São Roque

Übersicht

São Roque liegt an der Nordküste der Azoreninsel Pico. Die Stadt ist in zwei Ortsteile aufgeteilt: São Roque selbst und Cais do Pico. Im östlichen São Roque bewegt sich das Leben etwas langsamer, es ist der ruhigere Teil der Stadt. Dagegen spielt sich in Cais do Pico der Großteil des Leben ab. Besondere Bedeutung hat São Roque in kultureller Hinsicht, da sich eines der beiden Walfangmuseen der Insel Pico in São Roque befindet.

Insgesamt hat São Roque rund 3500 Einwohner. Die Stadt wurde 1542 gegründet.

Neben dem Hafen in Madalena ist der in São Roque der bedeutenste der Insel. Dies liegt an der großen Sicherheit, die der Hafen durch den enormen Wellenbrecher genießt, und an der Anbindung an die Nachbarinsel São Jorge.

Im 20. Jahrhundert lebte der Ort hauptsächlich vom Walfang. Das lässt sich auch heute noch an einigen Einrichtungen -wie der umgestalteten Walverarbeitungsfabrik- in São Roque erkennen.

Von Madalena fährt zweimal täglich ein Bus nach São Roque. Ein weiterer kommt zwei mal am Tag aus Piedade.

 

Sehenswürdigkeiten

Trotz der geringen Größe der Stadt São Roque kann man als Besucher einiges besichtigen. Besonders der neue Hafen ist eine schöne Sehenswürdigkeit. Die Geschichte der Stadt im Norden erzählen die verstreuten Kirchen und Monumente.

Hafen

Der Hafen in São Roque ist wie viele Häfen der Azoren in einen alten und einen neuen Teil gegliedert. Diese Dualität ist es, die ihn interessant für Besucher macht.

Der Hafen ist eine der wichtigsten Infrastrukturen des kleinen Ortes São Roque. Dieser befindet sich im Ortsteil Cais do Pico. Er ist der zweitwichtigste Hafen der Insel Pico. Hauptsächlich aufgrund seiner Funktion als Containerumschlagplatz und Fischerhafen. Bereits an der massiven und langen Kaimauer kann man die Bedeutung des Hafens erkennen. Der üppige Wellenbrecher hält auch bei stärkstem Sturm stand, was São Roque gleichzeitig zu einerm der sichersten Hafen der Insel machen. Am alten Kai gegenüber der ehemaligen Walfabrik machen hauptsächlich einheimische Fischer fest. Von dort aus besteht auch die regelmäßige Verbindung zur nahegelegenen Insel São Jorge.


Franziskaner Kloster

Eine schöne Attraktion ist auch das ehemalige Franziskanerkloster Convento de São Pedro de Alcantara. Es befindet sich rund 50 Meter vom Rathaus in der Straße Rua João Bento Lima. Da die Franziskaner von Lajes do Pico der Bevölkerung von São Roque 1718 bei einem Vulkanausbruch zuhilfe gekommen waren, unterstützten die Bewohner der Stadt den Bau des Klosters tatkräftig und brachten alle notwendigen Materialien zusammen. 1745 wurde der Bau des Klosters beendet und zehn Franziskanermönche begannen die Bevölkerung zu unterrichten. Hauptsächlich wurden die Fächern Portugiesisch, Latein und Mathematik vermittelt. Daneben wurde auch die Landwirtschaft gelehrt. Um den Innenhof hat das Kloster einen Kreuzgang. Die meisten Teile der Gebäude sind noch erhalten und laden historisch interessierte Besucher zu einer Erkundungstour ein.

Die Kirche Igreja de São Pedro de Alcantara gehört zum Franziskanerkloster dazu. Sie wurde in den 1720er Jahren erbaut. An ihrer Stelle stand davor die Ermida de Nossa Senhora do Livramento. Die Kirche hat ein Kirchenschiff und zwei Seitenkapellen, wovon eine der Nossa Senhora do Livramento gewidmet ist. Der Altar mit der Heiligenfigur in der Mitte ist fast gänzlich mit Gold verziert. Die zweite Seitenkapelle ist São João Baptista gewidmet. Die Heiligenfiguren der Nossa Senhora da Conceicao und des São Pedro de Alcantara verzieren den Hauptaltar, der im barocken Stil gestaltet ist. Neben dem Altar befinden sich zwei Azulejos auf denen das Leben des São Francisco erzählt wird. Besondere Sehenswürdigkeit ist die Sakristei: Sie ist ein Meisterwerk der Schreinerkunst, bei der nur edelste Hölzer aus Brasilien verwendet wurden. Auch ein Großteil der Kanzel besteht aus dem edlen Holz.


Igreja Matriz de Sao Roque

Eine weitere sehr schön gestaltete Kirche in São Roque befindet sich in der Straße Rua da Igreja. Die Kirche mit Namen Igreja Matriz de São Roque wurde 1730 errichtet. Man kann die Kirche durch drei Portale an der Front betreten. Zu beiden Seiten der Kirche ragen die Kirchtürme auf. Der Körper der Kirche besteht aus drei Kirchenschiffen, die von je fünf Säulenbögen unterteilt sind. Die Kirche hat in jedem Seitenschiff einen Altar, und der Hauptaltar ist vergoldet.


