Villa do Porto

Übersicht

Die Hauptstadt der Insel Santa Maria ist die älteste Siedlung des gesamten Azoren-Archipels. In der Stadt leben heute ca. 3000 Menschen – mehr als die Hälfte der gesamten Bevölkerung der Insel. Vila do Porto war seit der Besiedlung Mitte des 15. Jahrhunderts das Zentrum des Lebens auf der Insel. Hier residierten die Verwalter der Insel ebenso befindet sich hier der noch heute wichtigste Hafen der Insel. Leider wurde Vila do Porto daher mehrmals von Piraten angegriffen.

Die kleine Stadt auf Santa Maria scheint neben dem typisch azorischen Charme über zwei Gesichter zu verfügen. Die ältere, heutzutage heruntergekommene Hafengegend unterscheidet sich vom neueren Stadtzentrum weiter oberhalb, in dem die alten Häuser deutlich besser instandgehalten sind und zahlreiche Geschäfte auf Kundschaft warten. Daneben leben die Bewohner traditionell von der Fischerei und der Landwirtschaft und auch die Töpferei gehört zu den typischen Gewerben von Vila do Porto.

Lage und Vegetation 

Villa do Porto liegt an der Südküste der Insel Santa Maria. Hier im Süden herrschen ideale klimatische Bedingungen für Pflanzenwachstum vor. Dies sieht man deutlich im waldähnlichen Park Parque Florestal, das sich etwas außerhalb der Stadt im Vorort Salvaterra befindet.

Im Osten der Stadt befinden sich der 254m hohe Berg Facho, der mittlerweile unter Naturschutz steht. Hier hat ein Bergwerk schlimme Spuren hinterlassen. Viele Häuser der Insel wurden aus dem Stein dieses Berges errichte, wovon tiefe Löcher in seiner Seite zeugen. Heutzutage ist der Berg Facho ein Naturschutzgebiet. Um die Stadt findet sich aber auch noch viel unberührte oder kaum veränderte Natur, wie zum Beispiel in der nahegelegenen kleinen Bucht Baia da Figueira. Wenn man einen Spaziergang über den etwas versteckten Pfad dorthin unternimmt, bekommt man in den ockerfarbenen Steinen einige Fossilien zu Gesicht.


Anfahrt 

Auf die Insel kommt man am einfachsten per Flugzeug. Aus Lissabon gibt es eine tägliche Verbindung. In den Sommermonaten verkehrt auch eine Fähre vom Festland zur Insel Santa Maria.

Vom einzigen Flughafen der Insel fährt ein Minibus in die Stadt. Die Verkehrszeiten sind von Montag bis Freitag von 7:30 bis 20:30, am Samstag fährt der Bus bis 14 Uhr. Die Verbindung besteht innerhalb der Verkehrszeiten stündlich und ein Ticket kostet weniger als einen Euro. Der Flughafen ist nur ein Paar Kilometer von der Stadt entfernt, sodass die Anfahrt per Mietwagen nur wenige Minuten dauert.

Außerdem ist die Inselhaupstadt per Bus an die Dörfer Sao Pedro, Almagreira, Fatima, Santa Barbara, Santo Espirito, Calheta und Malbusca angebunden. Dieser Bus fährt zwei Mal täglich.

 

Sehenswürdigkeiten

Die Sehenswürdigkeiten von Vila do Porto sind bequem zu erreichen, denn allesamt ziehen sie sich entlang der Hauptstraße Rua Dr. Luis Bettencourt (weiter oberhalb wird sie zur Rua Teofilo Braga, dann zur Rua Frei Goncalo Velho und Rua Jose Leandres Chaves) Vom Hafen aufwärts gehend kann man so die Hauptstadt der Azoren-Insel in einer Tour entdecken. Als Startpunkt bietet sich die alte Festung an. Hier am Hafen liegt auch das ursprüngliche alte Stadtzentrum. Heutzutage sind viele Häuser hier verlassen oder werden nicht mehr renoviert. Zu den halb verfallenen Gebäuden in diesem Stadtteil zählt auch das alte Haus des ersten Donatarkapitäns der Insel, Joao Soares de Sousa, aus dem 15. Jahrhundert. Das pittoreske Ambiente des Hafenviertels bleibt mit seiner ganz eigenen Romantik in Erinnerung. Folgt man die Hauptstraße weiter hinauf, warten mehrere Kirchen, Klöster und Herrenhäuser auf einen Besuch.

Festung São Bras

Die alte Festung befindet sich direkt am Hafen und bietet einen wunderschönen Ausblick aufs Meer. In diese Richtung zeigen auch die Läufe der rostenden alten Kanonen, mit denen die Festung São Bras noch bestückt ist. Außerdem gibt es hier einen Obelisk, der allerdings deutlich moderner ist als die Festung aus dem 16. Jahrhundert. Es ist dem Kapitän Carvalho Araújo gewidmet, der mit seiner Besatzung im ersten Weltkrieg ums Leben gekommen ist. Das Monument ist vom Architekten Raúl Lino errichtet worden. In der Festung gibt es auch eine kleine Kapelle aus dem 16. Jahrhundert, die der heiligen Luzia gewidmet ist.


Igreja Matriz Nossa Senhora da Assunçao

Die Kirche Igreja Matriz Nossa Senhora da Assunçao ist heutzutage die Hauptkirche von Vila do Porto. Sie zählt zu den ältesten Kirchen der Azoren. Die Kirche wurde im 16. Jahrhundert errichtet und seitdem mehrmals umgebaut. Einige Teile erinnern noch an das ursprüngliche Bauwerk. Dazu zählen das gotische Eingangsportal und die im manuelinischen Stil erbaute Kapelle Capela de Santa Catarina. Im Inneren ist der Altar mit dem flämischen Bildnis der heiligen Maria mit Jesuskind besonders sehenswert. Auch die Fenster der Kirche sind sehr schön. Im Kontrast zu der beschaulichen Atmosphäre der Kirche stehen die Ausstellungsstücke: hier sind die Eisenstangen ausgestellt, mit denen einst afrikanische Piraten die Bewohner der Insel Santa Maria niedergeschlagen haben.


