Die Insel Giglio

50 Kilometer südöstlich von Elba liegt die kleinere toskanische Insel Giglio im Tyrrhenischen Meer. Mit ihren nahezu unberührten Landschaften ist die Insel ein super Erholungsort zum Abschalten, Paradis für Taucher und Naturverbundene. Gilio ist für das sauberste Meer Italiens ausgezeichnet, das Lebensraum für Meeresschnecken, Seeigel, Langusten und Muränen bietet. Taucht man tiefer, trifft man auf Tunfische und in Küstennähe tummeln sich ab und an sogar Delfine. Ein meeresbiologisches Institut auf der Insel hat sich ihrer artenreichen Seewelt verschrieben. An Giglios Küsten erzählen Relikte unter dem Meeresspiegel von einer Zeit, in der die Insel wichtiger Handelsknotenpunkt vor der italienischen Küste war und ihre Bewohner zahlreiche Schlachten erlebten. Die Überreste einer alten römischen Villa schlummern unter den Wellen vor der Küste von Giglio Porto.

Bewohnt seit der Eisenzeit, hat auch die Insel Giglio eine aufreibende Geschichte hinter sich, in der sich Piraten und andere Eroberer um sie stritten. Erst Stützpunkt der Etrusker, dann im Besitz der Familie Domizi Enobardi unter römischer Herrschaft, ab dem 13. Jahrhundert dann von Pisa aus verwaltet. Eine Zeit lang war die Insel nur noch Spielball der Herrschaft unterschiedlicher Besitzer, auch der Familiendynastie Medici. Barbarossa beendete das mit einem der grausamsten Steifzüge der Sarazenen. Damit wurde es ruhiger um die Insel.

So konnte sich die Wirtschaft erholen, die Bewohner sich wieder der Landwirtschaft und dem Abbau vom Quarzgestein im Bergwerk widmen. Der auf der Insel vorkommende Granitstein diente schon den Römern zum Bau ihrer Basilika in Rom.

Im romantischen Gilgio Castello, im Herzen der Insel, ragt die Festung der toskanischen Feudalherren Aldobrandeschi 400 Meter über dem Meer aus einem mittelalterlichen Mauerwall heraus. Von einem der schönsten Dörfer Italiens ergibt sich hier eine wunderschöne Aussicht über die Insel.