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Isla La Graciosa
Übersicht
Ruhe, Abgeschiedenheit und die wohl schönsten Strände der Kanaren, damit lockt die „Gnadenvolle“ – die Isla de la Graciosa ihre Besucher. Wer von Lanzarote aus die Überfahrt über den „Rio“ wagt, kann an einsamen Sandstränden entspannen, durch karge, sandbedeckte Landschaft wandern und vom Gipfel des Montana Bermeja aus einen atemberaubenden Blick über das Archipelago Chinijo genießen.
Ortsübersicht
Die 29,05 km² große Insel wird von den vier Vulkanen Agujas Grandes und Montaña del Mojón im Zentrum, sowie Montaña Bermeja im Norden und Montaña Amarilla im Süden geprägt. Zwischen diesen dominiert Sand.
Die einzige ständig bewohnte Siedlung ist das circa 700 Seelenörtchen Caleta del Sebo im Süden der Insel. Eine zweite Ansiedlung, Pedro Barba im Osten, ist das Feriendomizil von Insulanern und Lanzarote ños und nur im Sommer bewohnt.
Die Insel ist Bestandteil des Naturpark Archipiélago Chinijo, auch wenn die Müllverbrennungsanlage im Nordwesten der Insel ein wenig irritiert.
Geschichte/Gründung
Als sich der französische Edelmann Jean de Béthencourt im Jahre 1402 aufmachte, die kanarischen Inseln für Spanien zu erobern, war allein die Überfahrt eine gewagte Unternehmung. Die bekannte Welt endete damals nur ein Stück weit westlicher. Das war für einen Teil seiner Männer Grund genug schon im spanischen Cádiz von Bord zu flüchten. Als Béthencourt 8 Tage später mit den verbliebenen Getreuen an Land ging, gab er der Insel den Namen „La Graciosa“ – die Gnadenvolle.
Der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt setzte seinen Fuß im Juni 1799 auf die Insel, die sein Kapitän fälschlicherweise für einen Teil von Lanzarote hielt. Über seinen kurzen Besuch schrieb er „Ganz unbeschreiblich ist das Gefühl des Naturforschers, der zum erstenmal einen außereuropäischen Boden betritt.“
Ein Sturm im Paradies kam dann viele Jahre später auf. Trotz des Aufschreis von Naturschützern, verschenkte die Gemeinde Teguise, die auch La Graciosa verwaltet, Baugrundstücke an junge Insulaner. Dadurch sollten diese zum Bleiben zu ermutigen werden. Der Bau von Apartments zur Sicherung der Existenz war dabei ausdrücklich erwünscht.
Wirtschaft
Der Fischfang war über lange Zeit die einzige Einnahmequelle der Inselbewohner. Bietet doch das klare Wasser beste Voraussetzungen für volle Netze. In den letzten Jahren hat sich mit dem Tourismus ein zweiter Wirtschaftszweig etabliert.
Der sandige Untergrund und die fehlenden Wasservorkommen auf der Insel lassen Landwirtschaft nur im Kleingartenstil und nur für den Hausgebrauch zu.
Anfahrt
Die Fähren der „Lineas Romero“ und des „Biosfera Express“ verbinden La Graciosa mit Lanzarote. Beide starten im Hafen von Órzola auf Lanzarote und erreichen Caleta del Sebo auf La Graciosa nach 15 minütiger Überfahrt. Tagestouristen sollten beachten, dass die letzte Fähre zurück nach Lanzarote im Sommer um 18:00 Uhr und im Winter bereits 17:30 Uhr ablegt.
Alternativ dazu bieten Veranstalter wie der „Lanzarote Active Club“, „La Graciosa Watertaxi“, „Sea Taxt La Graciosa oder „Speed River“. Überfahrten und Tagesausflüge an.
Auf La Graciosa gibt es kein ausgebautes Straßennetz. Auf den einfachen Sandpisten fahren nur einige Geländewagen der Einheimischen. Mietwagen sucht man vergebens. Wer es bequem mag, greift auf das Taxi zurück. Mit dem Fahrer lässt sich auch eine Zeit ausmachen, zu der man wieder vom Strand abgeholt werden möchte.
Mit dem Leihfahrrad lässt sich die Insel ganz individuell erkunden. Aber auch Wanderfreunde kommen voll auf ihre Kosten. Schlägt man in Caleta del Sebo den Weg nach Nordosten ein, kann man in etwa 5 Stunden die beiden Strände Playa Lambra und Playa de las Conchas erwandern und zurück in Caleta del Sebo bei einer kühlen Cerveca entspannen. Geführte Wandertouren bietet die Inselführerin Eva Maldener von Explora La Graciosa an.
