Tacoronte

Übersicht

Tacoronte ist eine lebendige Kleinstadt im Nordwesten der Insel. Obwohl sie weniger ein Touristenort, sondern eher ein Wohnort der Einheimischen ist, lohnt sich ein Besuch. Die Altstadt lockt mit typisch kanarischer Architektur und es gibt einige interessante Sehenswürdigkeiten. Außerdem wird in der Gegend um Tacoronte qualitativ hochwertiger Wein angebaut, was einen starken Einfluss auf die hiesige Kultur und Gastronomie hat.

Geschichte/Gründung

Bevor Tacoronte, wie es heute besteht, gegründet wurde, lebte in der Gegend des heutigen Stadtgebietes das Hirtenvolk der Guanchen. Sie hielten sich vor allem in den natürlichen Vulkanhöhlen auf und ließen ihre Schafe im Umland weiden, wo es genug Wasser und Nahrung gab.
Das heutige Tacoronte wurde wahrscheinlich 1496 von Machado aus Guimaráes gegründet, es sind aber nur Dokumente aus dem Jahre 1497 erhalten, die über diese Gründung berichten. Deshalb wird dieses Jahr als offizielles Gründungsjahr gehandelt. Demzufolge feierte Tacoronte 2007 sein 500-jähriges Bestehen. Der Name Tacoronte leitet sich von dem Guanchen-Namen Tagoror ab.
Da Santa Catalina zum Zeitpunkt der Gründung die einzige Kirche der Gegend war, bildete sich der erste Ortskern um die Kirche herum, von dort aus wurde dann immer mehr Umland besiedelt. Rund um Santa Catalina findet man heute also die ältesten Häuser der Stadt.
Die Besiedlung des Gebietes erfolgte schnell, sodass bis Ende des 17. Jahrhunderts fast 3000 Menschen in Tacoronte lebten.
Im 18. Jahrhundert war der Ort sogar die Basis eines Infanterie-Regiments der spanischen Krone. Die hier stationierten Einheiten halfen bei der Verteidigung von Santa Cruz, als die heutige Hauptstadt 1797 von Lord Nelson, der bei der Schlacht seinen Arm verlor, angegriffen wurde.
Aufgrund großer Auswanderungswellen (nach Venezuela und Cuba) schrumpfte die Bevölkerung im 19. Jahrhundert auf ungefähr 800 Menschen zusammen. Zu diesem Zeitpunkt lebten die Menschen hier fast ausschließlich von der Landwirtschaft. Wie heute noch wurde Getreide, Obst und Wein angebaut. Außerdem wurde Honig erzeugt und Fisch gefangen.
Im Jahre 1911 wurde Tacoronte von König Alfonso XIII. offiziell zur Stadt ernannt, da es nicht nur Königstreu war, sondern sich auch landwirtschaftlich und industriell hervortat.

Wirtschaft

Ein sehr wichtiger Wirtschaftszweig für Tacoronte ist nach wie vor die Landwirtschaft. Es wird vor allem Getreide sowie Obst und Gemüse angebaut. Diese werden in erster Linie auf dem hiesigen Bauernmarkt verkauft.
Außerdem wird der Weinbau stark vorangetrieben, wodurch der Wein aus dem Anbaugebiet Tacoronte-Acentejo sich international einen Namen machen konnte. Davon profitiert nicht nur die Wirtschaft der Stadt, sondern die der ganzen Insel, da Wein aus Teneriffa dadurch bekannt wurde. Tacoronte-Acentejo ist außerdem die erste geschützte Weinherkunftsbezeichnung der Kanarischen Inseln. Mit dem Ziel die Winzerkultur weiterhin zu erhalten und auszubauen, wurde hier die erste staatlich anerkannte Weinroute der Kanaren, die „Weinroute Tacoronte-Acentejo“ geschaffen.
Durch die zentrale Lage ist Tacoronte außerdem eine blühende Handelsstadt, die den Bewohnern ein hohes Maß an Lebensqualität bietet. Günstig ist auch die nahe Lage zu den Arbeitsmärkten La Laguna und Santa Cruz.

