Nature in Fuerteventura

Steintäler, kahle Berghänge, Hügelketten und unendlich weite Dünenketten - als Wüste von Schutt wird die Vulkansteininsel Fuerteventura oft bezeichnet. Doch wer schon mal dort war wird zustimmen, dass die Insel gar nicht so trostlos ist wie oft behauptet wird. Schließlich beherbergt die Kanaren-Insel 13 Naturschutzgebiete mit insgesamt 48.000 Hektar Fläche. Noch vor 10.000 Jahren floss Lava über die Insel. Die unfruchtbaren Lavagesteinsfelder nennt man heute Malpaises. Ältere Lavagebiete wie etwa bei La Oliva im Norden der Insel bilden hingegen heute besonders fruchtbaren Boden. Die trockene, heiße Luft stellt aber trotzdem ein Hindernis für üppig grüne Landschaften dar. Nur durch eine Meerenge ist Fuerteventura vom afrikanischen Festland getrennt. Das zeigt natürlich Auswirkungen. Die Flechte gilt hier als Pionierpflanze. Sie hat es geschafft auf dem schroffen Boden zu überleben. Ähnlich widerstandsfähig sind die Kanaren-Wolfsmilchgewächse und die Feigenkakteen, die ursprünglich von Südamerika stammen. Es kann aber auch blühen auf Fuerteventura. In den regenreicheren Wintermonaten findet man zum Beispiel Strandflieder, gelben Ginster, Gliedermelde oder die Gelbe Cistanche inJandias Sandlandschaften. Dort tummeln sich dann auch mal endemische Schmetterlinge, also Arten, die nur auf den Kanaren vorkommen. Besucher halten oft Ausschau nach dem blauleuchtenden Männchen der Kanaren-Bläulinge, nach dem Kanaren-Weißling mit seinem schwarzen Flügelpunkt oder dem feurig schwarz-roten Kanaren-Admiral.

Im Bergland von Bentancuria findet man auch noch ein paar wilde Ölbäume. Durch feuchtigkeitsspendende Wolken, die der Passatwind an Fuerteventuras Berge treibt konnten sich früher kleine Buschwälder etablieren. Die meisten wurden aber beim Errichten von Dörfern abgeholzt. Kommt man jedoch über 400 Meter Höhe, so nimmt die Vegetation auch heute noch zu. In Talsohlen wächst sogar die ein oder andere Dattelpalma, die es geschafft hat mit ihren Wurzeln das Grundwasser zu erreichen.

Auch die Tierwelt ist auf Fuerteventura nicht allzu artenreich. Am häufigsten werden Sie mit Sicherheit auf die Nordafrikanischen Erdhörnchen treffen. Die possierlichen Tierchen sind besonders beliebt bei Touristen. In den 1960ern wurden sie von Afrika eingeschleppt. Sie vermehren sich rasend und gelten auf Fuerteventura als Plage.

Es gibt aber auch einige Vogelarten, die nirgends als auf Fuerteventura anzutreffen sind. Sie gelten als stark geschützte Arten. Die Fuerteventura-Kragentrappe ist in den Sanddünen der Insel zu finden. Sie hat ihren Namen von dem Habitus die weißen Halsfedern aufstellen zu können. Mit den witzig aussehenden Federbüscheln wird sie zum beliebten Fotomodel von Touristen. In den Tälern der Insel findet man den Kanarenschmätzer. Das unscheinbare Vögelchen hat einen hellen Bauch, einen dunklen Kopf und weißen Ring um den Hals.

Richtig gefürchtet sind auf Fuerteventura die afrikanischen Wanderheuschrecken. Mit dem Südwind können sie bis auf die Insel gelangen und blitzschnell riesige Felder und so die komplette Ernte vernichten.

Während Sie auf dem Land die Artenvielfalt sehr beschränkt ist, ist die Tierwelt unter Wasser umso bunter. Schon kleine Krebse und Schnecken kündigen an der Küste ein vielfältiges Tummeln im Atlantik an. Bei Tauchen und Schnorcheln entfaltet sich dann eine völlig neue Welt mit Seesternen, Tintenfischen, Brassen, Thunfischen und weiteren schillernden Meeresbewohnern.