Gáldar

Übersicht 

Wie auf Teneriffa zeigt sich auch auf Gran Canaria, dass der Norden der Insel im Vergleich zum Süden touristisch nicht so erschlossen ist – was jedoch nicht bedeutet, dass es hier weniger zu entdecken gibt. Im Gegenteil! Das historische Gáldar – ehemalige Hauptstadt der Insel – ist mit etwa 24.500 Einwohnern auf 65 Quadratkilometern die größte Stadt im Norden von Gran Canaria. Trotz allem ist hier von den Touristenzentren im Süden nichts zu spüren. Das Leben ist kanarisch. Die Stadt blickt auf eine lange Geschichte zurück, die an jeder Ecke spürbar ist. Begeben Sie sich auf eine Reise in die Vergangenheit!

Geschichte und Gründung

Bereits vor der spanischen Eroberung war die Region um Gáldar – damals einer von zwei Königssitzen Gran Canarias – besiedelt. So existierte um die Cueva Pintada vom 6. bis zum 16. Jahrhundert die altkanarische Siedlung Agaldar („Königliche Stadt“) mit Häusern und künstlich geschaffenen Höhlen, von welcher der spätere Name Gáldar abgeleitet wurde. Agaldar stellte damals das Zentrum der Ureinwohner dar, wovon das archäologische Erbe noch heute zeugt. Als die Spanier die Insel Ende des 15. Jahrhunderts erreichten und einnehmen wollten, herrschte Tenesor Semidan auf der nordwestlichen Hälfte. Semidan floh mit seinem Gefolge, wurde jedoch von den Eroberern in einer Höhle aufgespürt und zur Kapitulation gezwungen. Nach einer Zwangstaufe schien er wie gewandelt: Semidan versuchte, die Einwohner Gran Canarias immer wieder davon zu überzeugen, aufzugeben und dem Christentum beizutreten. Nach der Eroberung wurde 1484 offiziell Gáldar gegründet.

Kultur und Einwohner

Die Stadt mit 24.500 Einwohnern wird in der Regel nur von Touristen besucht, die einen kurzen Zwischenstopp machen. So konnte sich Gáldar seinen ursprünglichen Charme bewahren. Die Einwohner sind stolz auf die Geschichte ihrer Stadt. Dies zeigt sich sehr deutlich daran, dass viele Straßen nach wie vor Namen der Ureinwohner tragen.

Wirtschaft

In Gáldar gibt es wenige Unterkünfte. Der kleine Ort profitiert trotz allem vom Tourismus, vor allem von Urlaubern, die ihre Tagesausflüge hierher machen. In Gáldar wird jedoch schnell deutlich, was der Hauptwirtschaftszweig ist: Bananen. Es ist egal, aus welcher Richtung Sie kommen: Sie werden überall Bananenplantagen sehen. Die Absatzkrise macht sich jedoch auch hier bemerkbar. Viele waren gezwungen, ihre Plantagen aufzugeben, die Arbeitslosigkeit in der Stadt ist hoch. Auf einigen der ehemaligen Bananenplantagen werden nun exotische Früchte angebaut, andere liegen brach.

Lage und Vegetation

Gáldar, welches mehr und mehr mit Santa María de Guía zusammenwächst, liegt westlich von der Hauptstadt der Insel – Las Palmas de Gran Canaria – und nördlich von Puerto Rico auf 123 Metern Höhe. Seine Nachbargemeinden sind Artenara, Agaete und Santa María de Guía de Gran Canaria. Von Las Palmas führt eine gut ausgebaute Küstenstraße in den kleinen Ort am Fuß des vulkanartigen Pico de Gálda (434 Meter). Die Fahrt hierher beträgt 28 Kilometer. Die Busse 103 und 105 fahren alle 30 Minuten von Gáldar in die Inselhauptstadt, während die Linien 101, 102 und 103 die Kleinstadt stündlich mit Puerto de las Nieves und Agaete verbinden.