Lage und Vegetation

Tacoronte liegt im Nordwesten der Insel, an der Autopista del Norte, der Nordautobahn von Teneriffa.
Das umgrenzende Land ist von Landwirtschaft geprägt. Die Stadt liegt inmitten von Obstplantagen, Weinreben und Lorbeerwäldern. Auf der anderen Seite hat man eine tolle Sicht auf den Nordteil der Insel und das Meer. Auf der Küstenseite grenzt Taroconte an El Pris und auf der anderen Seite reicht der Ort bis auf eine Höhe von 1200 Metern. In den dortigen Lorbeerwäldern findet man viele endemische Pflanzen. Diese Gegend ist ein beliebtes Wandergebiet.
Außerdem liegt die Stadt im Weinbaugebiet Taroconte-Acentejo, das geschmacklich intensiven Wein hervorbringt. Durch das Anbaugebiet führt eine Weinroute, auf der man das Gebiet erkunden und den Wein in Bodegas kosten kann.

Kultur und Einwohner

Der Ort Tacoronte hat zwei Seiten. Auf der einen Seite ist er einfach nur Wohnort von ungefähr 23.500 Einwohnern, die größtenteils von Landwirtschaft und Tourismus leben oder die Nähe zu den großen Arbeitsmärkten La Laguna und Santa Cruz schätzen. Auf der anderen Seite gibt es die Altstadt, die aufgrund ihrer typisch kanarischen Gassen und Häuschen und der zahlreichen Sehenswürdigkeiten Touristen anlockt.
Es gibt deshalb viele Lädchen und Cafés, die sich vor allem an Touristen wenden, aber auch ganz normale Einkaufsstraßen mit zahlreichen Geschäften des täglichen Bedarfs.
Die Kultur der Anwohner ist stark durch Religion geprägt. Der regelmäßige Kirchenbesuch sowie Aktivitäten in der Kirchengemeinde sind für viele ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens.
Außerdem hat der Weinbau einen großen Einfluss auf die hiesige Kultur. Die Anwohner sind stolz auf ihren international konkurrenzfähigen Wein und haben ihm sogar ein Fest gewidmet. So wird jedes Jahr im Mai im Rahmen eines Festes auf der Plaza del Christo der beste Wein der Region gekürt.

Sehenswürdigkeiten

Die meisten Sehenswürdigkeiten von Tacoronte sind rund um die Altstadt verteilt. Man kann sie alle in einem großen Spaziergang erreichen. Bei der örtlichen Touristeninformation gibt es zwei verschiedene Routen, bei denen man an unterschiedlich vielen Orten vorbeikommt. („Una ruta para descubrir el centro de la ciudad“) Eine dauert circa 30 Minuten, die andere mehrere Stunden. Natürlich kann man sich auch selbst eine Route zusammenstellen.

El Calvario

In der Mitte der Straße befindet sich ein kleiner, eingemauerter Platz, der der ganzen Straße den Namen gegeben hat. El Cavario ist ein hübscher Pilgerort mit einem kleinen Altar über dem mehrere große Heiligenfiguren in einem Glaskasten stehen. Da die Jesusfigur vor längerer Zeit bis auf die Arme gestohlen wurde, ist hier nun eine eher einfache Figur zu sehen.
Adresse:
El Calvario
38350 Tacoronte

Kirche Cristos de Los Dolores/El Cristo

Auf der Plaza del Cristo befindet sich die Kirche „El Cristo“. Von außen ist sie wegen ihrer quaderförmigen Bauweise eher unscheinbar. Betritt man das ehemalige Franziskanerkloster, hat man auf den ersten Blick einen ähnlichen Eindruck. Die Ausstattung ist sehr zweckdienlich und einfach gehalten, es wurde viel mit Holz gearbeitet. Der Altarraum ist jedoch ganz anders gestaltet. Mit seinem feingliedrigen, silbernen Altar und anderen prunkvollen barocken Verzierungen wirkt er fast wie ein Teil einer ganz anderen Kirche. Ebenfalls sehenswert ist die lebensgroße Jesusstatue aus dem 17. Jahrhundert.
Auf der Plaza del Cristo kann man sich für einen Kaffee niederlassen und das Treiben der Einheimischen beobachten. Der Gemeindeplatz dient ebenso als Standort für Feste sowie als Skateboardfahrbahn für die Dorfjugend.
Adresse:
Plaza del Cristo
38350 Tacoronte

