Santa Ursula

Übersicht

Kaum zu vergleichen mit anderen touristischen Orten Teneriffas liegt der Ruhepol Santa Ursula, eine Kleinstadt mit circa 14.000 Einwohnern, gerade einmal neun Kilometer vom Touristenzentrum Puerto de la Cruz entfernt.

Santa Ursula, nach der bretonischen Jungfrau Santa Ursula benannt, befindet sich zwischen den Kleinstädten La Victoria und La Orotava und ist über die Nordautobahn einfach zu erreichen und relativ überschaubar.

Charmant und sympathisch ist der erste Eindruck der kleinen Stadt und sollte man sich in der Nähe befinden, ist sie sicher einen Besuch wert. Restaurants und Bars laden zu einem günstigen, kühlen Getränk ein.

Bei guten Wetterbedingungen hat man eine großartige Aussicht auf den Teide und den Atlantischen Ozean, man kann auf der Plaza Central mit spanischen Greisen über die Welt philosophieren und das große Ausmaß der Landwirtschaft Santa Ursulas bewundern.

Santa Ursula vermittelt das typische und freundliche spanische Flair, das man in manch einem Hotelort so sehr sucht.

 Geschichte/Gründung

Santa Ursula war schon früher ein beliebter Wohnort, selbst der König von Taoro hatte in der vorspanischen Zeit in dieser Stadt seinen Wohnsitz. Da das Festland für seine schlechte Fruchtbarkeit bekannt war, war Santa Ursula nach der Eroberung eine sehr begehrte Stadt. Auf dem nährstoffreichen Boden gediehen vor allem Weintrauben prächtig, welche dann auch bereits im 16. Jahrhundert in Länder wie England exportiert werden konnten. Die lebendige Kultur der Weinberge trug viel zur Stadtentwicklung bei – genau wie die in den folgenden Jahren hinzukommenden Getreide- und Kartoffelplantagen. Durch den Ausbau der auch heute noch bestehenden Hauptstraße entwickelte sich die Gemeinde und viele Arbeiter konnten durch den neuen Baugrund ein Zuhause finden.

Bis heute liegt die Stadt ein wenig im Schatten der Nachbarstadt La Orotava. Damals herrschte sogar eine große Rivalität zwischen den Orten und durch ständige Streits wegen ungenauer Stadtgrenzen war ein friedliches Aufeinandertreffen nahezu unmöglich. La Laguna, die ehemalige Hauptstadt Teneriffas, hatte schon im Jahr 1779 Probleme, präzise Linien über die Berge hinweg zu ziehen und so Unklarheiten aus dem Weg zu räumen. Im Jahre 1847 war es dann ein Auftrag von Kommissaren Santa Ursulas, den Streit zu begleichen und den Kleinkrieg zu beenden. Nach unzähligen Missverständnissen trafen letztendlich die Bürgermeister beider Gemeinden an den Grenzübergängen aufeinander und steckten die Gebiete fest. Am vierten Oktober 1901 konnte der lange Streit beigesetzt werden.   

Wirtschaft

Die Landwirtschaft war mit dem Anbau von Obst, Kartoffeln und Weintrauben lange Zeit wichtigste Grundlage der Wirtschaft. Mittlerweile wurde sie längst von Dienstleistungsgesellschaften überholt. Die Größe der Fläche, die in Santa Ursula heutzutage landwirtschaftlich bewirtschaftet wird, spricht jedoch dafür, dass dieser Zweig noch immer von großer Bedeutung für die Region ist. Weingüter werden noch aktiv angebaut und die Bananenplantagen werden weiterhin gepflegt, doch durch die schlechte Wohnsituation und den aufkommenden Tourismus ist die Ernte eher rückläufig geworden.

Zentrale wirtschaftliche Faktoren sind also klein- und mittelständische Unternehmen, welche zum Beispiel Catering-Services anbieten sowie den IT-Bereich und natürlich den touristischen Bereich mit Hotels und Ferienwohnungen abdecken.

