Icod de los Vinos

Übersicht

Icod de los Vinos ist in einem fruchtbaren Tal über der Nordküste Teneriffas gelegen und hat sich Dank seines Drachenbaumes „Drago Milenario“ einen Namen gemacht. Darüber hinaus wissen nur wenige Reisende, was Icod de los Vinos, das sich zwischen Urbanität und Tradition bewegt, für andere Schätze bereit hält. Gemütliche Bodegas laden dazu ein, den köstlichen Weißwein dieser Region zu probieren und die historische Altstadt lockt auf einen nachmittaglichen Spaziergang.

Wirtschaft

Icod de los Vinos ist – wie der Name schon andeutet – bekannt für seinen Wein. Wegen seinen fruchtbaren Hängen wurde die kanarische Stadt unter Weinkenner namhaft. Bereits kurze Zeit nach der spanischen Eroberung Teneriffas wurde die Stadt zu einem Zentrum für Zucker- und Weinanbau. In der Altstadt von Icod de los Vinos lassen sich viele Bodegas (Weinstube) finden, in denen man in gemütlicher Atmosphäre ein gutes Gläschen Hauswein genießen kann. Das Qualitätssiegel „Vinos de Ycoden-Daute-Isora“ zeichnet die lokalen Weinsorten aus.
Icod de los Vinos, das Weißweinzentrum des Nordens, baut vor allem auf Landwirtschaft, diese ist heute noch der Hauptpfeiler der Wirtschaft im Norden Teneriffas. Seit vielen Generationen leben die Menschen hier vom Kartoffel-, Wein- sowie Bananenanbau, vereinzelt auch vom Fischfang. Dank des Drachenbaumes kommen zudem das ganze Jahr über viele Touristen nach Icod de los Vinos.

Geschichte

Zu Zeiten der Guanchen soll Icod de los Vinos aufgrund seiner Lage inmitten einer wasserreichen Region Teneriffas sehr begehrt gewesen sein. Mit dem Eintreffen der spanischen Eroberer auf der Insel, verteidigten die Ureinwohner ihre Heimat hier – wie es heißt – mit besonderem Mut und großer Geschicklichkeit.
1501 wurde Icod de los Vinos offiziell gegründet. Der Name der Stadt stammt von den Ycods, die hier einst lebten. Den Namenszusatz gaben die Weinreben, die von den spanischen Kolonialherren im 15. Jahrhundert gepflanzt wurden. Franziskaner und Augustiner, die später ihre Klöster in der Stadt errichteten, trieben den Weinbau in Icod de los Vinos erheblich voran.

Lage und Vegetation

Icod de los Vinos, im Nordwesten Teneriffas, liegt etwa 235 Meter über dem Meeresspiegel an der Küstenstraße, die unter anderen die Orte Puerto de la Cruz, San Juan de la Rambla, Garachico und Buenavista del Norte verbindet.

Kultur und Einwohner

Mit mehr als 24.000 Einwohnern präsentiert sich die Gemeinde im Norden Teneriffas aufgeschlossen und gastfreundlich. Icod de los Vinos geht es wie vielerlei Orten auf den Kanarischen Inseln: Abgelegen vom wichtigen Hafen und entfernt von den größeren Städten, entwickelte sich aus eigenem Antrieb ein Volk ganz besonderer Art, dessen Bescheidenheit und Gemeinschaftssinn heute noch sprichwörtlich sind. Folgt man den steilen Gassen aus Pflastersteinen, kann man das kulturelle Zentrum von Icod de los Vinos erkunden und so die Stadt und ihre netten Bewohnern kennenlernen.

Anfahrt

Über die TF-5 ab Los Realejos ist die Stadt mit Santa Cruz verbunden. Oberhalb des Ortes sieht man dichte Pinienwälder, über denen majestätisch der Vulkan El Teide thront. Das Landschaftsbild ist geprägt von terrassenförmigen Anbaugebieten, die sich von der Küste bis zu den Wäldern ausdehnen. Busse verkehren unter anderem nach und von Puerto de la Cruz (Linien 354, 363), Buenavista del Norte und San Marco.

