. Eine große Reihe seiner Stücke ist eng mit dem spanischen Modernismus verbunden. Die Besichtigung des Hauses ist kostenlos.

Adresse:
Plaza Tomás Morales
35420 Moya


Strände


Feste Auch die Gemeinde Moya feiert, wie ganz Gran Canaria, die kanarische Romeria. Romerias sind große Volksfeste, die im Juni und Juli die Schutzheiligen der Kanaren ehren. In Moya wird zum Beispiel die Romeria „San Antonia de Padua“ gefeiert. Viele Einwohner und Besucher des schönen Dorfes kommen zusammen, um an einer der meist besuchten Prozessionen der Kanarischen Inseln teilhaben zu können. Mit Blumen geschmückte Festwagen, die von Ochsen oder Pferden gezogen werden, und in traditionelle Trachten gehüllte Canarios bilden den Umzug, der von einheimischen Musikgruppen begleitet wird. Moya hat einen großen Feiertagskalender, der unter anderem die eben erwähnten zwei Höhepunkte zu Ehren des San Antonio beinhaltet, sowie die Feiern für die „Virgen de la Candelaria“ im Februar. Weitere wichtige Feste finden in Fontanales am 24. August statt. Hier wird der heilige Bartholomäus verehrt.


Einkaufen

In Moya werden einige der berühmtesten Backspezialitäten hergestellt. Für alle Naschkatzen ist der Ort mit den besten Bäckern und Konditoren Gran Canarias das reinste Zuckerschlecken.

Spezialitäten wie die „Bizcocho lustrados“ (leckere Biskuitkuchen mit Zuckerglasur), „Suspiros“ (so genannte Seufzer, was vermutlich den Geschmack verdeutlichen soll), tolle Zitronenschnecken und Anisgebäck, welches als Truchas (dt. Forelle, angelehnt an die Form) bezeichnet wird, werden hier angeboten. Am besten besucht man an einem frühen Sonntag den Markt, denn dann bekommt man diese ganzen Köstlichkeiten frisch gebacken.

Wie allgemein auf den Kanaren verbreitet, gibt es auch hier einheimisches Kunsthandwerk. Der Besucher kann typische Trachten und Stickereien sowie Instrumente, Körbe und Kunsthandwerk aus Holz, Eisen oder Leder erstehen.

Bekannt sind mittlerweile auch die Seifen und Parfüms, die in Moya ökologisch hergestellt werden. Deshalb wird ein Einkaufstrip in Moya zu einem ganz besonderen Erlebnis.