Parque Hamilton

Wenn man links neben der Kirche El Cristo in die kleine Gasse Calle de José Izquierdo abbiegt, findet man auf der rechten Seite bald den Eingang zum Parque Hamilton. Es gibt dort zwar einen Spielplatz und Sitzgelegenheiten, aber ansonsten hat die Grünanlage nichts von einem klassisch angelegten Park. Palmen und andere Bäume wachsen hier genau wie Blumen und Gestrüpp teilweise nach Lust und Laune, was für richtige Dschungelatmosphäre sorgt. Das ausgetrocknete Flussbett, dass sich durch den Park schlängelt, unterstreicht diesen abenteuerlichen Charme.
Namensgeber des Parks sind die Besitzer des Geländes, die Familie Hamilton.
Adresse:
Calle de José Izquierdo/ El Cavario
38350 Tacoronte

Casa „Alhóndiga“

Die Casa „Alhóndiga“ ist ein altes, ganz kleines Häuschen, das auf einem erhöhten Grundstück, ungefähr zwei Meter über der Straße steht. Die hohe Lage lässt sich dadurch erklären, dass es früher ursprünglich als Kornspeicher des Ortes verwendet wurde und dies trocken bleiben musste. Im Laufe der Zeit beherbergte es aber auch eine Schule, eine Metzgerei und sogar das Gefängnis. Heute finden hier Veranstaltungen, wie zum Beispiel Weinkongresse, in historischem Ambiente statt.
Adresse:
El Calvario
38350 Tacoronte

Kirche Santa Catalina

Santa Catalina ist die älteste Kirche im Ort und befindet sich deshalb in dem Teil der Stadt, in dem auch die ältesten Häuser stehen. Sie beeindruckt durch ihre wunderschöne Lage mit Meerblick. Auch von innen ist sie einen Blick wert. Es gibt dort viele wertvolle Bilder und Statuen zu sehen.
Auch den dazugehörige Friedhof, der typisch kanarisch gestaltet ist, kann man besuchen. Hier befinden sich die Gräber nicht in der Erde, sondern in weißen Mauern. Durch den üppigen bunten Blumenschmuck und den Meerblick erlebt man hier eine ganz besondere Atmosphäre.
Adresse:
Plaza Santa Catalina
38350 Tacoronte
Öffnungszeiten Friedhof:
Werktags: 8-14 Uhr
Sonn- und Feiertags: 9-13 Uhr

Strände

Tacoronte liegt nicht direkt am Meer, hat also keinen eigenen Strand. Es gibt jedoch Strände in den Nachbarorten. Man kann zum Beispiel den weißen Sandstrand von Mesa del Mar besuchen. In El Pris gibt es einen schwarzen Sandstrand und ein Meerwasserschwimmbad

Feste

Das Gebiet um Tacoronte und die Stadt selbst sind bekannt für ihren ausgezeichneten Wein. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass ein Weinfest den festlichen Höhepunkt des Jahres darstellt. Außerdem wird der traditionelle kanarische Karneval natürlich auch in Tacoronte ausgelassen gefeiert.

Weinfest

Im Mai bildet das Weinfest in Tacoronte den regionalen Höhepunkt. Auf dem Plaza del Cristo findet dann ein Fest statt bei dem der beste Wein der Region ausgezeichnet wird.

Piñata Chica

In Tacoronte beginnt der örtliche Karneval erst dann, wenn er in den anderen Orten Teneriffas schon vorbei ist – nämlich Ende Februar. Das mehrtägige Karnevalsfest trägt den Namen Piñata Chica.

Restaurants

Tacoronte ist der Ort mit der höchsten Restaurantdichte Teneriffas. Man kann hier eines der vielfältigsten kulinarischen Angebote der Insel genießen und natürlich auch den exquisiten Wein aus dem Anbaugebiet Tacoronte-Acentejo probieren. Dies ist die erste geschützte Herkunftsbezeichnung der kanarischen Weingebiete. Man sagt oft, dass man hier in Tacoronte die wahre kanarische Küche kennenlernen kann.

Einkaufen

Tacoronte ist der Ort mit der höchsten Restaurantdichte Teneriffas. Man kann hier eines der vielfältigsten kulinarischen Angebote der Insel genießen und natürlich auch den exquisiten Wein aus dem Anbaugebiet Tacoronte-Acentejo probieren. Dies ist die erste geschützte Herkunftsbezeichnung der kanarischen Weingebiete. Man sagt oft, dass man hier in Tacoronte die wahre kanarische Küche kennenlernen kann.