Monumento dos Baleeiros

Da São Roque stark vom Walfang geprägt war und die Wale im Leben der Einwohner auch noch heute eine große Rolle spielen, ist es nicht erstaunlich, dass es ein Walmonument gibt. Am Largo dos Baleeiros steht ein Denkmal für die ehemaligen Walfänger. Dargestellt ist ein Harpunier in seinem Boot. Das Monumento dos Baleeiros wurde vom Bildhauer Soares Branco kreiert und im Juli 2000 eingeweiht.

 

 

Museen

Der Walfang spielte in der Geschichte der Insel Pico eine bedeutende Rolle. Auch die Stadt São Roque lebte lange Zeit von diesem Wirtschaftszweig. Mittlerweile wurde der Walfang eingestellt und die Wale werden nur noch auf Beobachtungstouren 'gejagt'. Daneben befindet sich auch eins der beiden Walfangmuseen der Insel in São Roque.

Walfangmuseum

Einen Besuch Wert ist das Walfangmuseum von São Roque in jedem Fall. Es befindet sich im Hafenbereich in der Rua do Poco in einer ehemaligen Waltranfabrik. Das Museu da Industria Baleeira vermittelt noch heute den Flair der vergangenen Jahrzente, in denen die Stadt vom Fang der Meeressäuger lebte.

Die Firma der Armacoes Baleeiras Reunidas wurde 1942 gegründet. Die Maschinen zur Verarbeitung der gefangenen Tiere kamen aus den USA und England. Vor dem Gebäude standen die großen Winden, mit denen die Pottwale an Land gezogen wurden. Dort wurden die Tiere dann zerlegt.
Bis in die 70er Jahre wurden täglich bis zu 50 Pottwale verarbeitet. Für die Fabrik waren 14 Walfangschiffe unterwegs. Rund 100 Mitarbeiter waren in der Fabrik angestellt. Die Hauptprodukte waren Öl, Wachs und Knochenmehl. Das Öl wurde unter anderem in die USA exportiert. Über ein Rohr wurde das Fischöl direkt auf die Schiffe geleitet.
1984 wurde der Betrieb schließlich als letzter auf den Azoren eingestellt. Längst war er durch die internationale Konkurrenz unrentabel geworden. 1994 öffnete dann das heutige Industriemuseum der Walverarbeitung.

Die gesamte Anlage wurde nach der Stilllegung mit EU-Mitteln erhalten und neu hergerichtet. Im Museum sind heute die alten Maschinen und Geräte ausgestellt, mit denen man Fleisch und Fett zu Öl, Wachs, Tran und Knochenmehl verarbeitet hat. Dazu sind historische Bilder der Verarbeitung ausgestellt.


Telefon: 292 642 096

Geöffnet Di. - Fr. von 9.00 - 12.30 Uhr und 13.30 - 17.00 Uhr, Sa/So. von 9.00 bis 12.30 Uhr

 

 

Restaurants

In São Roque findet man einige nette Restaurants vor. Die meisten davor haben sich auf Fischgerichte spezialisiert, was typisch für die Azoren ist.

Clube Naval São Roque

Das Restaurant 'Clube Naval São Roque' in der Praceta dos Baleeiros bietet verschiedene für die Gegend typische Snacks und Gerichte an. Für Fischliebhaber eigent sich ein Besuch besonders.

Telefon: 292 642 150


Tropical

Das Tropical ist ein sehr beliebtes Restaurant in São Roque. Die Snack-Bar bietet typisch regionale Küche zu angemessenen Preisen. Nicht nur für Touristen kehren hier zum Essen ein, auch Einheimische fühlen sich in dem kleinen Restaurant sehr wohl. Das Tropical in der Straße Rua do Cais hat sonntags geschlossen.

Telefon: 292 642 651

 

 

Strände

Einen direkten Zugang zum Meer findet man in Sao Roque nicht. Dafür wurde ein kleines Naturschwimmbad installiert, das Einheimische wie Besucher zum Baden anlockt. Neben dem Bad ist eine kleine Parkanlage angelegt, die zum Rasten einlädt.

 

Aktivitäten

Aufgrund des gut ausgebauten Hafens kann man von São Roque einige Ausflüge auf das Meer hinaus starten.

Es werden geleitete Segel- und Motorboottouren rund um die Insel angeboten, bei denen man einen schönen Tag auf hoher See verbringen kann während man die Weiten des Ozeans genießt.

Auch Tauchexkursionen kann man in São Roque buchen. Dabei fahren die Schiffe zu den schönsten Tauch- und Schnorchenstellen vor der Küste der Insel hinaus und lassen den Teilnehmern ausreichend Zeit, die faszinierende Unterwasserwelt zu erkunden.

Was nicht fehlen darf, sind die Walbeobachtungstouren. Diese schließen sich an die Geschichte der Insel Pico an. Da vor Pico bis zu 20 verschiedene Walarten vorkommen, lohnen sich diese Ausflüge besonders.