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Mancha Blanca
Übersicht
Mancha Blanca ist ein kleiner Ort im Nordwesten Lanzarotes. Er liegt fernab vom Touristentrubel in der Gemeinde Tinajo.
Dieser Ort ist nicht bekannt für riesige Hotelkomplexe, sondern aufgrund seiner Lage inmitten von Lavafeldern und der damit verbundenen Geschichte.
Geprägt durch mehrere Vulkanausbrüche und der wundersamen Rettung Mancha Blancas, feiern die Einwohner hier jährlich ein riesiges Fest, zu dem Menschen aus allen Ecken der Insel pilgern.
Geschichte / Gründung
Es existiert eine Legende über die kleine Stadt, bekannt als das Wunder von Mancha Blanca.
Dem zufolge wurden die Bewohner von den Vulkanausbrüchen in den Jahren 1730 bis 1736 bedroht.
Die kleine Gemeinde sah sich dem Tode geweiht, wollte aber dennoch nicht aufgeben. So holten sich die Bewohner göttlichen Beistand in Form der Figur der Virgen de los Dolores (Jungfrau der Schmerzen) – die Schutzpatronin der Vulkane. Diese stammt aus der Kirche von San Roque, im Nachbarort Tinajo. Seit 1802 ist Tinajo eine eigenständige Gemeinde, im 18. Jahrhundert war sie jedoch auch nur eine Stadt wie Mancha Blanca.
Die Jungfrau erhörte die Gebete der Bewohner und verschonte die Gemeinde. Am 16. April 1736 erstarrte der riesige Lavastrom vor der Montaña de Guiguan und Mancha Blanca blieb weiterhin erhalten.
Die Einwohner versprachen daraufhin der Virgen de los Dolores, ihr als Dank eine Kapelle zu errichten.
Allerdings hielten sie sich nicht an dieses Versprechen. Der Legende zufolge wartete die Heilige bis 1744 und erinnerte schließlich die Bewohner an die Gegenleistung, die sie ihr versprochen hatten. Die Hirtin Juana Rafaela Acosta soll die Botschaft bzw. Mahnung der Madonna erhalten haben. Es vergingen weitere sieben Jahre bis die arme Gemeinde die Mittel zusammen hatte, um die Kapelle zu errichten. So wurde diese im Jahre 1781 fertig gestellt.
Der bisher letzte große Vulkanausbruch in der Gegend ereignete sich im Jahr 1824. Auch jetzt stand die Schutzpatronin der Vulkane zu ihrem Wort. Nur wenige Meter vor Mancha Blanca erstarrten die Lavamassen und ließen den Ort erneut unversehrt.
Um der Jungfrau endgültig ihre grenzenlose Dankbarkeit zu zeigen und noch einmal mehr an das Glück zu erinnern, das dem Ort mehrmals treu geblieben war, wurde die kleine Kapelle im Jahr 1862 durch die Wallfahrtskirche Ermita de los Dolores ersetzt.
Wirtschaft
Der wichtigste Industriezweig der Gemeinde Tinajo ist die Landwirtschaft. Aufgrund der günstigen Windlage und der guten Bodenqualität wird hier sehr verstärkt Landwirtschaft betrieben. Die Fruchtbarkeit des Bodens ist hauptsächlich einer großangelegten Aktion zu verdanken, bei der Boden aus San Bartolomé mithilfe von Kamelen und Eseln nach Tinajo transportiert wurde.
Produkte, die hier angebaut werden, sind unter anderem Mais, Zwiebeln, Kartoffeln, Tabak, Wein und Kaktusfrüchte.
Das Dorf Tinajo wird als der Mittelpunkt der Gemüseanbauregion im Westen Lanzarote angesehen. Außerdem findet man einige Weideflächen in der Gemeinde. Die Erzeugnisse der Land- und Viehwirtschaft werden jeden Sonntag beim Bauernmarkt neben der Kirche Ermita de Los Dolores bei Mancha Blanca angeboten.
Kultur und Einwohner
Mancha Blanca hat nur etwa 780 Einwohner.
Von großen Touristenströmen ist hier nichts zu spüren. Die meisten Besucher Mancha Blancas und allgemein der Gemeinde Tinajo schauen sich die Vulkanlandschaft im nahegelegenen Naturpark Timanfaya an und statten den Sehenswürdigkeiten der umliegenden Orte anschließend einen Besuch ab.
Die Einwohner des Ortes sind sehr stolz auf ihre Geschichte und das Wunder von Mancha Blanca. Deshalb findet jedes Jahr am 15. September eine große Feier anlässlich der Rettung Mancha Blancas statt.
