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Horta
Übersicht
Horta bedeutet auf Portugiesisch Garten und dieser Name kommt nicht von ungefähr. Im Südosten der immergrünen Insel Faial, geschmückt mit hübschen Parkanlagen, zwischen grünen Wiesen und Hortensienhecken liegt die gleichnamige 6.500-Einwohner-Stadt. Im 15. Jahrhundert von flämischen Siedlern gegründet, wurde die Stadt bis heute immer wieder schwer getroffen. Stadtbrände, Erdbeben und Vulkanausbrüche machten einen Neuaufbau immer wieder nötig. Doch ließen sich die Bewohner davon nie unterkriegen. Nachdem die Stadt einst in Schiff- und Luftfahrt, sowie in der Telekommunikation als Knotenpunkt zwischen den Vereinigten Staaten und Europa diente, stellt sie seit 1976 vorrangig den Sitz des Parlaments der Azoren dar und ist somit das politische Zentrum des Archipels. Doch auch die Bedeutung des Tourismus nimmt zu. War die Insel früher vor allem Ziel für Weltenbummler und Naturliebhaber, kommen nun zunehmend auch Erholungsurlauber, um sich vor der Kulisse der grünen Insel, die man getrost als eine Mischung aus Hawaii und Irland bezeichnen kann, zu entspannen. Horta bietet dabei eine idealen Anlaufpunkt, da sie historische Elemente mit Moderne zu verbinden weiß und so jeder auf seine Kosten kommt.
Geschichte und Gründung
Nachdem zu Beginn des 15. Jahrhundert die ersten Inseln des Azoren-Archipels entdeckt wurden, kamen zunächst portugiesische Siedler auf die Inseln. So auch nach Faial. Horta, die heutige Hauptstadt der Insel, jedoch wurde von dem flämischen Entdecker Van Huerter im Jahre 1468 gegründet. Er war auf die Insel gekommen, um nach Zinn, Silber und Kupfer zu suchen. Obwohl er dieses nicht fand, beschloss er zu bleiben. Der fruchtbare Boden der Insel sollte bald eine alternative Einnahmequelle darstellen. Durch den Export von landwirtschaftlichen Produkten lebte die Bevölkerung bald in Wohlstand. Jedoch wurde die Besiedlung immer wieder von Erdbeben und Vulkanausbrüchen behindert, sodass viele Einwohner nach Brasilien flohen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt Horta dann als Knotenpunkt der Schiff- und Luftfahrt, sowie der Telekommunikation zwischen Europa und den USA. Durch technische Neuerungen verlor Horta jedoch bald diesen Status. Doch nicht nur mit Verlusten dieser Art hatte die Bevölkerung zu Kämpfen. Immer wieder zerstörten Erdbeben und Vulkanausbrüche Häuser und Einnahmequellen. Das schwerste Erbeben ereignete sich 1957. Die Erde bebte und der Vulkan Capelinhos spuckte Asche und Lava – 13 Monate lang. Infolgedessen veränderte sich das Landschaftsbild der Insel stark, sie wuchs sogar um 2.5km² an. Seitdem konzentriert sich das Inselleben noch mehr auf die Stadt Horta, die 1976 zum Parlamentssitz des gesamten Azoren-Archipels ernannt wurde.
Wirtschaft
In den ersten Phasen der Besiedlung Faials verdiente die Bevölkerung ihr Geld durch den Export von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, wie Färbepflanzen, Wein, Weizen, Tabak und Orangen. Nachdem ein Pilz viele Plantagen zerstört hat, wurde der Hafen von Horta zum wichtigen Umschlagplatz ausgebaut. Schiffe, die von Europa nach Amerika unterwegs waren, legten hier an, erstanden Proviant und wurden gewartet. Diese zentrale Lage zwischen den Kontinenten wurde bald auch für die Luftfahrt interessant. Der Hafen von Horta galt alsbald auch als wichtiger Zwischenstopp für Transatlantikflüge. Mit dem Aufkommen der Telekommunikation wurde Faial auch als Telekommunikationszentrum wichtig. Unzählige Unterseekabel verbanden von Horta aus Amerika und Europa miteinander. Doch die technische Entwicklung machte Horta als Knotenpunkt bald überflüssig und so brauchte die Bevölkerung eine neue Einnahmequelle. Diese fand sie vorrangig im Tourismus. Die Insel wird nicht grundlos oft als eine Mischung aus Hawaii und Irland bezeichnet. Bizarre Felsformationen vulkanischen Ursprungs in Kombination mit dem üppigen Grün der Umgebung und dem blauen Meer lockt jedes Jahr immer mehr Touristen nach Faial.
