Santa Maria

 

Übersicht

Selbst für azorische Verhältnisse ist Santa Maria eine kleine Insel. Eine Reise hierhin verspricht dafür wirklich entspannende Ferien fernab von Massentourismus. Wer das einfache, gemäßigte traditionelle Leben auf den Azoren kennenlernen möchte, ist hier bestens aufgehoben. In den Dörfern der Insel herrscht Ruhe, von der man sich an diesem beschaulichen Ort anstecken lassen kann. Einige Reiseführer preisen die kleine Insel sogar als eine entspannende alternative zu den Kanaren an.

Auch für Wanderfreunde hat die Insel viel zu bieten, denn sie vereint mehrere klimatische Zonen auf engstem Raum. Auf der Fläche von  nicht einmal 100 km² sind hier bewaldete Hügel genauso zu finden wie Wüstenlandschaften und ein großer Wasserfall. Vulkanische Höhlen gibt es hier genauso zu entdecken, wie Millionen von Jahren alte Meeresfossilien. Der höchste Punkt der Insel, der Berg Pico Alto mit fast 590 Metern Höhe bietet einen grandiosen Ausblick über die Insel. Auch die schönen natürlichen weißen Sandstrände sind erwähnenswert und machen Santa Maria zu einem perfekten Urlaubsziel. Die Natur hat diesen Ort schienbar für Strandurlaub ausgelegt, denn Santa Maria ist die Azoren-Insel mit den meisten Sonnentagen und dem angenehmsten Klima.

Die Inselpopulation hat stark unter Auswanderung gelitten. Viele Häuser stehen leer und werden  nicht mehr gepflegt. Heute leben auf der Insel noch knapp 5.500 Menschen, doch im Sommer kommen viele Auswanderer wieder zurück auf die Insel Santa Maria, um ihren Urlaub hier zu verbringen. In dieser Zeit füllen sich die Straßen und Dörfer der Insel mit neuem Leben. Doch selbst dann findet man hier keine Hektik, die touristischen Orten sonst so häufig anhängt.

Santa Maria ist sowohl geologisch als auch was die Besiedlung angeht die älteste Insel auf den Azoren. Die Menschen hier lebten in früheren Zeiten von der Landwirtschaft, der Fischerei und der Zucht von Schafen und Kühen. Aber auch die Töpferei war auf Santa Maria weit verbreitet. Noch heute gibt es auf der Insel viel traditionelles Kunsthandwerk in Schulen und Werkstätten zu entdecken.

Neben der Hauptstadt Vila do Porto mit 3000 Einwohnern hat Santa Maria mehrere Dörfer, die über die Insel verteilt sind. Jede Gemeinde hat hier eine eigene Farbe, mit der die weiß getünchten Häuserwände abgesetzt sind. In Vila do Porto sind die Verzierungen grau wie Stein. In Santa Bárbara ist die vorherrschende Farbe Blau (die billigste Farbe). Die Farbe von Santo Espírito ist grün, denn hier gibt es viel Wald. São Pedro bemalt die Häuser Ockergelb. Hier waren einst die reichsten Orangenplantagen der Insel beheimatet. In Almagreira findet man viel rötlichen Ocker (auf Portugiesisch almagra), deswegen ist die Farbe dieses Dorfes rot.

Innerhalb weniger Tage kann man die ganze Insel für sich entdecken, kennen und lieben lernen, sodass einer baldigen Rückkehr an diesen wunderschönen Ort nichts mehr im Wege steht.

 

Strände

Santa Maria liegt abseits von touristischen Zentren auf den Azoren und ist somit eine Insel der Ruhe, perfekt für entspannende Ferien am Meer. Hier hat man die feinen weißen Strände fast für sich allein, ganz anders als beim Urlaub auf den größeren Azoren-Inseln.

An der Küste der Insel hat man viele Bademöglichkeiten. Die bekanntesten und größten Strände sind der Strand Praia Formosa im Süden der Insel und der Strand Sao Lourenco im Osten. Daneben gibt es abgeschiedene reizende kleine Strände, wie zum Beispiel bei Anjos oder in der Bucht Baia de Maia.


