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Camacha
Übersicht
Mitten auf einem flachen Bergrücken auf dessen Terrassenfeldern neben Weiden hauptsächlich Apfelbäume wachsen, liegt im Nordosten der Insel Madeira das beschauliche Städtchen Camacha. Auf einer Höhe von rund 700 Metern über Meeresniveau befindet sich der Ort einige Kilometer landeinwärts. Nimmt man die Straße, die Funchal mit Santo de Serra verbindet, passiert man Camacha nach rund 10 Kilometern. Der kleine Ort Madeiras hat rund 6000 Einwohner und gilt als Zentrum der Korbflechterei.
Geschichte/Gründung
Viele der prägenden Charakterzüge des heutigen Camacha sind zurück zu führen auf eine einzige historische Person: Harry Hinton. Das Mitglied einer wohlhabenden Familie aus Großbritannien lebte um 1875 auf Madeira. In dieser Zeit brachte er von einem seiner Besuche in der englischen Heimat einen Fußball mit, der zur ersten Partie auf portugiesischem Boden führte. Heute erinnern Camachas Marktplatz im Zentrum des Dorfes - der damals als Spielfeld diente - und ein modernes Denkmal im Stadtpark an das historische Ereignis.
Es war ebenfalls Hinton, der die Einwohner des Dorfes auf Madeira davon überzeugte, sich neben dem Weinhandel auf die Korbflechterei zu konzentrieren, um nicht allzu abhängig von einem Gewerbe zu sein. Ende des 19. Jahrhunderts waren viele Engländer im kleinen Bergdorf ansässig. Diese gaben den Bewohnern, die zuvor hauptsächlich Transportkörbe hergestellt hatten, auch Möbel aus Weidengeflecht in Auftrag. Schnell wurden die Korbgebilde zu einem wichtigen Exportartikel Madeiras. Heute konkurrieren die Inselbewohner in diesem Gewerbe hauptsächlich mit den Billigprodukten aus Asien, was ihnen schwer zu schaffen macht.
Lage und Vegetation
Erst durch die Geographie und Vegetation der Gegend rund um Camacha konnte das Kunsthandwerk des Korbflechtens sich in dem Inselort so stark etablieren. Es sind die feuchten Täler des dortigen Gebietes, die den geeigneten Boden für die kleinen Korbweiden darstellen. Deren größere Äste werden wie ganz gewöhnliches Holz verarbeitet, während die kleineren und flexiblen Äste, die im Frühjahr heranwachsen, sich bestens zur Herstellung von Korbwaren eignen.
Daneben ist in Camacha und der näheren Umgebung noch viel von der ursprünglichen Natur erhalten. Dies stellt für Besucher einen besonderen Reiz für Spaziergänge entlang der verschiedenen Pfade durch die Landschaft dar, da sie hier die Flora und Fauna in ihrer ganzen Verschiedenheit erleben können.
Wirtschaft
Das Dorf auf der Insel Madeira ist zum Großteil durch das Weidenhandwerk und den Tourismus bestimmt. Etwa ein Drittel der Bevölkerung lebt von diesem Handwerk und meist ist die ganze Familie bei der Herstellung beteiligt. Im Frühjahr schneiden die Männer die Ruten außerhalb der Stadt auf den weiten Flächen, wo die Bäume wachsen, ab. Diese werden anschließend gekocht oder wochenlang eingeweicht. Die rotbraune Farbe der Weiden entsteht erst bei deren Erhitzung, ansonsten würden sie weiß bleiben. Das Flechten der bearbeiteten Weiden erfolgt dann in Heimarbeit.
Sehenswürdigkeiten
Grund für einen Besuch des Ortes Camacha ist dessen weltweite Bekanntheit durch die Korbflechterei und die farbenfrohe Folkloretradition. Mit ein bisschen Mühe und Herumfragen kann man als Besucher die Adresse eines privaten Ateliers der vimeiros (Ginster, Binsen) erhalten, diesem dann beim Arbeiten über die Schulter schauen und im Anschluss direkt eines der vielseitigen Korbprodukte kaufen. Dabei reicht die Palette an Produkten von Kleinkram wie Körben, über Gartenmöbel bis hin zu kompletten Raumausstattungen.
O Relógio
Wer in Camacha keine Zeit hat sich auf die Suche nach einem privaten Atelier zu machen, geht einfach auf den Korbmarkt O Relógio am weitläufigen, historischen Hauptplatz Largo do Achada des Ortes, auf dem das berühmte Fußballspiel von 1875 stattfand.
Auch lohnt es sich, das weiße O Relógio Gebäude am Rande des Platzes zu besuchen. Ehemals Heim einer britischen Kaufmannsfamilie, befindet sich dort heute unter anderem das touristische Zentrum Camachas. Benannt ist das Gebäude samt Glockenturm nach der Kirchenuhr, die der englische Arzt Michael Grabham 1896 nach Madeira brachte, und die seitdem an der Außenseite des Turmes angebracht ist.
Neben dem Zentrum für Tourismus gibt es in diesem Gebäude heute ein Café, ein Restaurant und Shops. Des Weiteren ist O Relógio Sitz der bekannten Folkloregruppe der Insel 'Grupo Folclorico da Casa do Povo da Camacha'.
Strände
Da Camacha selbst im Landesinneren von Madeira liegt, grenzen keine Strände direkt an die Stadt an. Die nächsten Bademöglichkeiten findet man im rund 15 Kilometer entfernten Feriengebiet Caniço.
Dort befindet sich der Strand Playa Dos Reis Magos. Dieser besteht aus dunklem Sand, welcher von größeren, runden Steinen durchzogen ist. Doch hier kann man nicht nur baden und schwimmen, auch zum Tauchen und die Unterwasserwelt erkunden ist das Meer vor der Küste Madeiras in diesem Gebiet geeignet.
Restaurant
Der bekannte Turm am Marktplatz Camachas auf der Insel Madeira beherbergt nicht nur Geschäfte, in denen man die Korbprodukte der Stadt kaufen kann, sondern auch ein Restaurant. Hier lassen sich nicht nur Touristen, sondern auch viele Einheimische kulinarisch verwöhnen.
O Relógio
Im Turm am Marktplatz von Camacha befindet sich das gleichnamige Restaurant O Relógio. Obwohl sich viele Touristen hierher verirren, gibt es dort gute Küche zu moderaten Preisen. Neben Hauptgerichten wie Spaghetti oder Steaks gibt es auch eine Variation an Nachtischen, wie beispielsweise Mousse au Chocolate.
Eine Besonderheit des Restaurants ist der ungestörte Blick über die Südküste der Insel Madeira. Hinzu kommt, dass jeden Freitag und Samstag ab etwa 21 Uhr die lokale Folkloregruppe dort auftritt, und mit ihrer Show der schönen Aussicht Konkurrenz um die Aufmerksamkeit der Gäste macht.
Das Restaurant liegt am Hauptplatz Camachas, Largo da Achada, und ist täglich von 12 bis 16 Uhr und von 19 bis 23 Uhr geöffnet.