Kultur und Einwohner
Faial war bis zur Besiedlung durch die Flamen und Portugiesen im 15. Jahrhunderts unbewohnt. Heutzutage trifft man neben Einwohnern dieses Ursprungs auch Zuwanderer aus Nordafrika, Amerika und England. Die Bevölkerung ist christlich geprägt, was sich auch im Stadtbild von Horta niederspiegelt. Zahlreiche kleine Kapellen, Kirchen und Heiligen-Bilder zieren die Straßen.
Lage und Vegetation
Horta befindet sich im Südosten der Insel Faial. Diese gehört zur Mittelgruppe der insgesamt neun Hauptinseln des Azoren-Archipels. Diese zentrale Lage sowohl zwischen den Kontinenten Europa und Amerika als auch innerhalb des Archipels machte Faial und damit auch die Hauptstadt Horta zu einem wichtigen Verbindungspunkt. Die Temperaturen liegen im Sommer bei 20°C bis 25°C, im Winter unterschreiten die Temperaturen nur selten die 10°C. Auch Frühling und Herbst sind mild und meist regnerisch, was eine üppige Vegetation begünstigt. Doch litt die Flora und somit auch die Fauna seit der Besiedlung stark. Die Gründe dafür sind vor allem in der Suche nach Rohstoffen und in der landwirtschaftlichen Ausbeutung des Bodens zu suchen. Weiterhin wurde das Landschaftsbild durch den Import von Pflanzen aus dem Ausland stark verändert. So wurde zum Beispiel die heute symbolisch für Faial stehende Hortensie aus China eingeführt. Aufgrund des feuchten Atlantikklimas findet man einige endemische Pflanzen, wie die sukkulente (wasserspeichernd) Azoren-Glockenblume, die in ihrer Blütezeit weiß erstrahlt. Viele endemische Pflanzen sind leider zunehmend von der Hortensie und anderen eingeführten invasiven Gewächsen, wie Pflanzen der Ingwer-Familie aus dem Himalaya bedroht. Durch die zahlreichen Vulkanausbrüche auf der Insel gibt es aber auch eine Vielzahl karger Landstriche. Besonders in der Region um den Leuchtturm von Capelinhos werden diese Ausmaße deutlich.
Sehenswürdigkeiten
Wenn man so will, ist die ganze Stadt Horta eine Sehenswürdigkeit für sich. Nahezu an jeder Ecke findet man ein Gebäude mit einer beeindruckenden Geschichte. Entweder sind sie noch aus der Zeit der ersten Besiedlung enthalten oder wurden mehrmals von Bränden, Erdbeben und Vulkanausbrüchen zerstört und wieder aufgebaut oder sie sind relativ neu aber im kunstvollen Art Déco-Stil erbaut. Dennoch gibt es Highlights, die man auf seinem Besuch in Horta nbedingt gesehen haben muss.
