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Lajes do Pico
Übersicht
Lajes do Pico ist ein kleiner Ort im Süden der Insel Pico. Er ist neben Madalena im Westen und São Roque im Norden eine der drei Kreisstädte der Azoreninsel. Gegründet wurde Lajes im Jahr 1501 und bekam als erste Stadt Picos die Stadtrechte. Heute zählt der Ort rund 5000 Einwohner.
Der Ort liegt in einer flachen, weiten Bucht etwa in der Mitte der Südküste Picos. Das Gelände rund um Lajes ist bergig und geprägt von Pico, dem sich über alles erhebenden Vulkangipfel der Insel. Zum Süden hin wird das Gelände flacher, bis es schließlich in den Atlantik übergeht. Das Zentrum Lajes' befindet sich auf einer kleinen Ebene direkt an der Küste. Die unzähligen Felsen im Meer vor Lajes sorgen ganzjähring für eine starke Brandung.
Bis zum Ende des Walfangs kam Lajes als alter Walfängerort eine relativ große Bedeutung auf der Insel zu. Seitdem verliert der Ort allerdings an Einfluss, was unter anderem auch an der fehlenden Sicherheit des Hafens liegt.
Auch noch heute findet man in Lajes einige der schönen typischen Häuser der Walfänger. Diese sind durch ihr ausgebautes Dachgeschoss definiert. Zwischen dem Cruzeiro dos Baleeiros und dem Largo de São Pedro kann man viele dieser schönen, traditionellen Bauten vorfinden.
Geschichte
Die ersten Siedler landeten 1460 in Lajes do Pico. Der Legende nach soll schon Jahre zuvor ein Seemann an dem Ort gelebt haben, dessen Schiff ihn dort zurückgelassen hatte.
Ab etwa 1860 wurde Lajes zum Zentrum des Walfangs der Insel. Der Fang und die Verwertung der Tiere waren lange Zeit Hauptwirtschaftszweig des Ortes und Gebiets rund um Lajes. Dort wurden die Tiere bis zum Walfangverbot Ende des 20. Jahrhunderts auf traditionelle Weise von Hand mit Harpunen und Lanzen und aus kleinen Booten gefangen. Noch bis 1983 wurde der Walfang in der Kleinstadt praktiziert. Heute zeugt ein Museum von der Historie des Walfangs der Gegend im Süden der Insel Pico.
Sehenswürdigkeiten
In Lajes an der Südküste Picos gibt es einige historische Stätten, die die Geschichte der Insel und des Gebietes rund um den Ort erzählen. Die kleine Stadt ist seit Langem vom Walfang geprägt, was sich im gesamten Stadtbild erkennen lässt. Ein Besuch des Ortes bringt Touristen den Traditionen und der Geschichte der Azoren näher.
Ermide de São Pedro
Für Geschichtsinteressierte bietet sich ein Besuch der kleinen Kapelle Ermide de São Pedro an. Diese steht ganz in der Nähe der Schule am Platz Largo de São Pedro und ist von den ersten Siedlern 1460 direkt nach ihrer Ankunft auf Pico erbaut worden. Ihren Namen verdankt die Kapelle vermutlich dem Franziskanerbruder Pedro Gigante, der mit den ersten Besiedlern auf der Insel ankam. Er war es auch, der die ersten Weinreben auf die Insel Pico brachte. Noch heute ist die Kapelle in relativ gutem Zustand und begeistert Besucher, was vielleicht auch ihrer Restaurierung zu verdanken ist.
Igreja Matriz da Santissima Trindade
Die Kirche an der Rua Machado Serpa besticht durch ihren simplen und doch künstlerischen Stil. Der Grundstein der Igreja Matriz da Santissima Trindade wurde bereits 1895 gelegt. Offiziell beendet wurden die Arbeiten allerdings erst 1967. Vor der heutigen Kirche stand an gleicher Stelle zuvor seit 1506 ein anderes Gotteshaus.
Die Fassade der Igreja Matriz da Santissima Trindade zieren drei große Eingangstüren mit je einem Fenster darüber. An den Seiten ist die Front von zwei Glockentürmen umrahmt. Der Kirchenkörper ist aus drei Kirchenschiffen zusammengesetzt. Der Altarraum ist ziemlich einfach gestaltet und nur wenig geschmückt, was typisch für die Insel Pico ist. Im Altarraum befindet sich das Bildnis der Santissima Trindade.