Lage und Vegetation

Der Ort Santa Ursula erstreckt sich über 57,78 Quadratkilometer durchschnittlich 420 Meter über dem Meeresspiegel.

Viele Teile der Landschaft sind durch verschiedene Naturschutzprogramme geschützt. Darunter befindet sich nicht nur der grundlegende, landwirtschaftliche Teil, sondern auch das unbebaute Tal sowie die wunderschöne Küstenlinie. Diese Programme wurden mit der Absicht eingesetzt, die Erhaltung der natürlichen Elemente zu fördern. Wichtige Schutzgebiete sind zum Beispiel Las Lagunetas und Las Palomas. Wo keine Landwirtschaft zu finden ist, gibt es viele Kiefern- und Pinienwälder. Die teilweise vorzufindende kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis) ist besonders wichtig für den landwirtschaftlichen und kulturellen Wert in der Gegend von La Quinta, La Vera, El Farrobillo und Corujera – sie obliegt einem zusätzlichen Schutzprogramm.

Anfahrt

Santa Ursula ist wie die Hauptstadt Santa Cruz über die Nordautobahn TF 5 direkt zu erreichen, auch mit Hilfe öffentlicher Verkehrsmittel. Drei Buslinien fahren zum gewünschten Zielort: Die 062 fährt von La Laguna über La Orotava nach Santa Ursula, die 063 fährt von der Hauptstadt ebenfalls über La Orotava und die meistgenutzte Linie, 101, führt von Puerto de la Cruz über Santa Ursula nach Santa Cruz.

Sehenswürdigkeiten

Mirador de Humboldt

Den Aussichtspunkt Mirador de Humboldt sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Die Hauptstraße aus Santa Ursula führt in Richtung La Orotava direkt an eine erhöhte Stelle, welche einen idealen Fotostopp bietet: Man bekommt einen wunderbaren Ausblick über das gesamte Orotava-Gebiet sowie das bekannte Postkarten-Küstenbild von Puerto de la Cruz. Wer nicht mit dem eigenen Auto anreist, kann auch mit dem Bus einen Blick auf diese Aussicht erhaschen.

Mencey Bencomo Cave

Diese Höhle ist eine der bekanntesten der Insel, denn man sagt, dass dort damals Mencey Bencomo, einer der Guanchenkönige, sein Zuhause fand. Leider ist sie zurzeit nicht für die Öffentlichkeit begehbar, da sie momentan als Ziegenstall genutzt wird. Wer die Höhle trotzdem besichtigen will, fährt in Richtung Mirador de Humboldt und findet in nur 20  Metern Entfernung das ebenfalls für Archäologen spannende, alte Domizil.

Iglesia de Santa Úrsula und Plaza General Franco

Die im Jahre 1988 als historisches Denkmal deklarierte kleine Kirche befindet sich im Zentrum der Stadt. Trotz vieler Rekonstruktionen und Sanierungen bleibt das Denkmal das älteste Gebäude der Stadt und ist historisch sehr wertvoll. Jedes Mal, wenn man feststellte, dass die Gemeinde wuchs , so musste die Kirche auch weiter ausgebaut werden. Von innen prunkvoll mit viel Gold ausgestattet, wirkt sie trotzalledem überraschend klein. Der damals einfache Glockenturm wurde erst 1915 durch eine modernere Variante ersetzt.

Die einladende Plaza General, die einen direkten Zugang zur Kirche bietet, ist ausgestattet mit vielen gemütlichen Bänken und schattenspendenen Bäumen. Auf diesem Platz ist man sicher nie allein und wenn man Glück hat, bekommt man auch die ein oder andere Floskel eines fröhlichen Einheimischen mit.

 

Strände

Die Erreichbarkeit der Küste erweist sich als etwas schwierig. Der Ausblick auf das Meer ist zwar zauberhaft, aber eine laute, vielbefahrene Autobahn trennt die Stadt von der Küste. Und diese hat auch keinen Strand. Empfehlenswert sind deswegen umliegende Strände wie die von Puerto de la Cruz. Wer den Mut und die Motivation hat, einen kleinen Fußmarsch auf sich zu nehmen, kann auch so die Strände relativ leicht erreichen und sich dann auf weichen Sand freuen.

