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Die Insel Capraia
Zwischen Elba und Korsika liegt die nur 20m2 kleine Insel Capraia. Wer Ruhe abseits von Trubel sucht, kommt hier voll auf seine Kosten. Die Einsamkeit der Insel ist der perfekte Ort, um einfach mal die Seele baumeln zu lassen und sich von der Stille der Natur treiben zulassen.
Capraia ist die drittgrößte bewohnte Insel des toskanischen Archipels und der Sage nach ebenfalls eine Perle des Schmucks, den Venus im Meer verlor. Die realistischere Entstehungsgeschichte geht auf Vulkanausbrüche von vor neun Millionen Jahren zurück. An der Cala Rossa lassen sich noch die Überresten eines aus dem Meer ragenden leuchtend roten Vulkankraters besichtigen. Die Insel ist ein kleiner Fleck unberührter Natur pur, ihre 400 Einwohner in dem einzigen kleinen Ort der Insel, der Hafenstadt, sind aber trotzdem auf Tourismus eingestellt. Kleine Hotels und Geschäfte schaffen einen angenehm ruhigen Aufenthalt, kristallklares Wasser und die Artenvielfalt der Tiere bieten die Küsten von Capraia ein wahres Paradies für Taucher. Felsenbuchten oder die Berge im Westen sind eine willkommene Herausforderung für Kletterer. Was nicht zum Hauptort der Insel gehört, ist Nationalpark. Besonders lohnenswert ist ein Abstecher zum mit Seerosen bedeckten Kratersee am Hügel des Monte Castello im Süden der Insel.
Capraia war schon in der Antike bewohnt und im Mittelalter zahlreichen Kämpfen um ihre Herrschaft ausgesetzt. Die Festung San Giorgio, direkt in den Felsen eingearbeitet, zeugt von dieser Zeit. Der Befehl zum Bau kam aus der Stadt Genua, dem Feind Pisas. In der Schlacht von Meloria ging Genua als Sieger hervor und Pisa musste die Insel abgeben. Mit dem Bau der Festung 1540, nach einem Angriff von Piraten, zog die gesamte Inselbevölkerung an den Hafen und überließ das Herz der Insel der Natur. Erst später wurde die Insel zur Toskana gezählt.
Trotz ihrer Schönheit hat die Insel eine frühe, dunkle Geschichte. Nach dem zweiten Weltkrieg und bis 1986 wurde ein Teil im Norden als landwirtschaftliche Strafkolonie genutzt.
Der Name der Insel geht vermutlich auf die hiervorkommenden, wilden Bergziegen zurück, vom italienischen Wort capra, Ziege. Von Livorno aus erreicht man die Insel mit der Fähre in ca. drei Stunden.