Taganana

Übersicht

Inmitten des traumhaften Anaga Gebirges liegt die beschauliche Ortschaft Taganana. Hierher gelangt man lediglich über eine schöne, zugleich jedoch steile und kurvenreiche Gebirgsstraße, die nichts für schwache Nerven ist. Die Strecke schließlich gemeistert gelangt man zu diesem abseits gelegenen Ort, der teilweise auf steilen Klippen erbaut ist. Hier bietet sich einem ein märchenhafter Blick auf den mit zahlreichen aus dem Wasser ragenden Felsen geschmückten Ozean. In den 60er Jahren war Taganana noch völlig abgeschottet von der Außenwelt. Damals gab es noch keine Straße durch das Gebirge. Lediglich mit Pferden und Eseln konnte man zu diesem Ort gelangen. Davon profitiert das Dorf jedoch noch heute. Der Abgeschiedenheit ist es wohl zu verdanken, dass moderne Einflüsse und Massentourismus ausblieben und heute in Taganana noch das einstige Leben auf Teneriffa zu beobachten ist. Besonders Fischliebhaber kommen in den schlichten und rustikalen Fischrestaurants entlang der Küste auf ihre Kosten. Wer nicht zu viel Luxus erwartet und stattdessen eine hinreißende Terrasse mit Meeresblick schätzt sollte den beschwerlichen Weg unbedingt auf sich nehmen. Auch für Surfer ist Taganana ein echter Tipp. Zwei wunderbare Surfstrände bieten konstante Wellen in einer beeindruckenden Landschaft auf Teneriffa.

Geschichte / Gründung

Bis Ende des 15. Jahrhunderts bot die Gegend um Taganana ein ideales Weidegebiet für jegliche Nutztiere der Guanchen - der Ureinwohner von Tenriffa. Gerade die Abgeschiedenheit machte das Gebiet überaus sicher vor Raubzügen. 1501 war es vorbei mit der Einsamkeit der Weideflächen. In diesem Jahr gründete der Spanier Alonso Fernández de Lugo nach der Eroberung zwei Jahre zuvor, die Stadt Taganana. Sie sollte zum Zentrum des Zuckerrohranbaus werden. Dazu schuf er eine Infrastruktur, die es möglich machte das einst abgelegene Gebiet aus verschiedenen Richtungen zu erreichen. Mit der Besiedlung wurde Taganana schließlich neben dem Anbau von Zuckerrohr zu einem landwirtschaftlichen Anbaugebiet. Noch heute bestehen die zahlreichen Terrassenfelder entlang der steilen Hänge, auf denen noch heutzutage der Anbau von Wein praktiziert wird.

Wirtschaft

Die kleine beschauliche Stadt Taganana lebt heute hauptsächlich vom Weinanbau sowie vom Tourismus. Die Weine Tagananas werden auf der ganzen Insel und darüber hinaus gern getrunken. Besonders die vielen gemütlichen Fischrestaurants locken zahlreiche Besucher in die Ortschaft am Hang.

Kultur und Einwohner

Aufgrund der Abgeschiedenheit ist Taganana nicht von Touristen überlaufen und hat sich im Vergleich zu früheren Zeiten nur wenig verändert. Die typisch kanarische Architektur ist erhalten geblieben. Und so auch kulturelle und menschliche Aspekte der Ortschaft. Die rund 7000 Einwohner leben ein gemütliches, ruhiges Leben zwischen steilen Felsformationen, abgeschieden vom Trubel der modernen Welt und allzu hektischen Einflüssen.

Lage und Vegetation

Taganana liegt an der Nordspitze Teneriffa, zwischen steilen Felsen auf einem Hang des Anaga Gebirges. Schon bei der Anfahrt über zahlreiche spektakuläre Serpentinenstraßen bekommt man einen traumhaften Blick über die Hauptstadt Santa Cruz, sowie die wunderschöne Atlantikküste. Viele unterschiedliche Felsen (Roques) ragen überall aus dem Wasser. Die Ortschaft ist umgeben von abrupt abfallenden Steilwänden, was einem großen Respekt einflößt. Hier spürt man förmlich die Macht der Natur im Vergleich zur Schwäche der Menschen.