Lage und Vegetation
Mancha Blanca liegt auf der westlichen Seite im Inneren der Insel Lanzarote. Der kleine Ort gehört zu der Gemeinde Tinajo und befindet sich östlich des bekannten Nationalparks Timanfaya.
San Bartolomé ist circa 15 Kilometer entfernt. Mit dem Auto von San Bartolomé fährt man am besten die LZ-30 entlang und biegt anschließend rechts auf die LZ-56 in Richtung Mancha Blanca ab. Bis zur Inselhauptstadt Arrecife sind es circa 25 Kilometer.
Von hier aus folgt man zunächst der LZ-2, anschließend bei der Carretera de Centro rechts runter auf die LZ-30 und dann wieder rechts auf die LZ-56.
Es fährt keine Buslinie direkt nach Mancha Blanca. Die nächste Stadt, die angefahren wird, ist La Vegueta. Von Arrecife bis La Vegueta und zurück fährt die Linie 16. Von dort aus sind es etwa 5 Kilometer bis nach Mancha Blanca.
Rund um Mancha Blanca und vor allem östlich im Naturpark Timanfaya erstreckt sich auf einer Fläche von 167 Quadratkilometern eine riesige Lavalandschaft. Große Aschefelder erinnern an das Zentrum der Eruption im 18. und 19. Jahrhundert. Zu dieser Zeit entstanden auch die Montañas del Fuego – rund 30 Vulkankegel, die zu den Hauptattraktionen der ganzen Insel zählen. Besonders spektakulär sehen dabei die schimmernden Farben dieser Berge aus. Je nachdem wie alt das Eruptivmaterial ist, variieren diese zwischen rostrot und schwarz.
Außerdem kann man beobachten, wie die Pflanzen inmitten der Lavawüste versuchen, wieder an die Oberfläche zu treten und zu wachsen. Unterschiedliche Flechtenarten haben das bereits geschafft.
In den kleinen Städten der Gemeinde Tinajo wachsen unter anderem Hibiskussträucher, Drachen- und Lorbeerbäume und teilweise auch Palmen.
Sehenswürdigkeiten
Informationszentrum Mancha Blanca
Das Besucher- und Informationszentrum von Mancha Blanca befindet sich circa 2 Kilometer von dem Ort entfernt, westlich, an der Straße Richtung Timanfaya.
Mitten in der Lavawüste liegt das flache, weiße Gebäude, das man vor einer Tour durch den Nationalpark von Timanfaya unbedingt besuchen sollte. Der Besucher erhält hier in mehreren Ausstellungsräumen Informationen über das Phänomen des Vulkanismus und die Geschichte der Gegend. Auf den Nationalpark wird dabei besonders eingegangen, sodass man anschließend sofort zu der Tour aufbrechen kann.
Des Weiteren gibt es hier Karten, Bilder und mehrere Ausstellungsstücke in Vitrinen und Schaukästen. Auch kurze Videosequenzen werden dazu genutzt, um dem Besucher zum Beispiel die Entstehung und den Ausbruch eines Vulkans nahe zu bringen. Besonders erwähnenswert ist auch der Kinosaal, in dem ein zweiteiliger Film über die Insel Lanzarote gezeigt wird. Auch der Saal, in dem ein Vulkanausbruch simuliert wird, ist ein Highlight des Informationszentrums.
Die Einrichtung ist täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.
Kirche Ermita de los Dolores
Die wichtigste Sehenswürdigkeit von Mancha Blanca ist zweifellos die Kirche Nuestra Señora de los Dolores, auch bekannt unter dem Namen Ermita de los Dolores. Die Wallfahrtskapelle liegt etwas außerhalb des Ortes, an der Straße Richtung Tiagua.
Es handelt sich hierbei um einen einschiffigen Bau, errichtet im Stil der klassischen kanarischen Architektur. Die Fassade ist weiß und schlicht. Von Weitem sieht man die Kuppel an der Westseite der Kapelle samt flachem Satteldach.
Die Kirche wurde zu Ehren der Jungfrau der Schmerzen (Virgen de los Dolores) im Jahre 1862 errichtet. Sie ersetzte die kleine Kapelle, die die sehr armen Bewohner des Ortes im Jahr 1781 gebaut hatten. Die Figur der Jungfrau, die laut der Sage die kleine Gemeinde mehrmals vor den Lavamassen beschützt hat, befindet sich im Inneren der Kirche. Diese Madonna ist bekannt unter dem Namen Nuestra Señora de los Volcanes oder Nuestra Señora de los Dolores.
