Wandern auf Porto Santo

Die Insel Porto Santo mag neben Madeira zwar klein erscheinen, eine genaue Erkundung ist aber trotzdem lohnenswert. In wenigen Tagen können Sie bei Rundwanderungen und Strandwanderungen die schönsten Flecken der Insel erkunden. Da die Berge Porto Santos nicht hoch sind, entsprechen die meisten Wanderungen leichten Spaziergängen und man kann locker mehrere Gipfel an einem Tag erklimmen. Wandern Sie entlang der künstlichen Bachläufe und finden Sie die abgelegendsten Orte. Am idylischsten sind die Terra Cha und der Pico Branco.

Porto Santo eignet sich wegen seiner geringen Größe auch für Wanderanfänger. Wichtig ist aber trotzdem bei jeder Wanderung genügend Verpflegung dabei zu haben. Auf den einsamen Pfaden gibt es kaum Raststätten. Auch Regenschutz, Sonnencreme und leichte sowie warme Bekleidung sollten auf jeden Fall zu ihrer Wanderausrüstung gehören. Das Wetter ist auf Porto Santo sehr wechselhaft; Wolken können die Sonne sekundenschnell verdecken.
Noch bequemer und effektiver wird ihre Wanderung mit Wanderstöcken.

Die besten Wandermonate sind Juli, August und September. Im Juni ist der Himmel zumeist schon nachmittags bewölkt und Niederschlag ist wahrscheinlicher als in den späten Sommermonaten. Ein Vorteil im Juni ist hingegen die Vegetation: Zu dieser Jahreszeit säumen noch mehr blühende Pflanzen ihren Weg entlang derLevadas (künstliche Wasserläufe, die die Insel mit Wasser versorgen). Insgesamt ist die Artenvielfalt von Flora und Fauna auf Porto Santo aber wesentlich geringer als auf Madeira. Wandern kann im Juni aber auch gefährlich sein, weil die teils engen Wanderpfade und Mauern dann oft glitschig sind.

Im Januar gibt es auf Madeira und Porto Santo ein Wanderfest. In fünf Tagen werden dann täglich vier Wanderungen auf den 20 beliebtesten Wanderwegen der beiden Inseln angeboten.

Ein sehr guter Tipp ist eine Wanderung im Inselinneren Porto Santos von Vila Baleira nach Camcha. Starten Sie die Tour am 437 Meter hohen Pico de Castelo. Dieser ist von Vila Baleira mit dem Auto in zehn Minuten zu erreichen und gut ausgeschildert. Wenn Sie kein Auto gemietet haben: Taxis gibt es in Vila Baleira zur Genüge. Wandern Sie vom Parkplatz an der Südseite die Wiesenwege an der Ostseite des Berges, die anfangs nur leicht ansteigen. Auf der Nordostseite haben Sie dann die Wahl: Eine Straße führt zum benachbarten Pico do Facho, dem mit 516 Metern höchsten Berg der Insel, ein anderer Pfad führt in engen Kurven zum Gipfel des Pico de Castelo. Dort wird der Weg dann felsiger und ist von kleinen Kiefern gesäumt, die ihre Wurzeln um den hellen Granitstein geschlungen haben. Auf dem bewaldeten Gipfel findet man eine Parkanlage und eine Festung, die im 16. Jahrhundert zur Verteidigung gegen algerische und französische Piraten gebaut wurde. Heute dient sie als atemberaubender Aussichtspunkt. Wählen Sie für den Abstieg die Westseite des Pico. Auch von dort aus haben Sie eine wunderbare Aussicht über die Insel. An klaren Tagen können Sie bis nach Madeira sehen. Wenn Sie wieder am Parkplatz ankommen, nehmen Sie den Weg nach Camcha. Von dem Dörfchen aus können Sie auch wieder Richtung Strand, zum Beispiel nach Fonte da Areia, um sich dort von der Wanderung zu erholen.

Entscheiden Sie sich für den Pico do Facho, dann bewandern Sie den Osthang des Berges. Von dort aus können Sie durch die Serra de Fora und die Serra de Dentro, um einzigartige Buchten und das raue Meer des Nordens zu erkunden. Auch zum einsamen, 450 Meter hohen Pico Branco, gibt es gut befestigte Wege, die teilweise sogar Geländer haben. Pico do Facho und Pico Branco sind beide ebenfalls einfach von Vila Baleira zu erreichen.

Den Pico do Facho und den Pico de Castelo können Sie auch von Weitem betachten: Auf dem Pico de Ana Ferreira im Südwesten von Porto Santo hat man nämlich vom Aussichtspunkt Pedreira einen Top-Blick auf die beiden anderen Berge. Die Spitze des Pico de Ana Ferreira zu erklimmen ist trotz der eher geringen Höhe des Berges aber ein kleines Abenteuer. Der Vorteil: Da der Pico de Ana Ferreira nur etwa 280 Meter in den Himmel ragt, ist er meist wolkenfrei. Vom Gipfel aus kann man über den Bergsattel zum Espigao sehen, von wo aus man schließlich auch einen schönen Blick auf den Pico de Ana Ferreira hat. Der Aufstieg zum Gipfel ist aber nur erfahrenen Wanderern zu empfehlen.

Von Vila Baleira aus können Sie auch hoch zum Aussichtsplatz Portela. Dieser ist nur anderthalb Kilometer entfernt und bietet einen schönen Ausblick über die Stadt, den Strand, den kegelförmigen, schroffen Pico de Baixo und den Ilhéu de Cima, eine kleine unbewohnte Insel vor Porto Santo. Auf dem Weg zum Aussichtsplatz Portela kommen Sie auch an einer hübschen Kapelle von 1851 vorbei, der Capela da Nossa Senhora da Graça.

Auf den Bergen gibt es keine Möglichkeiten zum Einkehren. Kaufen Sie Essen und Trinken daher bevor Sie losgehen. Anders sieht das bei einer Strandwanderung am neun Kilometer langen Sandstrand von Porto Santo aus. Dort ist Ihr Weg von einladenden Strandbars gesäumt, die zu einer Rast einladen.