Natur auf Teneriffa

Es ist kaum vorstellbar, dass die Natur einer so kleinen, felsigen Insel viel bieten kann. Trotzdem überwältigt die kanarische Insel Teneriffa mit ihrer Artenvielfalt in Flora und Fauna. Während der Süden Teneriffas eher trocken, fast wüstenartig ist, sprießen im Norden Pflanzen an den Hängen und der Küste. Die ganze Insel ist gespickt von kleinen Wundern der Natur, wie der tiefen Masca-Schlucht im Westen oder dem alten Schichtvulkan Teide als Highlight im Zentrum der Insel. Besucher können die felsigen Wanderpfade erkunden und dabei exotische Tiere und Pflanzen entdecken, die die meisten nur aus dem Zoo kennen.

Auf Teneriffa gibt es sogar endemische Arten, also Tiere und Pflanzen, die nur auf genau dieser Insel vorkommen. Dazu zählt zum Beispiel der Teidefink, der nach dem Vulkanberg Teidebenannt wurde. Auf Teneriffa ist er sehr häufig; auf Gran Canria kommt er sehr selten vor. Das Männchen der kleinen Vögelchen hat eine auffällig blaue Färbung.

Auch häufig ist der Kanarengirlitz, der hier wild lebende Bruder des Kanarienvogels, der als Haustier weit verbreitet ist. Das Weibchen der Finkenart ist am Bauch gestreift, das farbigere Männchen ist gelbgrün. Der Gesang der Kanarengirlitze gilt als besonders angenehm und klingt abwechselnd hüpfend und summend.

Auch die Westkanareneidechse ist eine endemische Art. Sie lebt nur auf den westlichen kanarischen Inseln Teneriffa und La Palma, ist dort aber extrem häufig anzutreffen. Zu Zeiten besonders großer Populationen gilt sie auf Teneriffa sogar als Plage und Ernteschädling und wird mit Gift und Fallen bekämpft. Die Westkanareneidechsen ernähren sich von Pflanzen und kleinen Insekten. Gerne lassen sich die zutraulichen Tiere auch von Urlaubern füttern.

Säugetiere gibt es nahezu keine auf Teneriffa. Die einzige Ausnahme bildet die Waldkatze, die um den Teide zuhause ist. Auch Kaninchen leben dort, diese wurden allerdings ausgewildert.

Wer sich genauer auskennt: Auch exotische Schmetterlingsarten flattern an den vielen Blumen der Insel. Achten Sie auf den Kanaren-Weißling mit seinem schwarzen Punkt auf den Flügeln, den Kanarischen Admiral mit seinen feurig rot-schwarzen Flügeln und das Kanaren-Waldbrettspiel mit den gelb-schwarzen Punkten, die einen gleich Tigeraugen anzustarren scheinen.

Aber auch die Blumen um die die Falter sich tummeln, sind eine Besonderheit. Typisch für Teneriffa ist zum Beispiel die Strelitzie, die ihre spitzen Blütenblätter scheinbar trotzig  in den Himmel reckt. Auch etwas Besonderes: Der Weihnachtsstern, der in Mitteleuropa im Advent oft verschenkt wird, wächst hier wild in riesigen Sträuchern. Er stammt aber - genau wie die vielen verwilderten Kakteenarten - eigentlich aus Südamerika.

Wenn Sie wandern gehen, werden Sie im Norden durch die riesigen Wälder von Kanarischen Kiefern spazieren. Im heißen Süden finden Sie eher fleischige Wolfsmilchgewächse, die mit besonderen Stoffwechselsystemen die Hitze ertragen können.

Ein Highlight der Pflanzenwelt sind auf jeden Fall auch die Kanarischen Drachenbäume. Ein besonders mächtiges Exemplar wächst bei Icod de los Vinos. Fast alle endemischen Pflanzenarten der Kanaren stehen heute unter Naturschutz.

Zwischen den Inseln Teneriffa und La Gomera gibt es eine 2000 Meter tiefe Meerenge. Dort leben Pilotwale in besonders großer Zahl. Es gibt kaum einen anderen Ort auf de Welt an dem so viele Wale leben.

Giftige oder gefährliche Tiere gibt es auf Teneriffa nicht.