Kirche Igreja do Misericordia 

Die einschiffige Kirche Igreja do Misericórdia aus dem 18. Jdht. verfügt über einen reich verzierten, hohen Altar mit einem Marienbildnis aus dem 16. Jahrhundert und einige weitere Reliquien. Eine besondere Geschichte hat das Kruzifix: es wurde als Treibgut auf dem Meer vor der Insel Santa Maria gefunden. Manche deuten diesen Fund als Zeichen Gottes und messen ihm besondere religiöse Bedeutung zu.


Kloster Convento de São Francisco 

Das Gebäude des ehemaligen Franziskanerklosters beheimatet heutzutage das Rathaus und die Verwaltungseinrichtungen der Inselhauptstadt. Es liegt auf dem schönen großen Platz Largo da Nossa Senhora da Conceiçao. Dieser Ort mit seinem hübschen Kopfsteinpflaster und den dekorativen Bäumen und Blumen gilt als der zentrale Platz der Stadt. Hier befindet sich übrigens noch ein weiteres Kloster, das heutzutage für weltliche Angelegenheiten genutzt wird: Im Convento de Santo Antonio und der angeschlossenen Kapelle Ermida de Santo Antonio ist heutzutage die Stadtbibliothek untergebracht.


Das Kloster Convento de São Francisco war einst das erste Kloster des Franziskanerorderns auf den Azoren, erbaut zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Es hat in seiner Geschichte etliche Brände überstanden, wurde mehrmals restauriert und umgebaut. Auf dem Territorium des Klosters befinden sich mehrere Kapellen. Jede von ihnen hat ein eigenes Gesicht und ist mit wertvoller Einrichtung versehen. In der Kapelle Capela das Almas (Kapelle der Seelen) kann man zum Beispiel ein wertvolles Kachelbild aus dem 17. Jahrhundert bestaunen. Außerdem gehörte auch die benachbarte Kirche Igreja Nossa Senhora da Vitória ursprünglich zum Kloster. In dieser Kirche sind die schönen Altäre besonders sehenswert.

Besonders reizend ist für die Besucher der Innenhof des Convento de São Francisco. Hier führt ein Kreuzgang um einen kleinen Garten mit Palmen und einem Springbrunnen.

 

Museeum


Ethnographisches Museum Museu de Santa Maria 

Die Insel Santa Maria bietet mehr natürliche Attraktionen, als Museen und Ausstellungen. In der Hauptstadt Villa do Porto gibt es deswegen kein Museum. Kulturliebhaber finden aber ein kleines ethnographisches Museum im ca. 15km entfernten Santo Espirito. Wer sich für die Traditionen der Insel interessiert, sollte diesem kleinen Museum unbedingt einen Besuch abstatten. Hier werden unter anderem tradtionelle Trachten, Haushaltsgegenstände und Töpfereiarbeiten ausgestellt, aber auch Möbelstücke und landwitschaftliche Geräte. Zudem infomieren Tafeln über die Ton- und Leinenverarbeitung auf der Insel. Das  Museum ist beheimatet in einem alten Landhaus aus dem 19. Jhdt.

Im Museum gibt es auch einen verschlossenen Teil, der nur nach Anmeldung im Rathaus zugänglich ist. Hier hat Pater Jose Maria Amaral Ausstellungsstücke zur typisch azorischen Tradition der Fiestas do Espirito Santo (Heilige-Geist-Feste) zusammengesammelt.
Adresse:
Rua do Museu Santo Espírito
9580-238 Vila do Porto, Santa Maria
Öffnungszeiten:
Di.- Fr. 8.30 - 12 Uhr und 14 - 17 Uhr
Sa. - So. 14 - 17 Uhr

 

Feste

In der Haupstadt der Insel Santa Maria werden übers Jahr verteilt mehrere religiöse Feste veranstaltet. Wenn man diese Feste miterleben möchte, sollte man seine Reise auf Santa Maria auf die Sommermonate legen. Im Juni werden in Vila do Porto, wie auch an anderen Orten der Azoren, die Festas de Sao Joao vernastaltet. Einzigartig für die Insel Santa Maria ist hingegen  das größte Inselfest Festa de Nossa Senhora da Assuncao am 15. August. Nur wenige Wochen später feiert man am dritten Wochenende im September die Festa de Nossa Senhora da Anunciaca. Besonders typisch für die Stadt Vila do Porto ist außerdem das Fest Senhor Santo Cristo dos Milagres.

 

Restaurants

In der Hauptstadt der Insel gibt es  - im Verhältnis zur Einwohnerzahl - recht viele Kneipen und Restaurants. Die meisten von ihnen befinden sich im Umkreis der Hauptstraße und des Platzes Largo da Nossa Senhora da Conceiçao. Einige Hotels in der Stadt haben ebenfalls gute Restaurants. Die lokale Küche zeichnet sich aus durch eine reichaltige und äußerst leckere Palette von Fischgerichten. Es gibt hier aber kulinarisch noch mehr zu entdecken. Neben deftigen Gerichten wie dem traditionellen Rübeneintopf ist Santa Maria aber auch ein Paradies für Schleckermäuler. Es gibt eine ganze Reihe von traditonellen Kuchen und Kekssorten, die es in den Gaststätten von Vila do Porto zu probieren gilt.