Die Anfahrt nach Taganana ist ein Erlebnis für sich. Egal für welchen der Wege man sich entscheidet, ob von La Laguna aus durch den Mercedeswald oder über die steilen Serpentinen von San Andres aus, überall begegnet einem die fantastische Natur in ihrer unberührten Schönheit. In Taganana angekommen muss man sich schließlich von seinem Auto trennen, denn die vielen kleinen Gassen mit einem Gefälle von oft 15 Prozent, würden so manchen Touristen in die Bredouille bringen.

Die Bergwelt des Anaga Gebirges bietet eine vielfältige Flora. Auf bis zu 1024 Metern Höhe erstrecken sich zahlreiche bunt blühende Pflanzen. Zudem gibt auf dem Weg von San Andrés nach Taganana einen Punkt „zwischen zwei Vegetationshälften“, wo man auf der einen Seite der Straße lediglich Kargheit erblickt, wohingegen auf der anderen Seite eine grün schimmernde Landschaft erstrahlt.

Mit dem Auto erreicht man Taganana von San Andrés aus über die TF-112, von La Laguna aus über die TF-134.

Mit dem Bus ist die Ortschaft achtmal am Tag mit der Buslinie 246 von Santa Cruz nach San Andrés zu erreichen.


Sehenswürdigkeiten

Iglesia Nuestra Señora de las Nieves

Eine Sehenswürdigkeit in Taganana ist die Kirche Iglesia Nuestra Señora de las Nieves, die eine der ältesten Pfarrkirchen Teneriffas ist. Die dreischiffige Kirche wurde im 16. Jahrhundert erbaut. Drei Raum hohe Altarwände und Rundpfeiler aus rotem Vulkangestein schmücken die Basilika. Seit dem Bestehen beherbergt die Pfarrkirche zudem ein kleines Triptychon. Auf Tafelbildern sind die Heiligen drei Könige, die Hirten und Jesus im Tempel kunstvoll abgebildet. Die Westwand offenbart ein weiteres Highlight. Wundervolle Holzschnitzereien zieren dort Orgel, Taufkapelle sowie einen weiteren Raum. Vor der Kirche bietet ein kleiner Platz, umgeben von typisch kanarischen Häusern, die Möglichkeit vor einer bevorstehenden Wanderung noch etwas zu entspannen. Besichtigungsmöglichkeit: Eine freundliche Dame namens Adele Perdomo Negrón hat einen Schlüssel zur Kirche, die sie gerne für interessierte Besucher öffnet. Zudem gibt es im nahe gelegenen Restaurant Xiomara einen weiteren Schlüssel.


Aktivität

Wandern

Die meisten Touristen werden von den traumhaften Wanderrouten nach Taganana gelockt. Von hier aus hat man die Möglichkeit zum Mirador Cruz del Carmen aufzusteigen, wo ein atemberaubender Ausblick wartet. Über den Wanderpfad Llano de los Loro gelangt man in etwa einer Stunde dorthin. Mit dem Camino Real de Las Vuelta gibt es einen weiteren, sehr beliebten Wanderweg. Weitere Wege beginnen in der nahe gelegenen Ortschaft Benijo. Alle Wanderungen sind jeweils mit Zeitangaben gekennzeichnet. Verschiedene Routen gehen über 30 Minuten, eine Stunde oder drei Stunden.

Des Weiteren besteht für erfahrene Bergsteiger die Möglichkeit einer Klettertour mit Seil und Haken. Der Roque de las Ánimas, der Fels der Seelen, ist einer der schwierigsten Kletterfelsen von Teneriffa und zieht sich über 250 Höhenmeter.


Strände

Unweit der Ortschaft Taganana gibt es entlang einer Küstenstraße drei wunderschöne Naturstrände. Umgeben von einer grünen Felsenlandschaft kommen hier Familien, Badeurlauber, sowie Surfer auf ihre Kosten. Duschen und Liegen sucht man an den der Natur überlassenen Stränden in Taganana vergeblich. Entlang der Strände befinden sich einige schlichte und traditionelle Fischrestaurants mit tollem Meerblick. All zu viel Luxus sollte man jedoch nicht erwarten.

Playa Almaciga

Fährt man durch Taganana gelangt man zuerst zum Playa Almicaga. Dieser Strand ist bei Familien am beliebtesten. Die Wellen sind hier am kleinsten und die Strömung am schwächsten, sodass auch Kinder unter Aufsicht ins flache Wasser können. Wenig Steine und ein dunkler Sandstrand machen Spielen und Bräunen am Strand zu einem Vergnügen. An Wochenenden kann es gut passieren, dass man einige Campingurlauber beim Aufschlagen ihrer Zelte beobachten kann.

