Kultur & Geschichte in Lanzarote

Man sagt, dass die Insel schon seit fast 2000 Jahren bevölkert ist, jedoch fehlen ausreichende archäologische Funde um ein umfassendes Wissen darüber zu erhalten. Vor dem spanischen Einzug war die Insel von einem ursprünglich berberischem Stamm aus Nordafrika besiedelt. Diese sehr friedlichen Ureinwohner lebten steinzeitlich in Höhlen, kleideten sich mit Fellen und Häuten und besaßen kein Wissen über die Seefahrt. Der berberische Einfluss ist in einigen Städtenamen der Insel heute noch verankert, so die Ortsnamen Tinajo und Teseguite, die aus der berberischen Sprache übernommen wurden.

Seine erste Nennung und seinen noch heutigen Namen hat die Insel dem Genuesen Lancelotto Malocello zu verdanken. Er besuchte die Insel um 1312, blieb einige Jahre, nahm die Insel in seinen Besitz und ließ sie auf der Weltkarte des Angelino Dulcert als Insula de Lanzarotus Marocelus einzeichnen. Lancelotto handelte mit den Ureinwohnern, der spätere Einzug der Europäer hingegen war weniger friedlicher Absicht- so waren diese lediglich auf Materialien wie Felle und Farbstoff und auf  die Ureinwohner aus, um sie zu versklaven. Nach der Eroberung der Insel 1402, waren lediglich 300 Ureinwohner übrig. Um sich vor den Spaniern zu schützen, errichteten sie ein Lager im Süden der Insel, das heutige El Rubicón.

Als am dichtesten zum afrikanischen Kontinent lokalisierte Insel, wurde Lanzarote immer wieder zum Opfer von Piratenangriffen. So eroberte 1586 der berberische Pirat Amurat mit über 500 Mann Lanzarote .

1730 fand nicht nur ein einmaliges, lang anhaltendes Geschehen in der Geschichte Lanzarotes sondern auch der Geschichte des Vulkanismus statt. In jenem Jahr öffnete sich die Erde in der Nähe des Ortes Yaiza und es entstanden neue Vulkane die sechs Jahre lang ausbrachen und 10 Städte unter ihrer Lava bedeckten, die Luft mit Asche füllten, und gefolgt von starken Seebeben waren.

Heute gehört dieses Gebiet zum Timanfaya Nationalpark, im Südwesten Lanzarote. Kein Wunder, dass diese Insel fast zu drei Viertel von Lava bedeckt ist, die über 100 Vulkane im Laufe der Zeit ausspuckten.

Der letzte Vulkanausbruch ereignete sich im Jahr 1824 des Timanfaya, ihm waren 10 Jahre mittelschwere Erdbeben vorangegangen. Das Dorf Mancha Blanca fürchtete seine Zerstörung und wusste sich nur durch ein Wunder zu helfen. Sie borgten sich die Virgen de los Dolores aus der Kirche in Tinajo und gingen der glühenden Lava entgegen. Es wird wahrlich von einem Wunder berichtet, da die Magma Massen vor dem ersten Haus erkalteten und somit keine Leben und Zerstörungen mit sich zog. Noch heut wird dieses Ereignis groß gefeiert, ein Holzkreuz steht an dem Punkt der Erkaltung der Lava.