Unterkünfte
Hotels sucht man auf La Graciosa vergeblich. Wer trotzdem über Nacht bleiben und die Insel nicht nur aus Sicht des Tagestouristen erkunden möchte, kann zwischen verschiedenen Pensionen und Arpartementos wählen.
Auch wenn viele Stellen auf der Insel zum Zelten einladen, erlaubt ist es nur auf dem Campingplatz südlich von Caleta del Sebo. Wer hier sein Zelt aufschlagen möchte, führt die notwendige Reservierung entweder online oder persönlich im Gemeindezentrum durch.
Strände
Bahía del Salado
Wer Caleta del Sebo in Richtung Südwesten verlässt, stößt nach wenigen Minuten auf die Bahía del Salado. Die Salzbucht ist ein beliebter Strand bei den Bewohnern der Insel, da sowohl Strömung als auch Brandung schwach sind.
Playa Francesa
Weiter an der Küste entlang, erreicht man nach etwa 1 stündigem Spaziergang den Strand Playa Francesa. Nur hin und wieder gibt es hier steinige Abschnitte im sonst feinen Sand.
Playa de la Cocina
Weitere 15 Minuten entfernt, am Fuße des gelben Berges – so die deutsche Übersetzung zu Montana Amarilla – liegt die Playa de la Cocina. Da der kleine Strand geschützt in einer Bucht liegt, gibt es hier Badevergnügen pur.
Playa de Las Conchas
Zu Füßen der Montaña Bermeja liegt im Nordwesten der Insel die Playa de Las Conchas - der Muschelstrand. Dieser kann ohne weiteres zu den schönsten Stränden der Kanaren gezählt werden. Der weiße, feine Sandstrand erstreckt sich über eine Länge von knapp 400 m.
Auch wenn das türkise Wasser lockt, Vorsicht ist hier geboten. Die starke Brandung und gefährliche Unterströmungen stellen ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar.
Playa Lambra
Zum Baden ist eher der nördlich gelegene Strand Playa Lambra geeignet, auch wenn das Meer hier immer wieder die verschiedensten Dinge anschwemmt.
Feste
Fiesta de Carnaval – Jedes Jahr im Februar wird auf der Insel die Fiesta de Carnaval gefeiert.
Fiesta del Carmen – In den Tagen um den 16. Juli scheint die Insel aus allen Nähten zu platzen. Denn dann findet die Fiesta del Carmen statt. Das Fest wird zu Ehren der Virgen del Carmen gefeiert. Die Jungfrau des Meeres gilt als Schutzheilige der Fischer und der See.
Um eine allzeit sichere Rückkehr zu erbitten, fährt ein Priester mit dem Abbild der Jungfrau auf das Meer hinaus und segnet die Fischer. Anschließend wird anständig gefeiert.
Restaurant
Wer seinen Inselbesuch mit einer Fischplatte krönen möchte, findet dazu nur in Caleta del Sebo die Möglichkeit. Dafür hat der Reisende hier aber die Qual der Wahl zwischen mehreren Restaurants, bei denen frischer Fisch selbstverständlich überall auf der Speisekarte steht.
Hier einige Optionen:
La Caletilla – Wem bereits früh am Morgen der Sinn nach einem Kaffee steht, ist im La Caletilla richtig. Natürlich wird auch hier etwas gegen den kleinen und großen Hunger serviert.
Girasol – Beim Blick auf die Nachbarinsel Lanzarote lässt man sich im Girasol seinen Fisch schmecken.
El Italiano – Wer es auch auf den Kanaren mediterran mag, kann im El Italiano schlemmen. Der Besitzer ist ein waschechter Italiener.
El Varadero – Vom Fähranleger ist es nur ein Katzensprung bis zum El Varadero. Das bietet neben einer deutschen Speisekarte auch einen tollen Blick über den Hafen.
Nachtleben
Die Isla de la Graciosa ist wahrlich keine Partymeile. Einzig die Disco Las Arenas in Caleta del Sebo lockt freitags und samstags ab 0:30 mit Tanzen bis zum Morgengrauen.
Einkaufen
Einkaufsmöglichkeiten beschränken sich, wie auch Bank-, Post-, Arzt- und Apothekenbesuche, ausschließlich auf Caleta del Sebo.
In mehrere Supermärkte, wie zum Beispiel der Udaco-Supermarkt, kauft man die Dinge des täglichen Bedarfs. In der Panadería versorgt man sich mit frischem Backwerk und ein Fleischer liefert Abwechslung, falls man keinen Fisch mehr sehen kann.