Feste

Es gibt zwei Termine, die man sich notieren sollte: den 21. Oktober und die erste Woche im August.

Am 21. Oktober jeden Jahres feiern die Einwohner ein Fest, welche die Jungfrau von Rosario und Santa Ursula, die Märtyrerin, ehren soll.

Die ersten sechs Tage im August stehen im Namen des Königs San Luis und werden durch verschiedene, auch über die Jahre wechselnde Aktivitäten zelebriert. Mit Konzerten, Tanzauftritten, vielen Ständen und Märkten kann man in diesen Tagen rechnen. In der Gemeinde Santa Ursula findet meist ein Autorennen der besonderen Art statt: Ein Wettrennen von ferngesteuerten Autos. Dieses Event findet auch neben den Feiertagen an diversen Tagen statt, doch nur im August wird es direkt neben der Autobahn ausgetragen, mit viel Platz für Besucher und Bestauner.

Restaurants

Die Restaurants der Stadt bieten ein vielfältiges Angebot von typisch kanarischen Gerichten bishin zur allgemeinen, internationalen Küche. Tapas sind immer ein guter Start, bei dem man typische Gerichte in kleinen Portionen ausprobieren, die man aber auch gut als kleine Mahlzeit zu sich nehmen kann.

La Bodeguita de Enfrente

Als traditionelles Restaurant bietet es verschiedene Arten von Tapas und vor allem für Familien ist dies ein entspannter Ort zum Essen. Es ist in der Calle Cuesta de la Villa zu finden und hat an Dienstagen und Sonntagen geschlossen.
Öffnungszeiten
Montag – Donnerstag 18.00 – 00.30Uhr
Freitag –  Samstag     18.00 – 01.00Uhr
Gerichte kosten zwischen 12 -15€.
Telefon: 0034 922 302 760

Los Corales

Neben exzellenter Kost sind die Besitzer auch besonders stolz auf ihren Weinkeller. Von dort aus hat man einen großartigen Blick auf das Orotava-Tal. Das Restaurant befindet sich ebenfalls in der Calle Cuesta de la Villa.
Öffnungszeiten
Dienstag – Sonntag 13.00-16.00Uhr und 19.00-23.30Uhr
Geschlossen: 15.07-31.07 und 15.09.-31.09. jeden Jahres
Gerichte kosten zwischen 20-25€.
Telefon: 0034 922 302 261

Tasca Taller De Don Diego Alvarez

Hier findet man traditionelle spanische Gerichte und eine lange Liste verschiedener Weinsorten. Ein gutes Abendessen verspricht also dieses Restaurant in der La Quinta, Calle B19.
Öffnungszeiten
Montag – Sonntag 12.00- 23.00Uhr
Gerichte kosten zwischen 15-20€.
Telefon: 0034 922 300 866

Nachtleben

Das Nachtleben in Santa Ursula hält sich in Grenzen. In den Hotels gibt es abends ein Unterhaltungsprogramm und einige Bars und Restaurants bieten natürlich reichlich Platz, um den Abend nicht Zuhause verbringen zu müssen und die ein oder andere Abendmahlzeit zu sich nehmen zu können. Um das richtige Nachtleben auszukosten, sollte man sich eher auf den Weg nach Puerto de la Cruz begeben, denn dort finden Einheimische, aber auch viele Touristen Tanzbars, Diskotheken und Cafés, die bis in die frühen Morgenstunden geöffnet haben.

Einkaufen

Santa Ursula animiert nicht zum großen Shoppingausflug. Hier sind eher die essentiellen Dinge in der Einkaufsstraße vorhanden. Souvenirshops sind eher selten zu finden. Für einen guten Einkaufsbummel sollte man besser Puerto de la Cruz oder sogar Santa Cruz aufsuchen.