Hafen von Horta und Café Sport
Der Hafen von Horta spielte schon seit der Entdeckung der Insel Faial im 15. Jahrhundert eine entscheidende Rolle. Zunächst hieß er die Siedler aus Flandern und Portugal willkommen, dann wurde er zum wichtigen Exporthafen, Anleger für internationale Schiffe und sogar Flugzeuge und später auch Stützpunkt der Alliierten im Kampf gegen die Nationalsozialisten. Heutzutage spielt vor allem der Yachthafen eine wichtige Rolle für die Stadt. Unmengen von Segelbooten und Luxusyachten aus aller Welt liegen hier vor Anker. Nicht selten legt auch ein Kreuzfahrtschiff an. An den Hafenmauern hinterlassen Segelnde legal ein Zeichen ihres Aufenthalt und genau hier findet sich auch das Café Sport, die bekannteste Bar des Atlantiks. Sie ist ein Treff für Segler aus aller Welt. Hier wird sich getroffen, Erfahrungen werden ausgetauscht, Freundschaften geschlossen und gepflegt, Nachrichten hinterlassen und vor allem viel Gin getrunken. Weiterhin finden Segler hier alles, was sie für ihre Weiterreise benötigen. 1998 wurde es sogar eigens für die EXPO in Lissabon nachgebaut. Auch wurde das Café Sport offiziell zu einer der besten Bars weltweit erklärt. Urig ist es hier, man sitzt zwischen vergilbten Fotos aus längst vergangenen Jahrzehnten, zwischen Wimpeln und Mitbringseln aus allen Ländern der Welt.
Jardim de Florêncio Terra
Der romantische Garten wurde bereits im 19. Jahrhundert angelegt. Er befindet sich am oberen Ender der in einen Hang gebauten Stadt Horta, weshalb man von hier aus einen wunderbaren Blick über die Stadt hat. Auch den Hafen kann man von hier bewundern und sieht sogar den Pico im Hitergrund. Einheimische und Touristen suchen hier Schatten unter einem der imposanten Drachenbäume oder schländern um den sich in der Mitte des Gartens befindlichen See. Das romantische Bild wird von einem kunstvoll gestalteten Pavillion abgerundet. Dieser Platz ist eine Oase der Ruhe in der quirligen Hafenstadt und lockt so neben Touristen, die die unverwechselbare Aussicht genießen wollen, auch immer wieder Einheimische an.
Ermida de Santo Amaro
Die Ermida de Santo Amaro ist eine kleine, sehr schöne Kapelle mit zwei auffälligen Spitztürmen, die vor allem einen Besuch wert ist, weil sie eines der wenigen Bauwerke ist, die trotz der vielen Erdbeben und Vulkanausbrüche noch seit dem 16. Jahrhundert erhalten sind und somit ein Bild der damaligen Architektur vermitteln.
Praça Republica
Horta ist eine Stadt, in der es vorrangig Einbahnstraßen gibt. Diese treffen sich an zahlreichen kleinen Plätzen. Der wichtigste und schönste Platz ist der Praça Republica, der einen wunderhübch verspielt angelegten Garten mit kleinen Wasserläufen und wunderschönen Pflanzen beherbergt. Umrahmt wird dieser Platz zum einen von einem wunderschön verzierten Gebäude im Art Déco-Stil und dem ältesten Heilig-Geist-Tempel der Azoren. Dieses imposante Gebäude beherbergt heutzutage nicht nur eine Kirche, sondern auch das Rathaus der Stadt, sowie das Stadtmuseum. 1759 erbaut, diente es zunächst als Schule für Missionare, die die fernen Kolonien missionieren sollten und dort Unterkunft und Lehre fanden.
Strände
Abseits des Hafens verfügt Horta über einen sehr schönen Sandstrand. Praia do Pim ist auch in der Hauptsaison selten überfüllt. Ein Grund dafür ist, dass der schönste Strand der Insel sich nur etwas außerhalb der Stadt befindet. Der Praia do Almoxarife wartet mit schwarzem Sand in mitten einer wunderschön gründen Landschaft auf. Der tiefblaue Atlantik spült seine Gischt sanft an den Strand, von dem aus man einen wunderbaren Blick auf den Pico genießen kann.
Einkaufen
Neben einigen Supermärkten und kleinen Tante-Emma-Läden lädt vor allem der Mercado Municipal, der Wochenmarkt, zum Einkaufen ein. Nicht nur, dass es hier frisches Obst und Gemüse zu erstehen gibt, der Platz wurde eigens um 1900 aus Steinen von zerstörten Häusern errichtet und ist somit allein deshalb einen Besuch wert.