Highlights auf Sizilien
Der ursprüngliche Name der Insel ist Trinakrias und spielt auf ihre dreieckige Form an. Als größte Insel des Mittelmeerraumes war Sizilien über Jahrhunderte bei Herrschern beliebt. Der Wunsch, über sie zu regieren, löste zahlreiche Schlachten an ihrer 1152 langen Küste aus. Mit Getreide und der Nähe zu Afrika versprachen sich die Kämpfer eine reiche Wirtschaft und eine Brücke über das Mittelmeer.
„Mit keinen Worten ist die dunstige Klarheit auszudrücken, die um die Küsten schwebte, (…) die Reinheit der Konture, die Weichheit des Ganzen, das Auseinanderweichen der Töne, die Harmonie von Himmel, Meer und Erde.“ Das war Goethes erster Eindruck der Insel, als er auf seiner Italienreise der Insel entgegenschipperte.
Geschichte
Die ersten Menschen besiedelten Sizilien um 1000 v. Chr. Man nannte sie Sikaner und Sikeler. Um 750 v.Chr. legten die Griechen an der Ostküste an und gründeten die ersten Städte an der Küste, darunter Siracusa. Es ist die Geburtsstadt von einem der wichtigsten Mathematiker und Mechaniker der Antike: Archimedes. Als die Römer Sizilien im zweiten Punischen Krieg für sich einnehmen wollten, verteidigten sich die Griechen mit den von ihm entwickelten mechanischen Wurfmaschinen. Auch die Karthager hatten damals ein Auge auf die Mittelmeerinseln geworfen. Sizilien war der Hauptstreitpunkt des ersten punischen Krieges zwischen den Mächten von Karthago und Rom. Sizilien wurde römische Provinz, verlor große Teile ihres Waldes, denn das Holz wurde für Kriegsflotten gebraucht, und wurde zur Kornkammer und Exportland für Weizen.
Dann kamen die Byzantiner. Aber auch die wurden gestört von den Arabern, die ab dem 9. bis ins 12. Jahrhundert die Herrschaft über Sizilien hatten. Dann ging die Insel an die Staufen, die Normannen und schließlich die spanischen Bourbonen. Mit dem Einmarsch der Garibaldi 1861 wurde Sizilien italienisch.
Kriege und der rege Herrschaftswechsel sind nicht alleine verantwortlich für den stetigen Wandel des Stadtbildes. 1693 litt die Insel unter einem Erdbeben, manche Städte mussten neu aufgebaut werden, und man verpasste ihnen einen Barockstil.
Natur
Wie in vielen Inseln im Mittelmeerraum hat auch Sizilien durch Rodung ein Großteil ihrer Wälder verloren. Weit verbreitet sind hier auch die Macchiabüsche, die die Landschaft bedecken. Es gibt noch einige Korkeichenwälder auf der Insel. Aber seitdem Kork mit anderen Materialien hergestellt wird, nehmen auch die ab und mit ihnen der Lebensraum für zahlreiche Tiere und Insekten. Im Naturschutzgebiet Parco Naturale dei Nebrodi kann man die Bäume noch anschauen. Balsam für die Augen sind auch die Mohnfelder, Orangen- und Zitronenhaine.
Sizilianische Landschaft ist außerdem wie gemacht für den Johannisbrotbaum, der es an Hügeln in Küstennähe und mit wenig Wasser mag. Nur auf Sizilien gibt es die Nebrodi Tanne im Norden der Insel. In der wilden Natur gedeihen Orchideen, Wildkräuter, Kapern, es blühen Bougainvilleas oder Mimosen.
Fast schon ein Naturwunder ist der Ätna, Europas größter und noch aktiver Vulkan. Er liegt im Nordosten der Insel in einem Naturschutzgebiet und steht seit 2013 auf der Liste der UNESCO Weltnaturerbe. Seine aktuelle Höhe von ca. 3300 Metern kann sich ständig ändern. Der Vulkan hat auch in der griechischen Mythologie eine große Bedeutung. So soll sich der Legende nach der Philosoph Empedokles in den Krater gestürzt haben, um seinem Leben ein Ende zu setzen. Zyklopen sollen in den Tiefen des Kraters Blitze für Zeus geschmiedet haben und dieser hat den Vulkan im Kampf mit Titanen als Waffe benutzt.
Wirtschaft
Die Griechen brachten die Insel wirtschaftlich und vor allem landwirtschaftlich zum Aufblühen. Sie bauten Weizen und Oliven an, Obst und Gemüse und verarbeiteten das Holz der Wälder. Heute erwirtschaftet die Insel die größten Erträge aus dem Anbau von Zitronen, Oliven, Mandeln, Baumwolle, Wein und aus der Fischerei. Wegen ihres Schwefelreichtums war Sizilien lange Zeit an der Spitze des Schwefelbergbaus weltweit, alle 730 Gruben sind aber heute stillgelegt.
Die Insel hatte und hat immer noch mit Arbeitslosigkeit zu kämpfen, Reformen sollen den Süden an die wirtschaftlich stärkeren Regionen Norditaliens anschließen. Ende des 19. und 20. Jahrhunderts reisten viele Sizilianer auf der Suche nach Arbeit aus. Doch die Mafia, deren Wiege Sizilien ist, hat noch immer Einfluss und die Bemühungen gehen nur schleppend voran. Seit der Ermordung zweier gegen die Mafia kämpfenden Richter 1992 ging Italien sechs Jahre lang militärisch gegen die Mafia vor.
Heute ist der Tourismus in Sizilien eine wichtige Einnahmequelle. Trotzdem verlassen immer noch viele Jugendliche die Insel auf der Suche nach Arbeit.
Kultur
Die Carretto Siciliano, sizilianische Karren, sind eine alte Tradition auf der Insel und zu manchen Festen bekommt man diese aufwendig hergestellten Kutschen noch zu Gesicht. Das Bemalen der Karren ist ein altes Handwerk und es gibt nur noch einige wenige Meister auf der Insel, die diese Kunst beherrschen.
In Süditalien und auf Sizilien gibt es noch einige Albanische Siedlungen, in denen die Arbëresh wohnen, eine albanische Minderheit in Italien. Auf der Flucht vor den Türken siedelten sie sich hier im 15. Jahrhundert an. Sie sprechen ihre eigene Sprache, das Arbëresh, das mittlerweile als bedrohte Sprache gilt und ein albanischer Dialekt ist. Zur arbëreshen Kultur gehören religiöse Feste, allen voran Ostern, das sie nach byzantinischer Liturgie feiern.