Sehenswürdigkeiten

Cueva del Viento

Die Cueva del Viento – eine jahrtausendealte Vulkanröhre bei Icod de los Vinos – soll mit über 14 Kilometern zu den längsten Höhlen der Welt zählen und beherbergt mittlerweile eine sehr vielfältige Fauna. Aus Sicherheitsgründen war die Windhöhle Teneriffas für längere Zeit geschlossen, kann aber seit 2010 wieder besichtigt werden.

Iglesia San Marco

Die dreischiffige Kirche Iglesia San Marco, die im 15. Jahrhundert in Icod de los Vinos errichtet wurde, begrüßt ihre Besucher mit einem eindrucksvollen Renaissanceportal. Im Kircheninneren sind besonders die detailreiche Holzdecke und der imposant verzierte Barockaltar sehenswert, aber auch Gemälde und Skulpturen namhafter Künstler wie Alonso Cano. Gold- sowie Silberarbeiten, Ornamente, alte Bücher und religiöse Objekte, die aus der Zeit zwischen dem 16. und 20. Jahrhundert stammen, können ebenfalls bewundert werden. Highlight sind die älteste, aus dem 15. Jahrhundert stammende, Skulptur der Kanaren und die Schatzkammer, in der sich das größte versilberte Filigrankreuz der Welt befindet. Gewölbe und Türen der Iglesia San Marco sind aus Steinen errichtet, die von der Nachbarinsel La Gomera herangeschafft wurden. Von der Plaza aus haben Sie eine wunderbare Sicht auf den Drago Milenario.
Adresse:
Iglesia San Marco
Parque Andrés Lorenzo Cáceres
38430 Icod de Los Vinos
Teneriffa

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 09.00 Uhr bis 12.30 Uhr und 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Parque del Drago

Der Park um den Drago Milenario in Icod de los Vinos wurde in den letzten Jahren immer wieder verschönert und gleicht mittlerweile einem kleinen botanischen Garten mit endemischen Pflanzen. In einem nachgebauten Guanchen-Dorf und einer abgelegenen Höhle können Besucher sehen, wie die Ureinwohner Teneriffas damals gelebt haben. Informationstafeln bieten in drei verschiedenen Sprachen Informationen über das Leben der Guanchen und die Vegetation der Insel.
Adresse:
Parque del Drago
Plaza de la Constitución 1
38430 Icod de los Vinos
Teneriffa

Öffnungszeiten: von Montag bis Samstag, 09.30 Uhr bis 18.30 Uhr

Drago Milenario

Der Drachenbaum Drago Milenario ist – mit fast 20 Metern Höhe und einem Umfang von 10 Metern – die Hauptattraktion von Icod de los Vinos und das Symbol der Stadt. Seine Größe ist einzigartig und mit seinen angeblich 1.000 Jahren, ist er zudem der älteste Baum seiner Art weltweit. Da Drachenbäume jedoch keine Jahresringe haben, lässt sich ihr Alter nicht genau feststellen. Früher dachten die Guanchen (die Ureinwohner Teneriffas), dass der Drago Milenario heilende Kräfte besitzt. 1917 wurde der makaronesische Baum zum National Monument ernannt. Um den Drachenbaum zu würdigen, legte man einen Park, den Parque del Drago, um ihn herum an. Auf dem Weg durch die Stadt von Icod de los Vinos stößt man auf weitere Drachenbäume. Der kleine Bruder des Drago Milenario, der Drago Chico beziehungsweise Drago de San Antonio wächst auf der Plaza Cabrera Mejías.

Parkhaus/Galerie El Drago

Wer nach Icod de los Vinos kommt hat meist ein Ziel: den Drago Milenario. Ein Foto des berühmten Drachenbaumes gehört zum Pflichtprogramm eines jeden Urlaubers auf Teneriffa. Auf dem Weg dorthin sollte man sich auf keinen Fall das Parkhaus in der Nähe des Parque del Drago entgehen lassen. Das El Drago im Zentrum der Stadt wurde in eine Galerie umgewandelt. Der kanarische Künstler Eric Cichosz verschönerte hier im Rahmen des Projektes Ycoden Tradicional zahlreiche Wände mit beeindruckenden Gemälden. Die Arbeiten sind teilweise bis zu 30 Meter breit und zeigen das reiche Brauchtum der Einheimischen von Icod de los Vinos.