Museen
In Mancha Blanca sind keine Museen zu finden. Wer sich jedoch während seines Urlaubs auf Lanzarote über die Kultur der Insel informieren möchte, hat es von Mancha Blanca aus nicht weit. Das Landwirtschaftsmuseum Agrícola El Patio in Tiagua ist circa 8 Kilometer entfernt.
Aktivitäten
Wandern
Die weitläufige Vulkanlandschaft eignet sich besonders gut für Wanderungen. Eine beliebte Tour ist von Mancha Blanca über Caldereta und Caldera Blanca wieder zurück nach Mancha Blanca.
Die Wanderung dauert circa 3 Stunden und man muss beim An- und Abstieg etwa 300 Meter Höhenunterschied bewältigen.
Strände
In Mancha Blanca direkt gibt es keinen Strand. Der nächste Strand befindet sich etwa 8 Kilometer entfernt in La Santa an der Westküste. Dieser künstlich angelegte Strand ist 900 Meter lang und bietet mit seinem meist ruhigen Wasser perfekte Windsurf-Bedingungen.
Feste
Fiesta de Nuestra Señora de los Volcanes
Jedes Jahr findet in Mancha Blanca am 15. September das Fest "Fiesta de Nuestra Señora de los Volcanes" statt. Mit mehreren Veranstaltungen gedenken die Einwohner Mancha Blancas der heiligen Virgen de los Dolores – die Jungfrau, die den Ort während der großen Vulkanausbrüche beschützte und dessen Existenz bewahrte. Menschen aus allen Teilen Lanzarote pilgern zu dieser Zeit nach Mancha Blanca. Sie tragen traditionelle Trachten und huldigen ihrer Retterin mit Geschenken und Opfergaben. Bei einer feierlichen Prozession wird die Statue der Madonna von Tinajo – der Ort, aus dem die Figur ursprünglich stammt – zur Wallfahrtskapelle in Mancha Blanca, ihrem jetzigen Zuhause, getragen.
Im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten wird außerdem seit 1989 jedes Jahr eine Kunsthandwerkermesse veranstaltet – die Feria Insular de Artesania de Mancha Blanca. Hier wird Kunsthandwerk aus allen kanarischen Inseln ausgestellt und verkauft. Außerdem gibt es einen Rummel mit Buden, Karrussels und weiteren Attraktionen.
Für Urlauber Lanzarote ist ein weiteres Zelt besonders interessant: Hier gilt es, die Kultur der Insel zu entdecken. Zum Beispiel wird vorgeführt, wie der Farbstoff aus der Cochenille-Laus zum Färben verwendet wird. Außerdem gibt es den leckeren Insel-Wein zu probieren. An einem weiteren Stand wird Gofio – das älteste kanarische Nahrungsmittel – zu einem leckeren Gericht verarbeitet und zum Probieren angeboten.
Nachtleben
Für Nachtschwärmer und Partyhungrige ist Mancha Blanca nicht das richtige Ziel. Diese sollten sich lieber an die Ostküste, zum Beispiel nach Puerto del Carmen oder Arrecife, begeben. In Mancha Blanca finden Urlauber eher authentische kanarische Kultur fernab vom Massentourismus.
Einkaufen
Bauernmarkt
Der Bauernmarkt, der direkt neben der Kirche Ermita de los Dolores stattfindet, gilt als Geheimtipp und ist in jedem Fall einen Besuch wert. Er findet jeden Sonntag von 09.00 bis 14.00 Uhr statt. Hier kommen größtenteils Einheimische her, um sich zu treffen und um Lebensmittel einzukaufen. Der Markt besteht aus mehreren Teilbereichen, in denen jeweils unterschiedliche Produkte und Erzeugnisse angeboten werden. Dazu gehören landwirtschaftliche Produkte, wie Obst und Gemüse, viehwirtschaftliche Erzeugnisse, wie Käse und Schinken sowie Fisch und Meeresfrüchte, konditorische Produkte, Wein, Handwerk und Kunstgewerbe. Neben dem Einkaufen kann man hier Auftritte folklorischer Tanzgruppen und Vorführungen aller Art bewundern. So werden hier zum Beispiel Esel und Hähne vorgeführt und es wird gezeigt, wie man Weintrauben zerstampft.
Urlauber der Insel Lanzarote können beim Besuch des Bauernmarktes der kanarischen Kultur ein Stück näher kommen. Er bietet eine gute Alternative zum Sonntagsmarkt in Teguise.