Kultur & Geschichte der Kanaren

Es existieren unzählige Mythen, Legenden und Sagen um die Geschichte der kanarischen Inseln. So behaupten einige, dass es sich um das versunkene Atlantis handelt. Andere wiederum sind sich sicher, dass es die paradiesischen Inseln jenseits der Straßen von Gibraltar, die damals das Ende der bekannten Welt darstellten sind, von denen die griechischen Dichter Homer und Hesiod schwärmten. Leider sind kaum Aufzeichnungen oder Beweise dieser frühen Geschichte vorhanden. Sicher ist jedoch, dass die Historie dieser Inseln eine besonders einzigartige ist......

Römisches Reich

 

 

 

Zu dieser Zeit  tauchte der Eigenname „Canaria“ der Insel Gran Canaria auf. Der Römer Plinius Major ging davon aus, dass der Name sich auf die vielen großen Hunden auf der Insel bezieht, für lateinisch „Canis“. Noch heute zieren zwei Hunde  als Schildhalter das Wappen der Kanaren. Jedoch ist fraglich, ob die Bezeichnung der Kanaren auf diesen Ursprung zurückzuführen ist. Eine andere Theorie ist, dass es mit dem berberischen Stamm aus dem Nordosten Afrikas zusammenhängt, den Canarii die auf die Insel überwanderten.

 

Die Kanaren werden  für lange Zeit kaum erwähnt, da sie für die großen Handelsmächte nicht von sonderlicher Bedeutung waren.

Somit konnten sich die indigenen Völker bis zum Einzug der Spanier ungestört ausbreiten und entwickeln. Jede der sieben Kanarischen Inseln erzählt zwar seine eigene Geschichte, doch als Oberbegriff dieser indigen Bevölkerung verwendet man das Wort Guanchen, was so viel wie „Sohn des Vulkans“ bedeutet. In der Zeit von 500 bis 200 vor Christus siedelten Nordafrikaner rüber und bildeten diese Bevölkerung. Sie lebten überwiegend in Höhlen aus Vulkangestein. Da sie kein Erzaufkommen besaßen, lebten sie bis zum Eintreffen der Spanier in einem Steinzeitlichen Zustand.

Noch heute sind eindrucksvolle Pyramiden dieser Ureinwohner in Teneriffa zu sehen, so im Parque Etnográfico- zumindest nimmt man an, dass sie aus dieser Zeit stammen. Hauptnahrungsmittel war das noch heute bekannte Getreidemehl Gofio.

Es wird davon ausgegangen, dass alle Guanchen  gemeinsame Vorfahren hatten, doch unterscheidet man die Stammesnamen der einzelnen Inseln. So nennt man die der Insel El Hierro die Bimbachen, die La Gomeras die Gomeritas, die der Insel La Palma die Benhaorita, die Ureinwohner Teneriffas die Guanchen die aus Gran Canaria werden als Canarii bezeichnet, ausLanzarote stammen die Conejeros und die Fuerteventuras die Majoreros. Es ist anatomisch und linguistisch nachgewiesen, dass die Ureinwohner der Kanaren sprachliche und genetische Übereinstimmungen mit den Berbern Afrikas besitzen. Weiterhin konnte festgestellt werden, dass noch fast ein Drittel der heutigen Bevölkerung Verwandschaft mit den Ureinwohnern aufweist.

 

Zu Beginn des  14.Jahrhunderts

Entdeckte der Genuese Lancelotto Malocello die Inselgruppe wieder, als er im Auftrag der Krone neue Gebiete erkundete.

 

Anfang des 15. Jahrhunderts

Begann die Eroberung der Kanaren mit den Inseln El Hierro, Fuerteventuras und Lanzarote durch den Normannen in kastilischem Dienst, Jean de Béthencourt. Die Bedeutung der Kanaren als maritime Versorgungsstation und später als Stützpunkt des Sklavenhandels beginnt. Nach und nach entwickelte sich eine Kolonialgesellschaft durch die Vermischung der Ureinwohner und der Siedler der Konquistadoren. Die Zeit der Sklaverei trieb sein Unwesen auf den Inseln, so wurden Massen von Guanchen nach Europa verkauft oder als Arbeiter auf den Inseln geknechtet.

Ende des 15. Jahrhunderts

Erlangte Königin Isabella I. den gesamten kanarischen Archipel, welcher somit von nun an zu Kastilien gehörte. Die Sklaverei ging Hand in Hand mit dem Zuckerrohranbau und mit der Zeit verschwand auch die Kultur der Guanchen, über welche es heute leider nur überwiegend Wissen über deren Speisen und Feste gibt.

16. Jahrhundert

Litt der Archipel unter der Ausbeutung und Brutalität der Piraterie, was ihrer zentralen Lage zwischen Amerika und Europa zu verdanken ist. Weiterhin endete die Ära des Zuckerrohranbaus, da dieses nun in Amerika weitaus preiswerter kultiviert werden konnte, was wirtschaftlich ein tiefer Schlag für die Inseln war. Somit begann jedoch die Ära des Weinanbaus, als primäres Exportprodukt.

Im 17. Jahrhundert

Stieg die Einwohnerzahl auf den Kanaren ausgehend vom 16. Jahrhundert um das fast Dreifache an. Doch prägend für die Bevölkerungsentwicklung ist auch die Auswanderung der Kanarier, nach hauptsächlich Lateinamerika, vor allem wegen der Wirtschaftskrise- der kanarische Wein wurde auf dem Markt vom portugiesischen verdrängt. Ein halbes Jahrtausend lang sollten beträchtige Auswanderungswellen zwischen den Kanaren und Amerika bestehen, später besonders in der Zeit des spanischen Bürgerkrieges von 1936 bis 1939. Doch viele kehrten stets zurück, wodurch bis heute die Anwesenheit Lateinamerikas in Sprache, Kultur und Lebensform auf den Kanaren präsent ist.

19. Jahrhundert

und

20. Jahrhundert

Die Kanaren werden zur spanischen Provinz erklärt, deren Hauptstadt Santa Cruz in Teneriffa ist. Ein Jahrhundert später, im September 1927, wird der Archipel in zwei Provinzen aufgeteilt: Las Palmas de Gran Canaria und Tenerife.

Am Ende des 19. Jahrhunderts kommen bereits die ersten Kururlauber nach Teneriffa, um sich dank der hiesigen Flora und Fauna zu erholen.

In den 50igern lockt der Militärdiktator Spaniens, Francisco Franco, ausländisches Kapital, welches in unbegrenzter Menge investiert werden konnte. Die Investoren nutzen das wirtschaftlich schwache Spanien: billiges Land, billige Löhne. Ein immenser Bauboom war die Folge, Charterflugzeuge landeten von nun an auf den Kanaren und der heute wichtigste Wirtschaftszweig, der Tourismus, etablierte sicht.

 

1982 erlangten die Kanarischen Inseln ihren ersehnten Autonomiestatus und wurden zu den Autonomen Gemeinschaften Spaniens erklärt, deren Hauptstädte weiterhin Santa Cruz in Teneriffa, für die westlichen - und Las Palmas in Gran Canaria für die östlichen Inseln blieb. Zehn Jahre später treten sie der Europäischen Union bei.

Seit 2004 kommen jährlich 4-5 Millionen Urlauber aus hauptsächlich dem spanischen Festland und anderen europäischen Ländern.