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Sant'Antioco
Besuchen Sie SANT’ANTIOCO, eine von den Phöniziern im 9.Jh.v.Chr. gegründete Stadt. Sie liegt auf der größten Insel Sardiniens, die mit dem Festland durch eine künstliche Landbrücke verbunden ist, und zeigt viele wichtige archäologische Meilensteine der Vergangenheit, besonders aus dem phönizischen, punischen, römischen und byzantinischen Zeitalter.
DasTofet
Das Wort “Tofet” wurde erstmals in der Bibel benutzt in Bezug auf ein nicht weit von Jerusalem entfernt gelegenes Gebiet, wo verstorbene Kinder erst verbrannt und dann beerdigt wurden. Später bezeichnete es auch in Sizilien, Sardinien und Tunesien Bereiche nahe phönizischer und punischer Siedlungen, wo man verbrannte Kinderknochen fand. In Sant'Antioco befindet sich das Tofet nördlich des bewohnten Stadtzentrum gleichen Namens auf einem trachytische Bergvorsprung, der heute auch “Sa Guardia de isPingiadas” (Wächter der Tontöpfe), genannt wird aufgrund der zahlreichen Aschenurnen, die bislang dort gefunden wurden. Das Tofet wurde vom 8.Jh.v.Chr. bis zum 1.Jh.v.Chr. genutzt und ist rundum von einer punischen Festungsanlage aus dem 4.Jh.v.Chr. umgeben. Die über 3000 Urnen wurden häufig von Votivstelen aus Stein flankiert, die sich heute größtenteils in Museen befinden. Lange ging man davon aus, das Tofet sei als Friedhof für die als Menschenopfer getöteten ältesten Söhne adliger Familien genutzt worden. Dank der Analyse der verbrannten Knochen kann man heute allerdings realistisch vermuten, dass der Ort als Grabstätte für Kinder diente, die entweder tot geboren wurden oder kurz nach der Geburt verstarben.
Das unterirdische Dorf
Auf dem heutzutage als “villaggioipogeo” (unterirdisches Dorf) bekannten Gelände befindet sich die antike punische Nekropolis von Sant'Antioco. Zwischen dem 6. und dem 3.Jh.v.Chr wurden hier Kammern ausgehoben, in der Familienmitglieder gemeinsam bestattet werden sollten. Diese Kammern wurden später weitergenutzt: von den Römern als Aufstellungsort für Urnen aus Stein und Blei, welche die Asche Verstorbener enthielten, sowie von den ersten Christen als Katakomben. Danach wandelte sich ihre Funktion und sie wurden als Unterkunft von Schäfern und Bauern genutzt, welche sich so besseren Schutz vor den Angriffen der Araber erhofften, die immer wieder versuchten, die Insel zu erobern. Das Leben in den Höhlen, “Isgruttas”, brachte den Bewohnern den Namen “Isgruttaiusu” ein. Die ehemalige Nekropolis wurde bis in die 1960er Jahre hinein von den ärmsten FamilienSant'Antiocos bewohnt. In den 1990er Jahren wurde die Gegend unstrukturiert, und eine spezielle historisch-archäologische Route wurde eröffnet.
Die "Meerseide"
Das Wort "bisso" (Feinleinen) bezeichnet eine Textilfaser tierischen Ursprungs, die aufgrund offensichtlicher Ähnlichkeit auch als “Meerseide” bezeichnet und aus den Filamenten einer bestimmten Art zweischaliger Muscheln namens Pinnanobilis abgegeben wird, welche im Mittelmeerraum heimisch ist. Das so gewonnene Textil ist so wertvoll, dass es seit der Antike ausschließlich für ganz besondere, wichtige Erzeugnisse großen Wertes verwendet wird. Das älteste bekannte Objekt aus Feinleinen, das aus dem 4.Jh.v.Chr. stammte, wurde leider im 2. Weltkrieg zerstört. Die Seltenheit der Pinnanobilis, die vom Aussterben bedroht ist, sowie der extrem schwierige Webvorgang sind die Gründe, warum Feinleinen von nur wenigen Meistern handgewoben wird, deren Technik mündlich weitergegeben wird. Chiara Vigo ist heutzutage die einzige Feinleinen-Meisterin der Welt, und ihr Labor-Atelier im Herzen von Sant'Antioco ist immer geöffnet für eine Demonstration der außergewöhnlichen Handfertigkeit, die das Weben von Meerseide erfordert.