Übersicht der La Orotava

Im Norden Teneriffas inmitten des Tals „Valle de la Orotava“ liegt das Städtchen La Orotava. Sowohl das Tal als auch der Ort sind für jeden Teneriffa besucher einen Tagesausflug wert. La Orotava ist eine der schönsten Gemeinden der Insel mit hübschen alten Residenzen, deren wertvollen Fassaden und holzgeschnitzte Balkone typisch kanarisch sind. La Orotava ist auch ein Paradies für Liebhaber des kanarischen Kunsthandwerks. Stickereien, Töpfer- und Korbwaren, Musikinstrumente und Schnitzereien werden zum Teil direkt vor Ort gefertigt.

Unzählige historische Bauten prägen die hübsche Inselstadt. In der fast vollständig erhaltenen Altstadt Orotavas beeindrucken den Urlauber koloniale Herrschaftshäuser, barocke Kirchen, Gärten und wunderschöne Plätze. Da die Altstadt denkmalgeschützt ist, kann die Schönheit dieses Städtchens hoffentlich auch noch in vielen Jahren bewundert werden.

Bekannt ist La Orotava auf der Insel auch für seine Bilder aus verschiedenfarbiger Vulkanasche. Jedes Jahr zu Fronleichnam entsteht auf dem Rathausplatz ein großes Sand- Salz- und Aschebild. Anlässlich der Prozessionen legen Einwohner zudem Bilderteppiche auf den Straßen Orotavas aus, die schönsten unter ihnen werden prämiert.

Von La Orotava aus führen viele Wanderwege in das schöne insulanische Umland. Man findet dort eine einzigartige Vegetation und viele Erhebungen, von denen man einen weitreichenden Blick auf das Tal genießen kann. Große Teile der anliegenden Täler werden als Bananenplantagen genutzt. 

Lage und Vegetation

Mit dem Linienbus sind es nur knappe acht Busminuten von Puerto de la Cruz bis zum Eingang der Stadt, an dem sich der Busbahnhof befindet. Das Stadtgebiet La Orotava liegt auf einer Höhe von circa 390 m über dem Meeresspiegel und etwa 30 km südwestlich von Teneriffas Hauptstadt Santa Cruz. La Orotava profitiert von einem feuchten Klima und seiner reizvollen Lage im Orotavatal (Valle de Orotava). Dieses hat schon vor 200 Jahren Reisende angezogen. Nach einem ihrer berühmtesten Besucher, dem Naturforscher Alexander von Humboldt, ist noch heute der Mirador Humboldt (der Humboldtblick) benannt, der einen tollen Ausblick über das Tal bietet.

Durch das feuchte Klima besitzt La Orotava eine abwechslungsreiche und recht grüne Vegetation. Wer die Stadt besichtigt, sollte am Besten einen Stadtplan dabei haben; die Altstadt ist zwar nicht groß, jedoch recht verwirrend. Zwar kann man sich in den kleinen, steilen Gässchen leicht verirren, doch genau das macht mit den Charme La Orotavas aus.

Wirtschaft

Vor allem der Bananenanbau prägt die Landwirtschaft dieser Gegend Teneriffas, doch auch einige Gofiomühlen (Gofio ist geröstetes Maismehl) lassen sich in und um La Orotava finden. Wie auch im übrigen Teneriffa ist natürlich der Fremdenverkehr eine wichtige Einnahmequelle für La Orotava – das ganze Jahr über kommen Touristen hierhin, um die wunderbaren alten Herrenhäuser zu besichtigen.

Kultur und Einwohner

Die mehr als 40.000 Einwohner der Stadt leben vor allem vom Fremdenverkehr. Auch die etwa 140.000 Einwohner des Ballungsgebietes um La Orotava profitieren von den zahlreichen Touristen, denn viele Urlauber begeben sich während ihres Aufenthalts auf Teneriffa auf Wandertouren in das schöne Tal.

La Oratava erhielt durch ihren wirtschaftlichen Aufschwung Mitte des 17. Jahrhunderts ein prächtiges Zentrum mit Herrenhäusern, üppig geschnitzten Holzbalkonen und reich verzierten Innenhöfen. Reichtum, Kunstfertigkeit und Handwerk sind in der tinerfeñischen Stadt noch heute zu bewundern.

Geschichte / Gründung

La Orotava, oder La Araotava, wie der Ort bei den Guanchen (den Ureinwohnern Teneriffas) hieß, war schon vor der spanischen Zeit ein Teil von Taoro, dem reichsten der Guanchen-Reiche auf Teneriffa. Die oberhalb von Puerto de la Cruz liegende Stadt, hat alle Vorzüge, die man sich als Urlauber wünschen kann: gemäßigtes Klima bei 400 Metern über dem Meeresspiegel und rundherum das fruchtbare Orotavatal (immerhin die fruchtbarste Region der ganzen Insel), das bis hinauf zum Einsturzkrater des Teide und hinunter bis nach Puerto de la Cruz reicht.

Vor der spanischen Eroberung 1496 lebte hier der tapfere Guanchenkönig Bencomo; doch schon ab 1496 bauten die spanischen Eroberer ihre großen Herrenhäuser in der Stadt und Anfang des 16. Jahrhunderts wurde La Orotava noch stärker von spanischen Handelsleuten besiedelt. Die prächtigen Villen und Paläste aus dieser Zeit sind zum Teil heute noch erhalten.

Alexander von Humboldt pries vor 200 Jahren La Orotava als den schönsten Ort weltweit. Vom berühmten Humboldtblick aus sieht man heute auf die vielen weißen Häuser der Stadt hinab, wie auch auf die verlängerte Autobahn, auf das grüne Tal mit dem Teide im Hintergrund und auf das Meer. Außerdem sieht man Puerto de la Cruz, den einstigen Hafen von La Orotava.