Sehenswürdigkeiten 

Stadtrundgang

Spazieren Sie durch die Stadt! Sie werden viel entdecken: Rechts und links neben der Hauptstraße sehen Sie Überreste altkanarischer Wohnhäuser, die in den 1930er Jahren freigelegt wurden und Ihnen zeigen, wie die Menschen damals gelebt haben – auf durchschnittlich 40 Quadratmetern in runden beziehungsweise ovalen Gebäuden. Wenn Sie der Straße weiter folgen, erreichen Sie „La Guancha“. Das Gräberfeld ist umzäunt. Derzeit können Sie daher nicht in die Nekropole eintreten. Es heißt, dass am größten und höchsten Punkt des Hügelgrabes – welcher aus zwei großen, mittig angeordneten, und mehreren kleinen Steinkammern besteht – die adlige Herrscherschicht begraben wurde. 1935 wurde das Gräberfeld freigelegt. Dabei entdeckten die Arbeiter 30 Mumien aus dem 11. Jahrhundert, die von Begräbnisritualen der Ureinwohner stammen. Auch die Nekropole El Agujero empfiehlt sich zur Besichtigung.

Plaza de Santiago und Denkmal des Tenesor Semidan

Der Plaza de Santiago ist der Mittelpunkt von Gáldar. Hier können Sie sich von Ihrem Rundgang durch die Kleinstadt mit ihren zahlreichen Hinterlassenschaften aus der vorspanischen Zeit ausruhen. Die Parkbänke laden zum Verweilen ein. Zur Stärkung finden Sie hier auch einen Kiosk und umliegende Geschäfte in den Nebenstraßen. Nur wenige hundert Meter östlich der Plaza können Sie ein Denkmal bestaunen. Das Monument ist dem letzten Guanarteme (Häuptling der Ureinwohner) von Gáldar gewidmet. Es wurde 1986 vom spanischen König Juan Carlos I. gestiftet.

Iglesia de Santiago de los Caballeros

Die Iglesia de Santiago de los Caballeros, die sich mit ihren zwei Türmen imposant am Plaza de Santiago erhebt, wurde im 18. Jahrhundert errichtet. Trotz ihres Baubeginns 1778 wurde sie jedoch erst 1872, nach fast hundert Jahren, fertiggestellt. Der Stil der Kirche ist Barock, berühmt ist sie für ein Standbild der Heiligen „Nuestra Senora de la Candelaria“. In der Kirche befindet sich weiterhin ein Taufbecken, in dem die ersten Kanarier getauft worden sein sollen. Sie wurde an jener Stelle errichtet, an der in der Vergangenheit ein palastähnlicher Bau der Ureinwohner gestanden hatte, der jedoch den spanischen Eroberern zum Opfer fiel.

Iglesia de Santiago de los Caballeros
Plaza de Santiago
Öffnungszeiten: nur sonntags

Drago Milenario

Eindrucksvoll und kanarisches Markenzeichnen: In Gáldar sollten Sie es nicht verpassen, den Drago Milenario zu besuchen. Manche sprechen davon, dass dieser Drachenbaum 1.000 Jahre alt sein soll.

Drago Milenario
Im Innenhof des Rathauses (Ayuntamiento)
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr

Cueva Pintada

Am südwestlichen Rand der Stadt befindet sich eine Höhle mit mehr als 2.000 Jahre alten Wandmalereien. Die Cueva Pintada (Bemalte Höhle) gehört zu den wichtigsten archäologischen Funden der Kanarischen Inseln und ist die größte Attraktion der Stadt. Die Wände zeigen rote, weiße und schwarze Muster, die noch von den Ureinwohnern Gran Canarias stammen. Die Cueva Pintada wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt und ist nach wie vor einzigartig auf den Kanaren. In den 1970ern wurde daran gearbeitet, die Malereien zu erhalten. Mittlerweile ist die Höhle geschlossen. Heute können die geometrischen Muster nur noch im Museo Canario bewundert werden.