Playa de San Roque

Fährt man die Küstenstraße Richtung Benijos weiter, gelangt man sofort zum zweiten Strand namens Playa de San Roque. Beim ersten Blick über die Bucht wird einem bewusst, wieso der Strand diesen Namen trägt. Überall ragen Felsen aus dem Wasser. Einer dieser Felsen lädt zu einem Spaziergang ein, denn er ist zugänglich und von einem Geländer umgeben. Hier trifft man oft auf eine Vielzahl von Fischern und dieser Anblick bietet ein idyllisches Bild.

Besonders bei Surfern ist Playa de San Roque sehr beliebt. Wer sich jedoch ins Wasser wagt, sollte unbedingt auf versteckte Felsen und starke Strömungen achten. Auch ist der Strand sehr bevölkert und man sollte den Einheimischen fröhlich begegnen.

Playa Benijos

Zur Playa Benijos, dem letzten der drei Strände, gelangt man über eine Treppe neben dem Restaurant Mirador. Er ist der einsamste und zugleich schönste Naturstrand. Er ist etwas abseits gelegen und nur zu Fuß über die besagte Treppe erreichbar, was dazu führt, dass nur wenige Badegäste den Weg dorthin auf sich nehmen und stattdessen lieber an einem der ersten zwei Strände ihre Handtücher ausbreiten. Hier hat man jedoch das Anaga Gebirge direkt im Rücken und einen wunderschönen Strand umgeben von Felsen zu seinen Füßen. Ein einmaliges Badeerlebnis, was jedoch aufgrund von Unterströmungen mit Vorsicht zu genießen ist.


Feste

Fiesta Nuestra Señora de las Nieves

In der ersten Augustwoche jeden Jahres findet in der kleinen Ortschaft Taganana auf dem Platz vor der Pfarrkirche ein Fest zur Ehren der Ortspatronin statt. Zu diesem Fest erwacht die Stadt zum Leben. Bewohner anderer Städte pilgern nach Taganana um der Prozession durch die Stadt beizuwohnen. Es gibt viele Attraktionen, Wettkämpfe, traditionelle kanarische Kost, guten Wein und natürlich wird bis in die Nacht zu lauter Musik zahlreicher Musiker getanzt.


Restaurants

In Taganana gibt es einige exzellente Restaurants, die sich einen guten Ruf erworben haben. Viele Touristen wurden in den vergangen Jahren durch sie angelockt. Frischer Fisch und ländlich-bäuerliche Speisen gelten hier als Spezialitäten. Natürlich ist zu jedem Essen ein vollmundiger Wein von den steilen Hängen, die man aus den Fenstern bewundern kann, jedem zu empfehlen. Alle Restaurants sind für ihren freundlichen Service bekannt. Zudem bieten sie meist rustikales Flair in traumhafter Kulisse. Jedes Essen wird in Taganana ein wahres Erlebnis bleiben und es lohnt sich sogar die kurvenreichen Straßen ausschließlich zum Essen zu bewältigen.

Folgende Restaurants sind besonders zu empfehlen:

Casa Olga: Ein schlichtes schönes Restaurant mit besonders guten Reisgerichten. Adresse: Casa Olga, Roque de las Bodegas. Öffnungszeiten: täglich. Geschlossen im Mai!

Restaurant Mirador: Restaurant mit toller Aussicht an der Küste in Benijo. Öffnungszeiten: nicht bekannt.

Las Tejas / Casa Paco: Sehr kleines Lokal in Benijo. Besonders Kaninchen- und Ziegenfleisch ist zu empfehlen. Öffnungszeiten: nicht bekannt.

Casa Africa: Großes Restaurant mit traumhafter Terrasse am Meer. Adresse: Roque de las Bodegas. Öffnungszeiten: nicht bekannt.

Casa Pepe: Kleines Fischrestaurant mit schöner Terrasse am Meer. Adresse: Roque de las Bodegas. Öffnungszeiten: täglich außer Donnerstag.


Nachtleben

In Taganana gibt es außer einigen Restaurants, in denen man noch bis in den späten Abend hinein bei einem gemütlichen Wein verweilen kann, keine Möglichkeiten für ein turbulentes Nachtleben.

Einkaufen

In Taganana gibt es außer einem Supermarkt keine Einkaufsmöglichkeiten.