San Sperate - Sardinien

Vorbei an üppigen Obstgärten und grünen Gemüsefeldern führt der Weg nach San Sperate. Dort angekommen, öffnen sich die Türen des Museumsdorfes. Strassenkunst wohin das Auge reicht. Die Mauern sind geschmückt mit den sogenannten „Murales“, den Wandmalereien. Sie gehören zum Ort, wie die Pfirsiche in den Obstgarten. Und die hier wachsenden saftigen, sonnenverwöhnten Pfirsiche sind so beliebt, dass ab Mitte July   alljährlich, das Insel bekannte Pfirsich-Fest “Sagra delle Pesche” stattfindet mit allerlei Leckereien aus der süssen, gelb-roten Frucht. Und ebenfalls im July findet das sehr beliebte Literatur Festival “Cuncambia” statt. Ob man zur Musik tanzt, der Literatur Gehör schenkt oder dem Theaterschauspiel zuschaut, es wird auf jeden Fall allerlei Kultur angeboten.

Häuser, Gassen und Plätze in San Sperate sehen aus wie eine farbenfrohe Galerie unter freiem Himmel und ist heute das grösste Freilichtmuseum der Insel . Wenn man den Malereien Betrachtung schenkt, sieht man, dass sie wichtige Bedeutungen haben und das Landleben sowie soziale, satirische und politische Themen, das Einsetzen für die Gerechtigkeit, Krieg, Armut und Gedichte zum Ausdruck bringen.

Die „Murales“ fanden ihren Anfang im Bergdorf Orgosolo. Dass nun San Sperate zu einem Freiraum für Kultur wurde, hat man dem berühmten und weltbekannten Bildhauers und Malers  Pinuccio Sciola zu verdanken. 1968 hatte er die glorreiche Idee, die Lehmhäuser weiss anzustreichen und in Regenbogenfarben leuchten zu lassen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Die Entstehung der Museumsstadt

Alles begann am Tag des Corpus Domini im Jahre 1966, als eine Gruppe von Freunden unter der Führung von Pinuccio Sciola begann, die weißen Wände der Häuser in der Stadt bunt zu bemalen. Auf Einladung von Sciola selbst, der den Anfang gemacht hatte, verzierten schließlich alle Bürger von San Sperateihre weißen Hauswände mit Malereien. Dies läutete 1967 die Entstehung einer neuen Stadt namens “Paese Museo” (Museumsstadt) ein. Heutzutage findet man in San Sperate mehr als 320 Wandgemälde sowohl auf Privathäusern als auch auf öffentlichen Gebäuden. Diese Malereien stammen von Künstlern aus der ganzen Welt, die jedes Jahr nach San Sperate kommen, sei es auf Einladung lokaler Künstler oder mithilfe von Stipendien, die von der Gemeinde ausgeschrieben werden. Neben Wandmalereien finden sich auch diverse permanente Kunstinstallationen, welche die Stadt in ein Freilichtmuseum verwandeln.

Klangsteine

Es gibt aber nicht nur Formen zu bewundern, sondern auch Klänge: Die Steine haben eine Stimme, und Pinuccio Sciola ist es gelungen, diese zum Klingen zu bringen. Die mit Hammer und Meißel bearbeiteten Steine bringen tatsächlich Klänge hervor. Richtig berührt, erklingt sogar eine Melodie. Sciola entdeckte diesen Umstand insbesondere bei der Arbeit mit Basalt, einem sehr harten Stein, sowie bei Experimenten mit anderen Steinen wie etwa Kalkstein.

In den Stein werden parallele Linien verschiedener Längen gehauen, so dass beim Darüberstreichen Klänge unterschiedlicher Intensität entstehen, die beim Hörer tiefe Emotionen hervorrufen. Jeder Stein hat seinen eigenen Klang, der uns von den Ursprüngen seiner Materie zu erzählen scheint. So hat jeder Stein eine andere Stimme.

Die Klangsteine sind in den offenen Werkstätten von Pinuccio Sciola in San Sperate und Borore ausgestellt. Einige von ihnen sind in Venedig, Assisi, Rom sowie regelmäßig im Zuge von Wanderausstellungen weltweit zu sehen.

Wandmalereien in San Sperate

Haben Sie schon mal ein Dorf gesehen, dass einem Museum gleicht? Seit 1968 werden in  San Sperate Wandmalereien an Häuserwänden angefertigt. 320 sind es bereits und mehr werden es werden und die vielen Kunstinstallationen und Klangsteine  verwandeln diese Stadt in ein Freilichtmuseum der besonderen Art. Ein kulrureller Genuss ohne Gleichen.