El Museo Canario
Doctor Verneau, 2, Vegueta
35001 Las Palmas de Gran Canaria
Tel.: 928-336-800
Fax: 928-336-801

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10.00 Uhr bis 20.00 Uhr (Dokumentationszentrum); Montag bis Freitag von 10.00 Uhr bis 20.00 Uhr sowie Samstag, Sonntag und Feiertage von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr (Museumsshop-Buchladen), geschlossen am 01. Januar und 25. Dezember Eintritt: 3,00 Euro normal, 1,50 Euro Gruppenpreis (ab 15 Personen), 1,20 Euro Schüler, Studenten, Arbeitslose und Rentner, kostenlos für Kinder unter 12 Jahren

Reptilia

„Reptilia“ am Hang des Amagro-Berges ist ein Reptilienzoo, in dem Abenteuerlustige unter anderem Wasserschildkröten, Riesenschlangen und -spinnen gegenübertreten können. Der Weg hierher ist leicht zu finden: Reklame-Schilder an der Straße zwischen Gáldar und Agaete werden Sie lotsen. Obwohl die Anlage selbst eher unspektakulär ist, lohnt sich ein Besuch. Mehr als hundert Tiere können hier besichtigt werden – unter anderem ein Komodo-Drache und eine sieben Meter lange Python. Unser Tipp: Kommen Sie in den Mittagsstunden! Die Sonnenstrahlen locken die Tiere aus ihrem Versteck.

Reptilandia
Außerhalb von Gáldar - Richtung Agaete
Hoya Pineda, s/n
35460 Galdar
Tel. 928-551-269
Geöffnet täglich 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Caldera de Los Pinos de Gáldar

Der riesige Vulkankrater ist zusammen mit dem Montañón Negro aus den letzten Eruptionen hervorgegangen. Er befindet sich an der Straße nach Artenara und bietet eine spektakuläre Aussicht über die Nordküste.

Plaza Heredamientos und die Información Tusística

Sie wollen noch mehr über Gáldar wissen? An der Plaza Heredamientos befindet sich die Touristeninformation, in der Sie kostenlose Stadtpläne und Broschüren erhalten.

Edificio Heredad de Agua
Plaza Heredamientos s/n
Tel.: 928-895-855
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8.00 Uhr bis 14.30 Uhr


Museen 

Cueva Pintada Museum und Archäologischer Park

Die Umgebung der Cueva Pintada, welche Überbleibsel einer Guanchen-Siedlung beinhaltet, umfasst einen archäologischen Park und ein Museum. Ein Besuch ist nur mit vorheriger Buchung möglich.

Cueva Pintada Museum und Archäologischer Park
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag von 09.30 Uhr bis 20.00 Uhr, sonntags von 11.00 Uhr bis 20.00 Uhr
Eintritt: 6 Euro, erm. 3,50 Euro


Strände

Der Stein- und Sandstrand „Playa del Agujero“ (Das Loch) liegt unterhalb von Gáldar und erstreckt sich über 650 Meter. Nicht nur die Strandpromenade und das natürliche Schwimmbecken, sondern vor allem auch die idealen Bedingungen zum Surfen und die Möglichkeit, eine Vielfalt an verschiedenen Fischen beim Tauchen zu sehen sind reizvoll. Zu Fuß brauchen Sie lediglich der Beschilderung vom Stadtzentrum aus folgen.

Playa del Agujero
GC-202 (Galdar-Sardina)
Abzweig: Rechts bei der Hinweistafel „Playa de Bocabarranco“


Restaurants 

Gáldar bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Restaurants und Kneipen.

La Europa
Paseo de los Guanartemes, 18
35460 Galdar
Tel.:
928-888-036

Guanche Amagro
Carretera General Norte, KM 31.7
35488 Galdar
Tel.:
928-553-440

Restaurante La Fortuna
Calle Bentago Semidan, 1
35460 Galdar
Tel.:
928-550-716


Nachtleben

In Gáldar werden keine Megapartys gefeiert, aber trotz allem kann jeder am Abend auf seine Kosten kommen.

Surferbar Tu Mismo
Playa del Agujero (Surfspot)

Cirius
Carretera Bajada De Las Guayarminas, S/N
35460 Galdar
Tel.:
928-551-165