Strand Praia Formosa 

Der Strand Praia Formosa ist der bekannteste und größte Strand der Insel. Er liegt 11 Kilometer von  der Hauptstadt Vila do Porto entfernt. Wanderfreunde können zu Fuß zum Strand zu gelangen. Die ca. 2,5 Stunden lange wunderschöne  Wanderroute führt entlang der Küste von Santa Maria zu dem langen Strand an der Südküste der Insel. Hier erwartet den Besucher azurblaues Meer und feiner, weißer Sand, der zu einem Sonnenbad einlädt.  Wer seine Ferien lieber sportlich verbringt, kann hier auch wunderbar surfen.


Strand São Lourenço 

In der Bucht Baía de São Lourenço liegt der wahrscheinlich schönste Strand der Insel Santa Maria und einer der besten Orte zum Wellenreiten auf den Azoren. Der Strand Sao Lourenço ist der perfekte Ort für Aktivurlaub, den dieser Strand ist als Surferparadies bekannt. Aus der ganzen Welt kommen hier die Wellenbegeisterten zusammen, um vor der malerischen Kulisse der grünen Terrassen der Weinberge ihrem liebsten Sport nachzugehen. Auch hier ist der Sand hell und fein, was São Lourenço auch für nicht sportbegeisterte Urlauber und Familien attraktiv macht. Allerdings wird die Sandschicht jedes Jahr von den Herbststürmen weggefegt und im Frühjahr von neuem angespült.

Der Strand ist natürlich unterteilt in vier Abschnitte: Praia dos Jungueiros, Praia dos Folgados, Praia da Paiva und Praia da Ponta Negra. In São Lourenço gibt es neben dem Sandstrand auch Naturschwimmbecken, in denen man im klaren Meerwasser inmitten von vulkanischen Felsen schwimmen kann.

 

Kultur und Geschichte

Santa Maria wurde als die erste Insel der Azoren wahrscheinlich vom Portugiesen Diogo de Silves 1427 entdeckt. Vom portugiesischen König wurde die Entdeckung jedoch fünf Jahre später dem Seefahrer Goncalo Velho Cabral zugesprochen. Auf seiner Reise zur Azoren-Insel wurde auch ihr heutiger Name geprägt. Zu dieser Zeit war die Insel Santa Maria noch als "Ilha dos Lobos" oder "Ilha do Ovo" auf den Karten verzeichnet. Cabrals Schiff erreichte Santa Maria  bei einer Reise während des Feiertags zu Ehren der heiligen Maria. Während der Großteil der Mannschaft gerade der Messe beiwohnte, entdeckte einer der Matrosen am Ausguck Die kleine Insel am Horizont. Sein Ausruf „Santa Maria!“ (“Heilige Maria!”) sollte dauerhaft als Name der Azoreninsel in die Geschichtsbücher eingehen. Goncalo Velho wurde zum ersten Donatarkapitän der Insel und trieb die Besiedlung voran. In den 1440er Jahren kamen so viele Menschen aus Alentejo und Algarve auf Santa Maria und besiedelten zunächst die Nordküste um Baia dos Anjos.

Die Geschichte der Insel verlief größtenteils friedlich, doch es gab auch einige Zwischenfälle. So wurde die Insel zum Beispiel 1480 von einem spanischen Schiff angegriffen. Die Feinde wurden bei ihrer Landung mit Steinen von den umliegenden klippen empfangen. Doch nichtsdestotrotz konnten die Spanier die überhand gewinnen und nahmen den Donatarkapitän Joao Soares de Albergaria gefangen. Das sollte die Bevölkerung allerdings nicht so schnell verzeihen. Als 13 Jahre später das nächste spanische Schiff die Insel erreichte, nahmen die Bewohner Santa Marias ebenfalls einige Mannschaftsmitglieder gefangen. Der Kapitän, niemand geringeres als Christopher Columbus, der sich auf dem Rückweg von seiner berühmten Entdeckungsreise nach Amerika befand, musste hart mit den Einheimischen verhandeln, um seine Leute zu befreien. Columbus war in Santa Maria an Land gegangen, um eine Messe zu zelebrieren. Er und seine Mannschaft hatten ein Gelübde abgelegt, dies an dem ersten Zwischenstopp auf ihrer Reise zu tun, wo sie eine Kirche zu Ehren der Mutter Gottes finden konnten.