Plaza de la Pila

Die Plaza de la Pila (oder Plaza de la Constitución) in Icod de los Vinos liegt leicht erhöht, unweit des Parque Andrés Lorenzo Cáceres mit der Iglesia San Marco und ist umgeben von Stadthäusern aus dem 18. Jahrhundert, wie der Casa de los Cáceres, in der gelegentlich auch Kunstausstellungen gezeigt werden. Weitere eindrucksvolle Gebäude findet man in der Calle San Sebastián (unter anderem der Palast der Fleitas, das Stammhaus der Marktgrafen von Santa Lucía oder die Ermita de la Virgen de los Afligidos) und der Calle Gonzáles Trujillo (zum Beispiel das Kloster der Franziskanermönche).

Adresse:
Plaza de la Constitución
38430 Icod de Los Vinos
Teneriffa

Plaza León Huerta

Urlauber können in Icod de los Vinos einen Abstecher zum Rathaus der Stadt auf der Plaza León Huerta – unweit des Busbahnhofes - machen. Früher stand hier ein Augustinerkloster und heute ist noch die im Mudejar-Stil gebaute Kirche Iglesia San Agustín erhalten.
Adresse:
Plaza León Huerta
38430 Icod de Los Vinos
Teneriffa

Schmetterlingspark

Weltweit gibt es mehr als 180.000 Schmetterlingsarten. Der Park El Mariposario del Drago in Icod de los Vinos dient der Erhaltung solcher Arten, die vom Aussterben bedroht sind, und ist das erste Exhibition and Reproduction Center dieser Art in Spanien. Über 800 Schmetterlinge zwölf verschiedener Arten leben in der Anlage im nördlichen Teneriffa. Die Insekten werden nicht gefangen, sondern im Laboratorium gezüchtet. Hier können Besucher beobachten, wie sich Raupen zu wunderschönen Schmetterlingen entwickeln. Das Kokonstadium variiert zwischen mehreren Tagen und Jahren, das Ausschlüpfen findet generell morgens statt. Sobald die Flügel der Schmetterlinge getrocknet sind, werden sie in das Mariposario gelassen. Hier spielt sich das gesamte Leben der bunten Insekten ab, die jedoch nur zehn bis 15 Tage alt werden. Die Schmetterlinge – unter anderem Arten aus Indien, Costa Rica oder Brasilien – fliegen im Park frei umher und können aus nächster Nähe beobachtet werden. Am Eingang des El Mariposario del Drago wird man von dem Leguan Roque begrüßt, der schläfrig zwischen den paradiesischen Faltern auf einer Brüstung thront. Im Keller des Schmetterlingparks können sich Besucher in einem kleinen Museum über die Tiere informieren und einen 70-minütigen französischen Dokumentarfilm mit beeindruckenden Detailaufnahmen sehen.
Adresse:
El Mariposario del Drago
Avenida Canarias 2
38430 Icod De Los Vinos
Teneriffa

Öffnungszeiten: täglich von 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr
Eintritt: normal 8 Euro; Einwohner, Studenten und Rollstuhlfahrer 7 Euro, Kinder 5 Euro

Strände

Nur zwei Kilometer nördlich von Icod de los Vinos können Urlauber auf Teneriffa, abseits vom Touristentrubel, am Strand Playa de San Marcos in einer windstillen Bucht im Atlantik schwimmen und am schwarzen Sandstrand entspannen. Einheimische und kleine Fischerboote verleihen dem Strand San Marcos ein besonderes Flair.
Nicht weit entfernt von Icod de los Vinos gibt es einige Meerwasserbecken, beispielsweise in San Juan de la Rambla oder in Garachico.