Forte de Santa Catarina
Eine weitere historische Stätte ist das Forte de Santa Catarina, welches auch als Castelo de Santo Antonio bekannt ist. Dieses befindet sich unterhalb der alten Walfangfabrik. Diese exponierte Stelle wurde ehemals ausgesucht, da man von dortaus schon von Weitem Piraten entdecken konnte. Das Fort wurde 1792 auf köngliche Anweisung hin errichtet. 1885 wurde der Festung noch ein Kalkofen hinzugefügt. Heute ist die Festung sich selbst und dem Verfall überlassen, was ihr einen besonderen Charme verleiht. Besucher können dort in entspannter Atmosphäre inmitten einer historischen Baute, ein Gefühl für die Geschichte der Gegend entwickeln und gleichzeitig die schönen Blicke über Meer und Küste genießen.
Hafen
Der kleine Hafen von Lajes ist zwar nicht besonders imposant doch dafür umso geschichtsträchtiger. Nur eine schmale Passage durch Steinblöcke und Riffe unter Wasser führt vom Meer aus in den Hafen hinein. Aufgrund dieser engen Ausfahrtsmöglichkeit, ist das Auslaufen bei starkem Seegang kaum möglich. Das Hafenbecken an sich ist jedoch ausreichend geschützt.
Seit 2001 findet man an der Spitze der Kaimauer das Denkmal Monumento dos Baleeiros, welches an die Walfänger erinnern soll. In die Wände des vier Meter hohen Blocks mit Durchgang sind die Namen aller seit 1954 registrierten Walfänger -aufgelistet nach Boot und Mannschaft- eingraviert.
Museen
In Lajes auf der Insel Pico gibt es zwei Museen zum Thema Wale und Walfang. Da die Geschichte der gesamten Insel von den Tieren stark geprägt ist, ist es den Bewohnern besonders wichtig, diesen Teil ihrer Tradition auch für Touristen verständlich darzustellen. Ein Besuch in beiden Einrichtungen gestaltet sich sehr informativ und spannend.
Museu dos Baleeiros
Besonders auf den Azoren blühte die Wirtschaft rund um die Wale bevor deren Fang verboten wurde. Das Walfangmuseum in Lajes erinnert noch heute an den traditionellen Beruf des Walfängers. Es wurde in den ehemaligen Bootshäusern, die im 19. Jahrhundert erbaut wurden, der Schmiede und Bibliothek der Walfänger eingerichtet. Das Museum besteht seit 1979, aber erst 1988, seitdem die Gebäude der Walfänger nicht mehr genutzt werden, wurde es umgesiedelt. Inzwischen zählt es zu den am meist besuchten Museen der Azoren.
Hauptattraktion ist das Walfängerboot Santa Teresinha. Dieses ist im Hauptraum des Erdgeschosses ausgestellt. Das 11 Meter lange Boot ist auch heute noch mit den dazugehörigen Gerätschaften ausgestattet, um den Besuchern einen besonders authentischen Eindruck der Geschichte zu vermitteln. Thematisiert werden hauptsächlich Geschichte und Technik des Walfangs sowie das Leben der Walfänger. Im Obergeschoss sind dann unter anderem Geräte ausgestellt, die früher in der Landwirtschaft zum Einsatz gekommen sind. Über 1.500 Exponate kann man als Besucher in diesem Museum betrachten, darunter auch gravierte und bemalte Walzähne. Außerdem sind Teile einer alten Schmiede nachgebildet. Zudem kann man sich in der Bibliothek mit Literatur über den Walfang und die Tiere ausstatten.
Die beiden Metallbottiche vor dem Museum dienten ursprünglich dazu, den Tran der Wale zu Öl auszukochen.
Das Museu dos Baleeiros befindet sich in der Rua dos Baleeiros 13
Telefon: 292 672 276
geöffnet Di. - Fr. von 9.00 bis 12.30 Uhr und 13.30 bis 17.00 Uhr; Sa./So. von 13.30 bis 17.00 Uhr
Informationszentrum
In der alten Walfangfabrik etwa einen Kilometer westlich des Zentrums von Lajes befindet sich ein Informationszentrum. Früher wurden die Tiere dort zerlegt und verarbeitet, heute gibt es Informationen rund um die Wale und deren Fang. Seit Ende des Walfangs wurden noch für eine Weile Thunfische in der Fabrik verarbeitet. Danach war sie Unterstand für verschiedene Baumaterialien bis sie 2008 nach einem Umbau als Museum eröffnet wurde. Die Kessel und Öfen aus alten Zeiten sind nun wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Dazu gibt es Informationen über Wale und Delfine.
Der Eintritt kostet drei Euro.
Feste
Auch die Feste im Ort Lajes richten sich nach dem tief in der Tradition der Bewohner verankerten Walfang. So wird im August beispielsweise die 'Woche der Walfänger' gefeiert. Während des bunten Fests mit Musik und Folkloretanz, leben die alten Geschichten der Walfänger wieder auf, was Sehnsucht an frühere Zeiten in vielen Einheimischen erweckt. Für Touristen ist dieses Fest und das Lauschen der Geschichten eine alternative Möglichkeit, den Traditionen und der Geschichte der Menschen näher zu kommen.
