Gleitschirmfliegen auf Lanzarote

Lanzarote ist die für Paraglider wohl am besten geeignete kanarische Insel. Mit über 100 Absprungplätzen und Fluggebieten in alle Windrichtungen kann man im Normalfall zwischen 50 und 1500 Metern Höhe erreichen und die atemberaubende Aussicht über die Vulkanlandschaft bis hin zur Nachbarinsel La Graciosa genießen. Knapp 330 Flugtage im Jahr werden auf Lanzarote gezählt. Die Hauptsaison ist zwischen Oktober und März. Für Anfänger eignen sich am besten die frühen Morgen- und Abendstunden, da der Wind dann nicht mehr so stark und die Thermik stabiler ist. Individuelle Flüge sind hier auch möglich, sollten am Anfang aber von einem erfahrenen Guide begleitet werden, der einen in die Fluggegebenheiten der Insel einführt und Tipps gibt. Mit den richtigen Kenntnissen ist es möglich, an jedem Tag und unter fast jeder Wetterbedingung zu fliegen. Vor allem perfektes Groundhandling und die exakte Beherrschung der verschiedenen Rückwärtsstart-Techniken sind Voraussetzung für sicheres Fliegen auf Lanzarote.
An Touristeninformationen und in einigen Hotels bekommt man die Kontaktadressen von Flugschulen und Gleitschirmlehrern.

Famara
Famara ist eines der beliebtesten Fluggebiete auf Lanzarote mit west- nordwestlicher Ausrichtung. Es liegt knapp 13 km nördlich von Teguise. Hier gibt es gleich drei Startplätze in verschiedenen Höhen. Sie sind alle sehr gut mit dem Auto zu erreichen.
Teguise ist der niedrigste Startplatz. Auf einem rundem Hügel gelegen, sind hier wenige Turbulenzen, sodass man hier gut starten und auch wieder gut landen kann. Nichtsdestotrotz ist Teguise anspruchsvoll und nicht zu unterschätzen.
Der höchste Startplatz heißt Chimidas und ist ein guter Punkt für Aufstiege. Einziger Nachteil, man kann hier nicht wieder landen, sondern muss auf einen der niedrigeren Plätze ausweichen.

Mala
Mala liegt an der Ostküste Lanzarotes in der Nähe von Arrieta. Dieser Startplatz ist nach Nordosten orientiert und bietet gute Möglichkeiten zum Fliegen von Streckenflügen in Richtung Süden bis nach Playa Blanca. Allerdings können hier die ersten 100 Höhenmeter über den weiteren Flug entscheiden. Einer der weltbesten Piloten hat es zum 8 km entfernten Vulkan und wieder zurück geschafft.
Wenn man in Mala wieder landen möchte, dann sollte man sich etwas in Acht nehmen, denn der Wind ist hier etwas tückisch und kann plötzlich stärker werden. Wenn man das berücksichtigt, ist selbst Toplanding kein Problem. Ansonsten kann man aber auch auf einer nahegelegenen Wiese landen.

El Cuchillo
El Cuchillo liegt an der Westküste Lanzarotes in der Nähe von Tinajo. Dieser Startplatz ist etwas rauer. Die thermischen Verhältnisse sind stellenweise etwas problematisch. Nichtsdestotrotz kann man von hier aus zu diversen Langstreckenflügen aufbrechen. Einem Piloten ist es sogar gelungen von hier aus bis nachFuerteventura zu fliegen. Der Startplatz ist nach Nordosten ausgerichtet und landen kann man direkt in El Cuchillo. Allerdings sollte man aufpassen, dass man nicht in einem bestellten Feld der Bauern landet. Diese sind über diese Form der Landwirtschaft nämlich nur selten erfreut.

La Asomada
La Asomada ist an der Ostküste von Lanzarote gelegen. Dieser Startplatz wird genutzt, wenn der Wind aus südöstlicher Richtung kommt. Er liegt in der Nähe von Puerto Caleto. An schönen Tagen kann man hier schnell an Höhe gewinnen und von Berg zu Berg fliegen bis hin nach Tias in nördlicher Richtung. Wenn die Flugbedingungen nicht so gut sind, kann man leicht in La Asomada landen, sollte aber nicht zu niedrig einlanden, da es hier Hochspannungsleitungen gibt.

Mirador del Rio
Mirador del Rio dient als Startplatz bei Nordwind. Von dort aus kann man auch auf die Nachbarinsel La Graciosa blicken. Toplandungen sind hier möglich.

Macher
Macher ist ein Wiesenstartplatz bei Süd- bis Südostwind. Das Gebiet ist für Anfänger sehr gut geeignet, da eine stetig gute Thermik herrscht und sich diese gut zum Aufsteigen eignet. Genug Platz zum Landen ist auch vorhanden.

Weitere Fluggebiete sind Orzola, Playa Quemada, Femes und Soo.