Die Insel musste sich mehrfach gegen Piratenagriffe verteidigen. Die Franzosen in 1589, die Engländer in 1589 und Algerische Piraten in 1616 und 1675 setzten den Bewohnern der Insel zu. Später, während des Bürgerkriegs in Portugal 1828–1834, unterstützten viele Bewohner Santa Marias den liberalen Thronfolger Dom Antonio und seine Tochter Maria II, die schließlich Königin von Portugal werden sollte. Einige Bewohner Santa Marias nahmen im Bürgerkrieg an den entscheidenden Kämpfen auf dem Festland teil.

Danach war es ruhig geworden um Santa Maria. Das traditionell gemächliche Leben nahm hier seinen Lauf, kaum berührt von Geschehnissen in der Welt außerhalb der Azoren. Die einzige Ausnhame bildete die Errichtung einer amerikanischen Militärbasis 1944. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dezimierte sich die Einwohnerzahl durch Auswanderung um mehr als die Hälfte von knapp 14.000 auf nicht einmal mehr 6.000. Seit 2005 werden jedoch Bemühungen unternommen, Santa Maria mit einer neuen Flugroute wieder als einen der infrastrukturellen Zentren der Azoren zu etablieren.

 

Natur

Die Insel Santa Maria ist vor allem wegen ihrer wundervollen Natur eine Reise wert. Auf kleinstem Raum findet man hier Landschaften, die verschiedener nicht sein könnten, darunter wüstenähnliche Gebiete, Berge, wundervolle weiße Strände und dichte grüne Wälder.

Die Insel Santa Maria besitzt insgesamt das trockenste und wärmste Klima des ganzen Azoren-Archipels. Die kleine Insel ist in den Reiseführern verzeichnet als der Ort mit jährlich den meisten Sonnenstunden in dieser Region des Atlantiks. Die Insel lädt deshalb Groß und Klein zum Strandurlaub ein, zumal die Strände hier mit feinem weißem Sand bedeckt sind – eine Seltenheit für die Azoren. Entlang der zerklüfteten Küstenlinie finden sich viele abgelegene Strände und kleine Buchten mit  kristallklarem Wasser.

Vor allem entlang der Nordküste ist das Klima trocken und heiß, sodass dieser Landstricht mit seinem roten Gestein und der spärlichen Vegetation stellenweise an eine phantastische Marslandschaft erinnert. Manche entdecken eine Ähnlichkeit zwischen dem Wüstengebiet Barreio das Feneca im Nordosten und australischen Pärielandschaften. Im Süden hingegen ist die Landschaft hügeliger und das Klima milder. hier regnet es etwas häufiger sodass die Region sich durch eine üppige Vegetation auszeichnet. Wacholder und Lorbeerbäume wachsen hier im Überfluss, genauso wie die endemischen Arten Erica azorica oder Picconia azorica. Es gibt hier auch zahlreiche weitere Pflanzenarten,  die man in der Natur ausschließlich auf den Azoren vorfinden kann. In der östlichen Region befindet sich mit Pico Alto auf 590 Metern über n.N. der höchste Punkt der Insel. Die vielfältige Natur auf der Insel lädt zum Wandern und Entdecken ein, vor allem da große Teile von Santa Maria nur sehr dünn besiedelt sind. Es gibt auch mehrere offizielle Naturreservate.

Die geologische Zusammensetzung von Santa Maria ist einzigartig für die Azoren. Hier findet man Sandstein, Kalkstein, Basalt und verschiedene weitere Arten von Lava-Gestein vor, die für sehr kontrastreiche Landschaften sorgen. Hier auf der Insel findet man zudem jede Menge Meeresfossilien vor. Diese seltenen Erinnerungsstücke aus prähistorischen Zeiten gibt es vor allem an der Nordküste an den Klippen von Baía do Cré und Baía Raposa östlich des Städtchens Anos  und an der Südküste in der Nähe von Villa do Porto zu bestaunen.