Die Festa de São Pedro wird am 29. Juli gefeiert. Dieses religiöse Fest wird mit Musik, Tanz und einer Prozession gefeiert. Am letzten Sonntag im August findet ein ähnlich Fest statt: die Festa de Nossa Senhora de Lourdes.
Restaurants
Wie typisch für die Azoren, gibt es auch in den meisten der Restaurants im Ort Lajes auf Pico viel frischen Fisch. Der Ort wartet mit einigen guten Restaurants auf.
Lagoa
Das Lagoa am Platz 'Largo de São Pedro' besticht durch seine typischen, regionalen Gerichte. Als Spezialitäten gelten hier Polvo (Tintenfisch), Lapas (Muscheln) und andere Meeresfrüchte. Beschreiben lässt sich das Restaurant als einfach, aber gut.
Telefon: 292 672 272
O Ritinha
Auf der schönen Terrasse des O Ritinha kann man sich mittags auf einen Snack treffen und die günstigen Tagesgerichte ausprobieren oder den Tag bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen lassen. Serviert werden lokale Spezialitäten, wobei besonders darauf hingewiesen sei, dass der frische Fisch aus eigenem Fang ist.
Das Restaurant befindet sich in der Avenida dos Baleeiros.
Telefon: 292 672 271
Onda Azul
Wer es einfach und rustikal mag und mal den Fisch vergessen möchte, der geht ins Onda Azul. In der Musikbar am Praca de São Pedro bekommt man gute Hamburger und auch Pizza serviert.
Telefon: 292 672 024
Aktivitäten
Im kleinen Ort Lajes an der Südküste der Insel Pico dreht sich alles um den Wal. So kann man sich die Zeit dort am besten beim Beobachten von Walen vertreiben. Dabei besteht die Möglichkeit, die Tiere nicht nur von einem der vielen Ausblickspunkte entlang der Küste zu beobachten, sondern sich auch selbst aufs Wasser zu begeben. Die Auswahl an organisierten Bootstouren ist dabei ausreichend und es findet sich für jede Interessengruppe -ob aktiver Sportler oder geschichtsinteressierter Zuhörer- ein passender Ausflug.
Aussichtspunkte
Es gibt mehrere Ausblickspunkte rund um Lajes, die in vergangenen Zeiten zum Erspähen von Walen genutzt wurden. Einer davon befindet sich unweit von Lajes. Der Vigia da Queimada an der Ponta da Queimada befindet sich auf der Straße nach Calheta rund drei Kilometer außerhalb des Zentrums von Lajes. Von dem etwa 150 Meter unterhalb der Hauptstraße gelegenen Ausblickspunkt wurden früher die Walfangboote zur Jagd dirigiert. Heute stehen noch immer die alten Walbeobachter an dieser Stelle, um die Touristenboote zu den Walen zu losten.
Ein zweiter Beobachtunsposten für Wale liegt knapp einen Kilometer weiter die Straße hinunter Richtung Calheta. Dieser Posten mit Namen Vigia do Arrife wird heute allerdings nicht mehr genutzt.
Beide Punkte eignen sich wunderbar, um sie bei einem kleinen Ausflug miteinander zu verknüpfen. Bei einem selbst mitgebrachten Snack kann man dann die herrliche Aussicht über die Weiten des Meeres genießen und sieht vielleicht sogar selbst den ein oder anderen Wal.
Bootsausflüge
Man kann die Wale nicht nur von der Insel aus beobachten, sondern sich auch auf eine der vielen angebotenen Walbeobachtungsfahrten aufs Meer begeben. Meist sind die Touren halbtägig und man bekommt auch etwas von der Theorie des Walfangs vermittelt. Die Ausflüge finden in kleinen Booten statt und es geht weit hinaus aufs Meer. 22 verschiedene Walarten konnten insgesamt vor der Küste der Insel Pico beobachtet werden.
Die Walbeobachter an den Ausblickspunkten der Küste leiten die Boote zu den Walen. Wie damals, als die Meeressäuger noch gejagt wurden, sitzen die Beobachter in einem der Walausgucke und blicken stundenlang aufs Meer, um die Tiere zu entdecken. Dabei besteht per Funk Kommunikation zwischen den Spähern und den Bootsführern. So ist sichergestellt, dass die Touristen und Forscher auf den Booten während ihres Ausflugs auch einen Wal zu Gesicht bekommen.
Neben diesen Beobachtungstouren kann man von Lajes aus auch Ausflüge buchen, bei denen man mit Delphinen schwimmen kann. Wer es nicht so aktiv mag, kann sich auch bei einer Bootstour um die Insel schippern lassen und einfach nur die schönen Ausblicke genießen.