Playa San Marco

20km von Puerto de la Cruz entfernt, an der Nordküste Teneriffas, befindet sich das kleine Örtchen San Marcos. Als Gemeindeteil von Icod de los Vinos bietet der Ort viele Appartementhäuser und Ferienwohnungen. Da San Marcos mehr im als am Berg liegt, hat man von den Appartements eine wunderschöne Aussicht auf Teneriffas Berge und den atlantischen Ozean.
Direkt am Fuβ der Berge befindet sich ein kleiner Strand mit schwarzen Steinen. Unter Touristen ist er zumeist unbekannt und daher auch wenig besucht. Hervorragend geeignet ist dieser Strand für Familien und Kinder. Durch seine gute Lage zwischen gigantischen Felsen, die doch etwas einschüchternd wirken, und ein vorgelagertes Mole wird die Playa de San Marcos vor den groβen Wellen des Atlantiks geschützt. Das Wasser ist fast schon seicht und man könnte in der Tat sogar eine Luftmatratze zu Wasser lassen - eine Seltenheit auf Teneriffa. Sanitäranlagen sind ebenfalls vorhanden. Sollte ein Notfall eintreten ist sogar eine Rotkreuzstation direkt vor Ort. Für Proviant ist am Strand ebenfalls gesorgt. Ringsum tummeln sich kleine Restaurants, Cafés und sogar ein kleiner Supermarkt, der für die Bewohner der Appartementhäuser, wie für die Strandbesucher günstig gelegen ist.
Die Restaurants des Dorfes sind bekannt für ihr hervorragendes und immer frisches Fischangebot. Sie werden täglich von Fischern aus der Region mit neuer Ware beliefert. Diese Tradition reicht schon viele Jahre zurück, denn San Marcos ist ein ehemaliges Fischerdörfchen von dem aus auch heute noch viele Fischer zu ihren Fischzügen aufbrechen.
Sehr charmant ist die winzige, blaue Kapelle, die direkt am Strand zwischen Appartements und Restaurants versteckt ist. Neben dem 70er Jahre Baustil versprüht sie einen Hauch von spanisch-rustikalem Flair.
In den Felsen, die den Strand Playa de San Marcos umschlieβen, befindet sich ein riesiges, 5km verzweigtes Höhlennetz. Der Eingang ist oberhalb des Strandes gelegen. Die Entstehung dieses unterirdische Felslabyrinths ist auf das Erstarren der Lava in den Vulkanröhren zurückzuführen. Daher ist es auf keinen Fall zu empfehlen diese Höhlen ohne ortskundige Führung zu besuchen.
Für sportliche Aktivität an Land ist in der kleinen Stadt auch gesorgt. Auf einem Plateau neben dem Strand befindet sich eine Tennis- und Sportanlage mit atemberaubenden Blick auf den Atlantik.

Feste

Fiesta de San Andrés

Die Fiesta de San Andrés am 29. November ist das Weinfest von Icod de los Vinos und lockt zahlreiche neugierige Weinliebhaber und Urlauber aus ganz Teneriffa an. Die Bodegas der gesamten Region um Icod de los Vinos stellen ihre neuen Weine vor. Dazu gibt es traditionelle Speisen und ein munteres Rahmenprogramm.
Wann? 29. November
Wo? In den Bodegas von Icod de los Vinos und der Umgebung

Fiesta de San Juan

Im Juni wird in Icod de los Vinos jedes Jahr die Fiesta de San Juan (das Johannesfest) gefeirt. Den Abschluss bildet ein Feuerwerk.
Wann? 23. und 24. Juni
Wo? Icod de los Vinos

Restaurants

Icod de los Vinos bietet allein schon wegen seiner Größe ein breites Angebot an unterschiedlichsten Restaurants. Auch die Fahrt in das drei Kilometer entfernte Fischerdorf San Marcos lohnt sich.

Restaurant Carmen

Im Carmen – in der Nähe der Iglesia San Marco – sollten man das typische Gericht Potaje de Berros (Eintopf mit Brunnenkresse) probieren. Das Restaurant in Icod de los Vinos ist auch bei vielen Einheimischen sehr beliebt!
Adresse:
Restaurante Carmen
Calle Hércules 2
38430 Icod de Los Vinos
Teneriffa

Einkaufen

Mojo sauce tasting, Icod de los Vinos.

Icod de los Vinos lässt keine Wünsche offen. In der Innenstadt finden man sämtliche Markenläden, aber auch kleinere Souvenirshops oder Familienbetriebe. Auf dem Weg zum Drago Milenario, gleich um die Ecke von der Plaza de la Pila, sollten man einen Abstecher in den Laden von Jose Benitez machen. Hier kann man verschiedene Spezialitäten der Kanarischen Inseln kostenlos probieren.